Fluchtgründe beseitigen – mehr als Worthülsen, um die Verweigerung von Asyl zu rechtfertigen? Wenn in München bei der Sicherheitskonferenz im großen Saal über Fluchtgründe in Afrika gesprochen wird, dann interessiert das allerdings kaum jemanden. Und wenn geht es um Eigeninteressen, die westliche Sicherheitsinteressen: islamistischer Terror und Migration nicht die Sicherung des Menschenrechts auf Leben und Frieden in Afrika! Die Bürger sollten die Afrikapolitik selbst kontrollieren, damit sich etwas ändern kann!

Africa is a country: Die Münchner Sicherheitskonferenz verharrt in alten Mustern

So unterschiedlich können Wahrnehmungen sein. Zum Abschluss der Münchner Sicherheitskonferenz stand der afrikanische Kontinent im Mittelpunkt. Sollte im Mittelpunkt stehen. Doch geostrategische Erörterungen wie zu Syrien standen – wie zumeist und natürlich nicht zu unrecht – weiter oben auf der Agenda.

Dennoch kam der Tagesspiegel zu dem Schluss: „Auch wenn der Saal während der Diskussion halb leer war – am Rande der Konferenz war beispielsweise Libyens Zukunft auf höchster transatlantischer Ebene Thema. Auch für Deutschland hat das Thema mit Blick auf Terror und Flüchtlinge inzwischen hohe Priorität.“ Die Tagesschau zählte ebenfalls die Teilnehmer bei den Podiumsdiskussionen: „Wenn in München bei der Sicherheitskonferenz im großen Saal über Fluchtgründe in Afrika gesprochen wird, dann interessiert das allerdings kaum jemanden. Nur wenige Stühle sind besetzt.“

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Eine Zahl – zwei Interpretationen. Zählt also das allgemeine Interesse? Oder ist die Qualität der Diskussionen wichtiger? Die SZ schreibt: „Zum ersten Mal bei der Münchner Sicherheitskonferenz ist Afrika Teil des Hauptprogramms. Allerdings soll es vor allem um Probleme gehen, die westliche Sicherheitsinteressen berühren: islamistischer Terror und Migration. “

Das trifft es ganz gut und verdeutlicht das gesamte Dilemma einer solchen Veranstaltung. Letztlich wird – unabhängig von den realen Notwendigkeiten – immer von den immer gleichen Akteuren über die immer gleichen Gruppen diskutiert. Es soll um Fluchtursachen und den Kampf gegen Terrorismus gehen. Dass es hier keine Fortschritte geben kann, wenn die immer gleichen Strategien und Wege besprochen werden, fällt selten auf.

Denn es gilt schon als Ausweis einer tieferen und kritischen Analyse, wenn die schlechte Regierungsführung angeprangert und deren Akzeptanz durch die westlichen Staaten nachgewiesen wird. Eine solche Einschätzung ist sicher zutreffend, geht aber an den eigentlichen, tiefer liegenden, Problemen vorbei. Nachhaltige Entwicklung, die breiten Gesellschaftsschichten dienen kann, findet nicht statt. Auch wegen Korruption und Missmanagement, aber vor allem aufgrund der anhaltenden asymmetrischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, der dauerhaften Nichterfüllung entwicklungspolitischer Zusagen, viel zu späten Reaktionen bei Hunger und Naturkatastrophen, die manche Länder um Jahre zurückwerfen, der schleppenden zivilen Konflikt(nach-)bearbeitung und dem Versuch den Problemen mit noch stärkerer Liberalisierung zu begegnen.

Eine Mischung, die zu denken geben sollte. Eine Mischung, die bei dem so oft gehörten Mantra “Bekämpfung der Fluchtursachen” im Kopf sein sollte und eine Analyse, die eigentlich zu einer echten Neuausrichtung der Politik führen müsste.

http://vergessene-kriege.blogspot.de/2016/02/africa-is-country-die-munchner.html

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„Aktionsplan“

Hehre Ziele, doch die Realität schaut oft ganz anders aus.

Die Situation in den einzelnen Staaten Afrikas

Eritrea
Das autoritäre Regime treibt viele Menschen in die Flucht. Von allen Migranten aus Afrika stellen sie in der EU die größte Gruppe.

Somalia
In dem Land am Horn von Afrika ist eine Million Menschen wegen der anhaltenden Gewalt, aber auch wegen Hungers in die Nachbarländer geflohen. In Somalia bekämpfen einander Regierungstruppen und Kämpfer der Islamisten-Miliz Al Shabaab.

Südsudan
In dem jüngsten Staat der Welt (unabhängig seit 2011) liefern sich seit nahezu zwei Jahren die Armee von Präsident Salva Kiir und die Milizen seines früheren Stellvertreters, Riek Machar, blutige Kämpfe um die Macht. Fast 2,5 Millionen Südsudanesen wurden vertrieben.

Nigeria
Das bevölkerungsreichste Land Afrikas wird vor allem im Norden terrorisiert von der Extremisten-Organisation Boko Haram. Auch dort sind 2,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Doch in Nigeria tragen sich laut einer Gallup-Umfrage 40 Prozent der 175 Millionen Einwohner mit dem Gedanken, die Heimat zu verlassen – wenn man ihnen dafür die Möglichkeit böte.

Tschad, Kamerun, Niger
Auch die Nachbarländer Nigerias leiden unter dem Terror von Boko Haram – denn die Dschihadisten, die einen grenzüberschreitenden islamischen Gottesstaat errichten wollen, schlagen auch in diesen Staaten gnadenlos zu. Viele Menschen sind auf der Flucht. Im Tschad wurde wegen der wachsenden Bedrohung zu Wochenbeginn in der Grenzregion zu Nigeria der Notstand ausgerufen.

Kongo
Im Osten des Landes tobt seit fast 20 Jahren ein blutiger Bürgerkrieg um die reichen Bodenschätze der Region. Die Zivilbevölkerung kommt bei den Gefechten zwischen Warlords, Stammesmilizen und der oft korrupten reguläre Armee zwischen die Fronten. Drei Millionen Menschen mussten ihre Dörfer verlassen.

http://kurier.at/politik/ausland/flucht-aus-afrika-vor-krieg-hunger-armut/163.322.235
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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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