Das Projekt der Einen Welt – der geplante Neuanfang nach Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise und Diktatur 1945

http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdfPräsident Roosevelt verkündet die vier Freiheiten, sie sollten künftig in den USA und weltweit gelten:

Eine Comic-Illustration zum Text. Ein Mann mit kurzen braunen Haaren sitzt in einem Zimmer mit Dielenboden im Rollstuhl. Er trägt Anzug und Krawatte. Auf seinem Schoß liegt ein Hund. Dicht neben ihm steht ein Mädchen, es sieht aus, als wolle sie den Hund streicheln. Sie trägt ein Kleid und ein Schleifchen im Haar. Der Mann blickt das Mädchen an und spricht. Aus seinem Mund kommen die Worte "Redefreiheit", „Freiheit von Not“, „Freiheit von Furcht“, „Religionsfreiheit“. Das Kind scheint sich mehr für den Hund zu interessieren.

„Von der Zukunft, die wir zu einer Zukunft der Sicherheit machen wollen, erhoffen wir eine Welt, die sich auf vier entscheidende Freiheiten der Menschheit gründet.

Die erste Freiheit ist Freiheit der Rede und der Meinungsäußerung – überall in der Welt.

Die zweite Freiheit ist Freiheit eines jeden, Gott auf seine Weise zu dienen – überall in der Welt.

Die dritte Freiheit ist Freiheit von Not. Das bedeutet, gesehen vom Gesichtspunkt der Welt, wirtschaftliche Verständigung, die für jede Nation ein gesundes, friedliches Leben gewährleistet überall in der Welt.

Die vierte Freiheit ist Freiheit von Furcht. Das bedeutet, gesehen vom Gesichtspunkt der Welt, weltweite Abrüstung, so gründlich und so weitgehend, dass kein Volk mehr in der Lage sein wird, irgendeinen Nachbarn mit Waffengewalt anzugreifen – überall in der Welt.“

Diese „Vier Freiheiten“ sollten weltweite Gültigkeit erlangen. Sie wurde später Inhalt der Atlantik-Charta und Grundlage für die Gründungsdokumente der Vereinten Nationen. (1)

Franklin Delano Roosevelt (1882 – 1945)

Franklin D. Roosevelt war von 1933 bis zu seinem Tod im Jahr 1945 der 32. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Er wurde drei Mal als Präsident wiedergewählt. Er ist der einzige Präsident der USA, der länger als zwei Wahlperioden im Amt war.

Roosevelt wuchs in New York auf, in einer der damals wohlhabendsten und angesehensten Familien Amerikas. Er studierte Jura, brach das Studium aber ab und begann, für politische Ämter zu kandidieren.

Unter dem Schlagwort „New Deal“ (Neuverteilung der Chancen) leitete Roosevelt Reformmaßnahmen in der Wirtschaft und in der Sozialgesetzgebung ein. In einer Rede am 6. Januar 1941 stellte er, in Reaktion auf den Nationalsozialismus, die „Vier Freiheiten“ vor. Wenn diese Freiheiten für alle Staaten gelten würden, so Roosevelts Hoffnung, wäre die Welt in Zukunft sicherer und friedlicher:

1945 starb er. Kurz vor seinem Tod bereitete er die Gründungsversammlung derVereinten Nationen vor. Roosevelt forderte als Reaktion auf die Verbrechen des Nationalsozialismus eine Einigung aller Staaten auf die universelle Geltung der Menschenrechte.

http://www.inklusion-als-menschenrecht.de/nationalsozialismus/biografien/franklin-delano-roosevelt/

Sie war die Grundlage der Atlantikcharta. Sie legte die Ziele der Koalition fest, die den Versuch Deutschlands, die ganze Welt zu erobern und zu unterjochen, gemeinsam verhinderte, der Anti-Hitler-Koalition:

Die Atlantik-Charta vom 14. August 1941 ist eine gemeinsame Erklärung der damaligen Regierungschefs der USA, Franklin D. Roosevelt, und Großbritanniens, Winston S. Churchill, in der gemeinsame Grundsätze ihrer internationalen Politik formuliert wurden. Unter dem Eindruck des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion trafen sich Roosevelt und Churchill vom 9. bis 12. August 1941 unter höchster Geheimhaltung auf dem britischen Schlachtschiff HMS Prince of Wales in der Placentia Bay vor Neufundland. Hier vereinbarten sie die Atlantik-Charta, die am 14. August 1941 veröffentlicht wurde.

Die Atlantik-Charta vom 14. August 1941

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und Ministerpräsident Churchill, als Vertreter der Regierung Seiner Majestät im Vereinigten Königreich, erachten es als ihr Recht, einige allgemeine Prinzipien der Politik ihrer Länder bekanntzugeben, Prinzipien, auf deren Verwirklichung sich ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft der Welt gründen.

  1. Ihre Länder streben keinerlei Bereicherung an, weder in territorialer noch in anderer Beziehung.
  2. Sie wünschen keinerlei territoriale Veränderungen, die nicht im Einklang mit den in voller Freiheit ausgedrückten Wünschen der betroffenen Völker stehen.
  3. Sie achten das Recht aller Völker, sich jene Regierungsform zu geben, unter der sie zu leben wünschen. Die souveränen Rechte und autonomen Regierungen aller Völker, die ihrer durch Gewalt beraubt wurden, sollen wiederhergestellt werden.
  4. Sie werden, ohne ihre eigenen Verpflichtungen außer Acht zu lassen, für einen freien Zutritt aller Staaten, der großen wie der kleinen, der Sieger wie der Besiegten, zum Welthandel und zu jenen Rohstoffen eintreten, die für deren wirtschaftliche Wohlfahrt vonnöten sind.
  5. Sie erstreben die engste Zusammenarbeit aller Nationen auf wirtschaftlichem Gebiete, eine Zusammenarbeit, deren Ziel die Herbeiführung besserer Arbeitsbedingungen, ein wirtschaftlicher Ausgleich und der Schutz der Arbeitenden ist.
  6. Sie hoffen, dass nach der endgültigen Vernichtung der Nazi-Tyrannei ein Frieden geschaffen werde, der allen Völkern erlaubt, innerhalb ihrer Grenzen in vollkommener Sicherheit zu leben, und der es allen Menschen in allen Ländern ermöglicht, ihr Leben frei von Furcht und von Not zu verbringen.
  7. Dieser Friede soll allen Völkern die freie Schifffahrt auf allen Meeren und Ozeanen ermöglichen.
  8. Sie sind von der Notwendigkeit überzeugt, dass aus praktischen wie aus sittlichen Gründen alle Völker der Welt auf den Gebrauch der Waffengewalt verzichten müssen. Da kein Friede in Zukunft aufrechterhalten werden kann, solange die Land-, See- und Luftwaffen von Nationen, die mit Angriff auf fremdes Gebiet gedroht haben oder damit drohen können, zu Angriffszwecken benutzt werden können, halten sie bis zur Schaffung eines umfassenden und dauerhaften Systems allgemeiner Sicherheit die Entwaffnung dieser Nationen für notwendig. Ebenso werden sie alle Maßnahmen unterstützen, die geeignet sind, die erdrückenden Rüstungslasten der friedliebenden Völker zu erleichtern.[3]

Insgesamt wurden acht Punkte festgehalten, darunter: Verzicht auf territoriale Expansion, gleichberechtigter Zugang zum Welthandel und zu Rohstoffen, Verzicht auf Gewaltanwendung, Selbstbestimmungsrecht der Nationen, engste wirtschaftliche Zusammenarbeit aller Nationen mit dem Ziel der Herbeiführung besserer Arbeitsbedingungen, eines wirtschaftlichen Ausgleichs und des Schutzes der Arbeitenden, Sicherheit für die Völker vor Tyrannei, Freiheit der Meere, Entwaffnung der Nationen, um ein System dauerhafter Sicherheit zu gewährleisten.

Zwei der Punkte beziehen sich direkt auf eine Weltorganisation. Die Erklärung wurde am 24. September 1941 von der Sowjetunion und neun (Exil-) Regierungen des besetzten Europa unterzeichnet, nämlich von Belgien, Griechenland, Jugoslawien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Polen, der Tschechoslowakei und von Vertretern des Freien Frankreichs. Die Atlantik-Charta wurde so zum grundlegenden Dokument für die Vereinten Nationen. Sie hatte das Ziel einer besseren Weltordnung (vor allem unter Beachtung des Völkerrechts, des Selbstbestimmungsrechts der Völker zur Staatsgründung usw.). Eine gewisse Anlehnung an den Vierzehn-Punkte-Plan von Woodrow Wilson lässt sich nicht verleugnen.[1]

Mehrere Punkte der Charta waren zwischen Roosevelt und Churchill umstritten. So widersprach Punkt drei der Dominanz Englands im Commonwealth, die ein Ausscheiden einzelner Staaten aus diesem Verbund nicht vorsah. Punkt vier stand die handelspolitische Abschottung des britischen Commonwealth nach außen entgegen. Churchill stimmte der Charta aber mit der Einschränkung zu, dass Großbritannien eine Anwendung auf das Commonwealth nicht zulassen werde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Charta

Deklaration der Vereinten Nationen

Die Deklaration vereinter Nationen (englisch: Declaration by the United Nations) wurde am 1. Januar 1942 von 26 Staaten der Anti-Hitler-Koalition während der Arcadia-Konferenz in Washington unterzeichnet. Sie diente der Formalisierung und Bekräftigung der zuvor beschlossenen Atlantik-Charta und war ein Schritt auf dem Weg zur Gründung der Vereinten Nationen.

Alle Unterzeichner der Deklaration gelten als Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen.

Konkret verpflichteten sich die Unterzeichner, dauerhaftes System internationaler Sicherheit‘ zu errichten

https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitel_II_der_Charta_der_Vereinten_Nationen#Artikel_3

UN Charta der Vereinte Nationen

Einleitung
Die Charta der Vereinten Nationen wurde 1945 durch die 51 Gründungsmitglieder in San Francisco (USA) unterzeichnet und trat im selben Jahr in Kraft. Die Charta gilt als völkerrechtlicher Vertrag und bindet alle Mitgliedsstaaten aufgrund der entsprechenden Bestimmungen des Völkerrechts. Änderungen der Charta erfordern eine Zweidrittelmehrheit, darunter die Zustimmung aller fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates.
Charta der Vereinten Nationen

Druckversion (PDF)

Gründungsversammlung der Vereinten Nationen im Opernhaus von San Francisco, am 26.06.1945

Textauszüge

Präambel
WIR, DIE VÖLKER DER VEREINTEN NATIONEN – FEST ENTSCHLOSSEN,
künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat, unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können, den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern, […] HABEN BESCHLOSSEN, IN UNSEREM BEMÜHEN UM DIE ERREICHUNG DIESER ZIELE ZUSAMMENZUWIRKEN […].

Kapitel I, Artikel 1
Die Vereinten Nationen setzen sich folgende Ziele:

  1. den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen;
  2. freundschaftliche, auf der Achtung vor dem Grundsatz der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker beruhende Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln und andere geeignete Maßnahmen zur Festigung des Weltfriedens zu treffen;
  3. eine internationale Zusammenarbeit herbeizuführen, um internationale Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Art zu lösen und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder der Religion zu fördern und zu festigen;
  4. ein Mittelpunkt zu sein, in dem die Bemühungen der Nationen zur Verwirklichung dieser gemeinsamen Ziele aufeinander abgestimmt werden.

Kapitel II, Artikel 2
[…] Die Organisation und ihre Mitglieder handeln im Verfolg der in Artikel 1 dargelegten Ziele nach folgenden Grundsätzen:

  1. Die Organisation beruht auf dem Grundsatz der souveränen Gleichheit aller ihrer Mitglieder.
  2. Alle Mitglieder erfüllen, um ihnen allen die aus der Mitgliedschaft erwachsenden Rechte und Vorteile zu sichern, nach Treu und Glauben die Verpflichtungen, die sie mit dieser Charta übernehmen.
  3. Alle Mitglieder legen ihre internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel so bei, daß der Weltfriede, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden.
  4. Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.
  5. Alle Mitglieder leisten den Vereinten Nationen jeglichen Beistand bei jeder Maßnahme, welche die Organisation im inklang mit dieser Charta ergreift; sie leisten einem Staat, gegen den die Organisation Vorbeugungs- oder Zwangsmaßnahmen ergreift, keinen Beistand.
  6. Die Organisation trägt dafür Sorge, daß Staaten, die nicht Mitglieder der Vereinten Nationen sind, insoweit nach diesen Grundsätzen handeln, als dies zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit erforderlich ist.
  7. Aus dieser Charta kann eine Befugnis der Vereinten Nationen zum Eingreifen in Angelegenheiten, die ihrem Wesen nach zur inneren Zuständigkeit eines Staates gehören, oder eine Verpflichtung der Mitglieder, solche Angelegenheiten einer Regelung auf Grund dieser Charta zu unterwerfen, nicht abgeleitet werden; die Anwendung von Zwangsmaßnahmen nach Kapitel VII wird durch diesen Grundsatz nicht berührt.

Den gesamten Text der Charta in deutscher Sprache finden Sie hier

Der Vorsitzende der US-amerikanischen Delegation, Edward Reilly Stettinius Jr., bei der
Unterzeichnung der Charta der UNO am 26.6.1945.
Quelle: www.unmultimedia.org.

http://www.unric.org/de/charta

Interne Links

Externe Links
Charta der Vereinten Nationen
Regionales Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNRIC)
Vereinte Nationen

Poster zur Gründung der Vereinten Nationen

Konkretisierung der Ziele der UN-Charta in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte – die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses, der sie erarbeitete, Eleonor Roosevelt, erklärte sie vor der Abstimmung zur für die Staaten bindenden Verfassung, zur Magna Charta der Welt! Hier präsentiert sie die Menschenrechtserklärung, deren Erarbeitung sie geleitet hatte.

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Resolution der Generalversammlung 217 A (III).

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

PRÄAMBEL

„Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet, da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, daß einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt, da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen, da es notwendig ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern, da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen in größerer Freiheit zu fördern, da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf die allgemeine Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten hinzuwirken, da ein gemeinsames Verständnis dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist, verkündet die Generalversammlung diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst A/RES/217 A (III) 2 wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.

Artikel 1 Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2 Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand. Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Artikel 3 Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. (…)

Artikel 14 1. Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen. (…)

Artikel 21  1. Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken. 2. Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande. 3. Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muß durch regelmäßige, unverfälschte, allgemeine und gleiche Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.

Artikel 22
Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.

Artikel 23 1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit. 2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit. 3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen. 4. Jeder hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

Artikel 24 Jeder hat das Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub.

Artikel 25 1. Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände. (…)

Artikel 28 Jeder hat Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können.

Artikel 29 1. Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entfaltung seiner Persönlichkeit möglich ist.

http://www.bmjv.de/SharedDocs/Archiv/Downloads/Allgemeine_Erklaerung_der_Menschenrechte.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Die Menschenrechtserklärung haben wir vor allem Eleonor Roosevelt zu verdanken. Sie nötigte ihren Mann, den US-Präsidenten, Franklin Roosevelt, ihr eine maßgebende Rolle in der Sozial- und Menschenrechtspolitik zu geben. Sie hatte herausgefunden, dass ihr Mann sie betrog und versprach das im Wahlkampf nicht öffentlich zu machen.

Die Staaten aber zeigten sich nach 1945 immer weniger geneigt, die ausgearbeitete Erklärung zu verabschieden und suchten ihre Behandlung und Verabschiedung hinauszuschieben. Garry Davis, unterstützt von Prominenten wie Albert Camus und Zehntausenden von Parisern aber drängten die Staaten, mit der Verabschiedung der Menschenrechtserklärung einen Neuanfang zu beschließen:

Garry Davis und die Weltbürgerbewegung

(Quelle: http://www.weltdemokratie.de/033d3a9c4709e4a05/033d3a9c480b36d1d/index.html)
„Vergessene Geschichte. Am 10. Dezember 1948 wurde von der UN-Generalversammlung in Paris die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ verabschiedet. Dies war aber kein freiwilliges Geschenk der Regierungen, sondern wurde von einer weltweiten Bürgerinitiative errungen. Die auch heute noch aktive Weltbürgerbewegung fand ihren damaligen Höhepunkt am 19. Novemer 1948 in der Besetzung der UN-Vollversammlung. Unter dem Namen „Operation Oran“ (entliehen der Novelle >Die Pest<) wurde u.a. von Albert Camus eine Weltbürgererklärung verlesen, welche forderte, dass die Menschenrechte zu einem juristisch einklagbaren Weltrecht werden sollten. Initiator dieser Aktion war der 26-jährige Garry Davis.

Garry Davis mit GlobusNach seiner Rückkehr aus dem Krieg folgerte Garry Davis 1947, dass die Wurzel des Krieges im Nationalstaat stecke. Inspiriert von Cord Meyers „Peace or Anarchy“ and Clarence Streits „Union Now“ entdeckte der ehemalige US-Bomberpilot als Alternative zum Krieg der Nationalstaaten eine Weltföderation als völkerrechtliches Mittel zum Weltfrieden. Am 25. Mai 1948 gab Davis im US-Konsulat in Paris seine Staatsbürgerschaft ab, um zu zeigen, dass „die Dominanz des Nationalstaats weder blutig bekämpft noch untertänig befolgt werden muss.“ Tatsächlich existiere er in Wahrheit nur in der Einbildungen jener, die ihn bekämpften oder verteidigten. „Wenn es mir gelänge, in dieser Welt wenigstens einen zeitlang ohne nationalstaatliche Anerkennung zu überleben, dann hätte ich den Ausschließlichkeitsanspruch des Nationalstaats mitten ins Herz getroffen“, meinte Davis.
Am 11. September 1948 entdeckte Garry Davis auf der Titelseite der Pariser Ausgabe der International Herald Tribune ein Bild, auf dem der französische UN-Delegierte Robert Schumann dem damaligen UN-Generalsekretär Trygve Lie einen goldenen Schlüssel aushändigt. Das Palais de Chaillot in Paris wurde damit für die Dauer der UN-Generalversammlung symbolisch in die exterritoriale Hoheit der UNO übergeben. Diese Konstellation war wahrlich ein Geschenk der Geschichte, oder – je nach Weltanschauung – des Himmels: Morgen musste der staatenlose Weltbürger laut „refüs de séjour“ Frankreich verlassen habe oder Gefahr laufen, interniert zu werden.

Dem französischen Wachmann macht er begreiflich, dass wenn er ihn auf französischen Boden hinauswerfen wolle, er gegen Gesetze und Anweisungen seines eigenen Staates verstoße, welcher ihn, den Staatenlosen, mit heutigen Datums seines Territoriums verweisen habe, so dass er gezwungen sei, auf dem internationalen Boden dieses der UNO zeitweise überlassenen Gebäudes Asyl zu suchen. Soviel juristisch begründete Sophistik war für die mittlerweile versammelten Wachmänner zuviel. Sie zogen ab, höheren Ortes neue Anweisungen einzuholen. Dabei stießen sie fast mit den ersten Journalisten und Fotoreportern zusammen. Das Ereignis war weltweit für viele Presseleute im bislang farblosen Vorfeld der kommenden UN-Vollversammlung die vermisste human interest story. Je nach politischem Couleur wurde Davis zum Helden oder Narren gemacht. Aber immerhin je 100 Zeilen mit Foto wert. Zunächst bewegt er den in Paris schon anwesenden UN-Untergeneralsekretär Konstantin Zinchenko, den Vertreter der UdSSR, zu einer Stellungnahme gegenüber der Presse: „Davis ist ein Welt-Kind. Die Charta sieht nicht vor, dass die UNO Kindermädchen spielt. Staaten mögen beitreten, Bürger in Windeln – Njet!“.
Die vermeintlichen Bürger-in-Windeln begannen derweilen mit den Füßen und ihren Gesten zugunsten der noch jugendlichen aber zukunfts- und verantwortungsbewußten Weltbürger-Idee abzustimmen. Ein Quäker brachte einen Schlafsack, ein anderer eine Decke. Eine alte Dame übergab mit einem gemurmelten „que dieu soit avec vous“ Brot, Käse und eine Flasche Rotwein. Die Menschenmenge vor den Stufen und dem Vordach um UN-Restaurant, wo Davis nächtigte, wuchs täglich und auch die Säcke mit Post, adressiert an „Weltbürger Garry Davis, Palais de Chaillot, Paris“. Die meisten Briefe und Karten kamen aus Frankreich und Deutschland und wurden von einigen mittlerweile befreundeten Journalisten auf passende Zitate hin quergelesen.

Aber nicht nur für Tausende vom Nationalismus und Faschismus verführte und nun führerlose Zeitgenossen wurde Garry Davis nun Ansprechpartner für ein neues und zukunftsträchtigeres Sinnbild namen Weltbürgertum und gemeinsamer Weltbürgerregierung, sondern auch für die Philosophen und Literatien seiner Zeit. Als erster suchte ihn die intellektuelle Erscheinug eines Robert Sarrazac heim. Befragt nach seinen plänen erklärte Davis, daß er die UN-Delegierten in Paris dazu auffordern wolle, eine völkerrechtliche Weltverfassung zu entwerfen. Sarrazac empfahl Davis einen „Conseil d’Avis“, eine Art geistigen Solidaritätskreises einer Gruppe führender, zunächst französischer Intellektueller, welchen er führ ihn organisieren wolle. Damit gewann die bisherige Ein-Mann-Demo eine neue Dimension.
Ende September hatte sich das UN-Sekretariat mit dem französischen Innenministerium abgesprochen, den „Fall Garry Davis“ zu lösen, indem die Französen ihm einen „titre d’identité“ ausstellten und seine Aufenthaltserlaubnis um drei Monate verlängerten, so daß er nun das zu publikumswirksame Asyl auf dem UN-Territorium verlassen konnte. Da diese internen Absprache keine gesetzliche Grundlage hatte, weigerte sich der Weltbürger, eine solche Sonderbehandlung anzunehmen und wurde kurzerhand in einer nächtlichen Aktion von der französischen Polizei vom „exterritorialen“ Gelände der UNO entfernt. Nach der Aktion war das UNO-Territorium von starken Polizeikräften abgeschirmt. Zwischenzeitlich war Robert Sarrazac aktiv geworden und hatte sein ganzes Gewicht mit einem Artikel zugunsten von Garry Davis im „Combat“, dem führenden Blatt der französischen Intelligenz, in die Waagschale geworfen.

Das Gründungstreffen des „Conseil de solidarité“ fand Mitte Oktober vor versammelter internationaler Presse statt. Weltbürgerliche Übereinstimmung in der ideologischen Verschiedenheit war die Hauptattraktion und eine Quelle des Erstaunens für viele Journalisten. Gekommen waren etwa der Romancier Albert Camus, der Dichter und Maler André Breton, die Herausgeber des „Combat“ und des „Franc-Tireur“, Claude Bourdet und Geroge Altman, der katholische Abgeordnete und Resistance-Führer Abbé Pierre, der Maler Jean Hélion, die Direktorin von Radio Frankreich, Madelaine Paz, Louse Guieyesse vom Vorstand der „Freunde Ghandis“, der protestantische Geistliche Henri Roser, die Herausgeber von „Esprit“ und „Libération“, Emmanuel Mounier und Louis Martin-Chauffir sowie der Gewerkschaftsführer Kobloth-Décroix und der Financier Louis Rosen, womit die Teilnehmerliste immer noch nicht abgeschlossen ist. Die Botschaft des Weltbürgertums wurde von den Medien nun tiefsinniger und seriöser betrachtet. Der New Yorker anerkannte: „Mr. Davis ist im Gleichschritt mit dem Universum. Wir anderen marschieren zum Klang eines geplatzten Trommelfells“ und der konservative Manchester Guardian bemerkte, der „Weltbürger Garry Davis ist ein Mann, mit dem zu rechnen ist“. Das Time Magazine revidierte seine frühere Charakterisierung als „Verrückten“ und kennzeichnete den – ehemaligen – Amerikaner nun als einen Menschen „von klugem Verstand, der seine Kollegen der französischen Intelligenz permanent überrascht“, während sich Garry Davis bewusst wurde, dass er nun ein offizieller Presseagent für die Menschheit geworden war. Einige einflussreiche Publizisten begannen langsam Gefallen daran zu finden, mit Hilfe des Kosmopolitikums Davis die Staatsführungen und UN-Bürokraten bloßzustellen. Der amerikanische Kolumnist Ansel Mowrer etwa gab Davis den Tipp, dass Trygve Lie eine Art Weltsicherheitstruppe plane und er sich doch als erstes Mitglied anbieten solle – am besten öffentlich vor der UN-Vollversammlung.

19. November 1948

Dies war der Impuls für die „Operation Oran“. Der von Sarrazac ausgearbeitet Plan war, einige Beiratsmitglieder zusammen mit Davis in die teilweise öffentliche Generalversammlung einzuschleusen. Dort sollte Davis dann in einem entscheidenden Augenblick den Balkon überspringen und vor den Delegierten und TV-Kameras eine einminütige Erklärung zugunsten einer Weltregierung abgeben. Mitglieder des „Conseil de solidarité“ sollten genau zu diesem Zeitpunkt im gegenüberliegenden Restaurant eine Pressekonferenz eröffnen, die Bedeutung dieser Inszenierung erklären und um die Solidarität der Presse werben.
Am Freitag, den 19. November 1948 fand die Aktion statt, die sich am nächsten Tag auf den Titelseiten der Weltpresse wieder fand und der entstehenden Weltbürgerbewegung einen weiteren wesentlichen Impuls gab. In der Sitzung der Generalversammlung ging es um die atomare Spaltung und deren Kontrolle im Ost-West-Spannungsverhältnis. Die Atmosphäre war geladen. Nach der Rede des jugoslawischen UN-Delegierten schwang sich Davis über die Balkonabsperrung, lief zum Mikrophon und begann zu sprechen: „Herr Vorsitzender, ich unterbreche hiermit im Namen des Weltvolkes, welches hier nicht vertreten ist…“ Lautstark protestierend wurde der Weltbürger aus dem Saal entfernt. Während die Wachen draußen mit ihm beschäftigt waren, begann im Saal die eigentliche, dann halbstündige Aktion. Sarrazac proklamierte die Oran-Erklärung, nach ihm gaben andere Weltbürger in verschiedenen Sprachen Variationen des Themas wieder. Bald darauf kamen Unterstützungstelegramme aus aller Welt, so etwa von Albert Schweitzer und Albert Einstein.
Die Bürger von Paris en masse zu mobilisieren und um Charakter der weltbürgerlichen Idee als soziale Bewegung öffentlich zu demonstrieren, organisierte das Conseil kurzfristig eine Veranstaltung sechs Tage vor der Beschlussfassung über die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember. Im Salle Pleyel kamen 3.000 Menschen zusammen, etwa 2.000 weitere mussten vor dem überfüllten Gebäude stehen. Am Tage vor der Beschlussfassung am 9. Dezember füllten 20.000 Menschen das Pariser Vélodrôme d’Hiver – das gelang damals normalerweise nur zwei Figuren: dem KP-Chef Thorez und General de Gaulle.

An die Menschenrechtserklärung erinnerte vor einigen Jahren Stephan Hessel, erst durch ihn wurde ich auf die Wichtigkeit der Menschenrechtserklärung aufmerksam:

 

Auszüge aus der Unautorisierten Übersetzung aus
INDIGNEZ-VOUS !
STÉPHANE HESSEL: Empört Euch!

2. Die Menschenrechte und der Zustand unseres Planeten. Nach der Befreiung hatte
ich das Glück, als Mitautor bei der Formulierung der Allgemeinen Deklaration der
Menschenrechte mitwirken zu können. Die UNO verabschiedete diese am
10. Dezember 1948 im Palais Chaillot in Paris.
Unter der Leitung des Kabinetchefs Henri Laugier, als stellvertretendem General-
sekretär der UNO, und Sekretär der Gemeinschaft der Menschenrechte habe ich,
zusammen mit anderen an der Abfassung dieser Erklärung mitgewirkt. Nie werde
ich die Rolle von René Cassin bei der damaligen Ausarbeitung vergessen. Er war
in 1941 Nationalkommissar für Justiz und Erziehung der freien französischen
Regierung in London und erhielt den Friedensnobelpreis in 1968. Ebenfalls unver-
gessen bleibt die Rolle von Pierre Mendès-France im Wirtschafts- und Sozialrat,
der für die von uns erarbeiteten Texte verantwortlich war, bevor sie von der Dritten
Kommission der Nationalversammlung hinsichtlich der sozialen, humanitären
und kulturellen Fragen geprüft wurden. Ich unterstützte die Arbeit des Sekretariats
der Kommission, die aus den 54 damaligen Staatsmitgliedern der Vereinten
Nationen bestand. Wir verdanken René Cassin den Begriff „universell“ und nicht
„international“, wie es unsere angelsächsischen Freunde vorgeschlagen hatten.


Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ging es um die Befreiung von den Gefahren,
die der Totalitarismus der Menschheit gebracht hatte. Somit war es notwendig, dass
sich die Vereinten Nationen zur Achtung dieser universellen Rechte verpflichteten.
Auf diese Weise kann sich ein Staat, der die Verletzung der Menschenrechte in
seinem Land toleriert, nicht auf seine Souveränität berufen. Dies war bei Hitler
der Fall, der sich als uneingeschränkter Herrscher seines Landes sah und einen
Völkermord veranlasste. Die Erklärung der Menschenrechte verdankte viel dem
weltweiten Abscheu vor Nazionalsozialismus, Faschismus und Totalitarismus und
durch unsere Anwesenheit, auch dem Geist der Résistance. Ich fühlte, dass wir uns
beeilen mussten, um nicht durch die geheuchelte Zustimmung der Sieger betrogen
zu werden die nicht die Absicht hatten, diese Werte auch loyal zu fördern. Wir
versuchten ihnen diese Verpflichtung aufzuerlegen.
Ich zögere nicht, den Artikel 15 der universellen Deklaration der Menschenrechte zu
zitieren: „Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Staatsangehörigkeit.“;
den Artikel 22: „Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale
Sicherheit; er hat Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und inter-
nationale Zusammenarbeit unter Berücksichtigung der Hilfsmittel jedes Staates,
in den Genuss der für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit
unentbehrlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen.“
Selbst wenn diese Deklaration lediglich eine deklarative und keine rechtliche
Funktion hat, spielt sie seit 1948 keine geringe Rolle. Kolonialisierte Völker nutzten
diese Deklaration als gedankliche Inspiration zu ihrem Kampf für Unabhängigkeit
und Freiheit.
Ich stelle mit Freuden fest, dass sich in den letzten Jahrzehnten die „nicht-staat-
lichen“ Organisationen vermehrt haben: soziale Bewegungen wie Attac (Gesellschaft
für die Überprüfung von finanziellen Transaktionen), FIDH (Internationale Gesell-
schaft für Menschenrechte), Amnesty International (internationale Gemeinschaft
von MenschenrechtsverteidigerInnen), sind aktiv und erfolgreich. Es ist klar,
um heute maximale Wirkung zu erzielen, muss man sich in einem Netzwerk
organisieren, um alle modernen Kommunikationsmittel effektiv nutzen zu können.
Den jungen Leuten sage ich: schaut euch um, ihr findet genug Themen, euch zu
empören – wie man mit den Immigranten umgeht, mit „Menschen ohne juristische
Legitimation“ (illegale Einwanderer), mit den Roma und Sinti. Ihr werdet konkrete
Situationen finden, die euch zu kraftvollem Handeln als Bürger veranlassen werden.
Sucht und ihr werdet finden!


 

http://pdfsr.com/pdf/emp-rt-euc

 

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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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