Afrika klagt uns an! Millionen hungern, weil wir in den Industrieländern den Klimawandel hervorgerufen haben! Tausende von Nutztieren sind bereits verhungert, Tausende von Brunnen vertrocknet. El Niño ist nur der Anfang Der Boden vertrocknet, die Ernte verbrannt. Wetter-Extrem El Niño hat eine schwere Dürre verursacht. Am Horn und im Süden Afrikas sind bis zu 50 Millionen Menschen betroffen. Schuld daran ist auch der Klimawandel. Wir Deutschen sind der sechstgrößte Verursacher der Treihausgase, geben pro Einwohner im Jahr neun bis zehn Tonnen ab, die Menschen in den armen Ländern nicht einmal eine Tonne. China ist zwar der größte Verursacher, aber liegt pro Einwohner niedriger als die meisten alten Industrieländer! Wir sollten die betroffenen Länder jetzt aus Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit jetzt massiv unterstützen, um den Hunger zu überwinden!

KLIMAWANDEL

El Niño ist nur der Anfang

Der Boden vertrocknet, die Ernte verbrannt. Wetter-Extrem El Niño hat eine schwere Dürre verursacht. Am Horn und im Süden Afrikas sind bis zu 50 Millionen Menschen betroffen. Schuld daran ist auch der Klimawandel.

Frau sammelt vertrocknete Erdnussbüsche ein, Copyright: CAREDie Provinz Inhambane in Mosambik: Eine Farmerin sammelt vertrocknete Erdnussbüsche ein.

Simbabwe, Malawi, Südafrika, Mosambik, Äthiopien – die Dürre am Horn und im südlichen Afrika hat verheerende Ausmaße angenommen. „Viele Menschen haben ihre Nahrungsmittel aufgebraucht und versuchen jetzt, Hühner, Ziegen und Kühe zu verkaufen, um ihre Familien zu versorgen“, sagt Marc Nosbach, Landesdirektor der Hilfsorganisation CARE in Mosambik. Doch mit den Nutztieren gehe den Menschen die letzte Lebensgrundlage verloren. Jetzt schon seien 170.000 Mosambikaner auf Nothilfe angewiesen, sagt Nosbach der DW – doch diese Zahl könne sich in den nächsten Wochen verzehnfachen. Laut CARE sind 14 Millionen Menschen im südlichen Afrika akut von Hunger bedroht.

Das Wetter ist aus den Fugen geraten. Seit über 30 Jahren hat es im südlichen Afrika zwischen den Monaten Oktober und Dezember nicht mehr so wenig geregnet wie im vergangenen Jahr, teilt das UN-Welternährungsprogramm (WFP) mit – und benennt auch gleich einen Schuldigen: El Niño. Das Wetterphänomen tritt in Abständen von zwei bis sieben Jahren auf. In diesem Winter ist es besonders heftig und lang ausgefallen – stärker als in den letzten 35 Jahren.

Simbabwe Dürre HilfslieferungIn der Provinz Masvingo sammeln Kinder am Straßenrand Getreidekörner auf, die von einem Laster mit Hilfslieferungen gefallen sind. Wegen der Dürre hungern allein in Simbabwe 2,5 Millionen Menschen. Das Land hat den Notstand ausgerufen

El Niño kann sich ganz unterschiedlich auswirken: Zum Beispiel führen veränderte Warmwasserströme im Südpazifik in manchen Regionen zu mehr Regen und Überschwemmungen – wie etwa in Teilen Kenias und im südlichen Äthiopien. Andernorts bleibt der Regen ganz aus. In Äthiopien kommen Dürre und Überschwemmungen sogar zusammen. Allein dort sind nach UN-Angaben schon jetzt zehn Millionen Menschen von Lebensmittelspenden abhängig.

El Niño und der Klimawandel

Doch wie kommt es, dass El Niño in diesem Winter so extrem ausgefallen ist? Darauf haben auch Experten keine Antwort. Zwar gebe es Hinweise, dass sich zukünftige El Niño-Ereignisse durch den Klimawandel verstärken könnten – gesichert sei das aber noch nicht, sagt Jacob Schewe. Er beschäftigt sich am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung mit langfristigen Klimaveränderungen. El Niño sei ein „hochgradig unberechenbares“ Wetterereignis, sagt er im DW-Gespräch. Die Ausmaße und Abstände des Phänomens seien starken Schwankungen unterworfen, so dass sich auch über Jahrzehnte kein Trend feststellen lasse.

Auf schlimme Dürren müssten die Menschen am Horn und im südlichen Afrika aber in jedem Fall gefasst sein, so Schewe: „Generell beobachten wir rund um die Welt eine Zunahme in Extremereignissen. Das gilt für Temperaturen genauso wie für Regenfälle.“ Hier spiele eben nicht nur El Niño eine Rolle, sondern auch der vom Menschen verursachte Klimawandel.

Afrika: Klimaerwärmung um bis zu sechs Grad

„Wir können davon ausgehen, dass sich die Effekte von El Niño durch den Klimawandel verstärken“, sagt Marc Nosbach von CARE. Diese Kombination habe im südlichen Afrika schwere Schäden angerichtet. Er berichtet von Gesprächen mit Bauern im Süden des Landes: „Im Dezember und Januar gab es dort nur ein, zwei Tage Regen“, so Nosbach.

Zerstörte Erdnüsse, Copyright: CAREDürre in der Provinz Inhambane in Mosambik: Die Erdnussernte ist zerstört

Die Folge: Die Maisernte werde völlig ausbleiben. Bis Mai werde sich der „El Niño-Effekt“ abschwächen, ist die Hoffnung. Doch erst, wenn im Oktober die nächste Regenzeit beginnt, können die Bauern ihre Felder wieder bestellen. Hilfsorganisationen wie CARE bemühen sich kontinuierlich, die Landwirte für solche Krisen zu wappnen – etwa, indem sie dürreresistentes Saatgut verteilen. Doch wenn mehrere schlechte Ernten aufeinanderfolgen, gehen die Reserven zur Neige – und es bleibt nur noch die Nothilfe.

Und das wird in Zukunft häufiger der Fall sein, sagt Nick Nuttall. Als Pressesprecher des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC) kennt er die Prognosen bis ins Detail. „Seit Beginn des Industriezeitalters ist die Temperatur im Schnitt um ein Grad gestiegen“, sagt Nuttall im DW-Gespräch. Doch in Teilen Afrikas verlaufe die Erderwärmung noch schneller als im globalen Durchschnitt: „Afrika könnte sich bis zum Ende des Jahrhunderts um drei bis sechs Grad erwärmen. Das würde sich vernichtend auf die Ernten und die Menschen auswirken.“

Dem Klima trotzen

Für Klimaexperten Jacob Schewe steht fest: „Wir müssen daran arbeiten, wie wir uns von den Schwankungen zwischen Extremen unabhängiger machen können.“ Zum einen müsse man versuchen, den andauernden Klimawandel weiter zu begrenzen und den am schlimmsten betroffenen Regionen Hilfe anzubieten – so geschehen auf der Pariser Klimakonferenz im vergangenen Dezember. Dort verpflichten sich die UNFCCC-Mitgliedsstaaten, die Entwicklungsländer bis 2020 mit 100 Milliarden Dollar zu unterstützen. Das Geld soll in erneuerbare Energien und andere Projekte gesteckt werden, um den Klimawandel abzumildern. Doch um die Herausforderung zu meistern, sei es entscheidend, dass dieses Geld wirklich fließe, betont Nick Nuttall.

Zum anderen gehe es aber auch darum, zu lernen, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Dafür seien schon viele Schritte gemacht worden – besonders in den betroffenen Ländern entlang der afrikanischen Ostküste. So setze Kenia ein Beispiel, wenn es um Wiederaufforstung gehe, erzählt Nick Nuttal von den Vereinten Nationen. „Eine Gebirgsregion dort, der Mao-Wald, ist Quellregion für zwölf große Flusssysteme. Deshalb gibt es große Bemühungen, dieses Gebiet wieder aufzuforsten.“ Durch die neuen Baumbestände könnten künftige Trockenperioden abgefedert werden, denn die Bäume schützten den Boden vor Erosion und hielten den Niederschlag in der Erde. Das ist Schadensbegrenzung und Prävention zugleich. Denn der Klimawandel begünstigt extreme Wetterphänomene wie El Niño. Und die Zeit lässt sich nicht mehr zurückdrehen.

http://www.dw.com/de/el-ni%C3%B1o-ist-nur-der-anfang/a-19057119

AFRIKA

Afrikas Kampf gegen die Dürre: Immense Aufgaben für die Politik

Weite Teile Afrikas leiden unter einer Rekord-Dürre. Rund 45 Millionen Menschen sind jetzt oder in naher Zukunft auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Haben die Regierungen die Katastrophe im Griff?

Dürre ohne Ende Am Horn von Afrika droht Hungersnot

Äthiopien

Im ehemaligen Wirtschaftswunderland brauchen nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als zehn Millionen Menschen dringend Nahrungsmittelhilfe; bald könnten es doppelt so viele sein.

Das Land sei jedoch besser auf die Hungerkrise vorbereitet gewesen als etwa in den 80er Jahren, sagt Oliver Kirui, Experte von Bonner Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF).

Äthiopien droht Hungerkatastrophe

Die Regierung habe seitdem neue Programme aufgelegt, etwa zur Früherkennung von Dürren und zur ländlichen Entwicklung. Millionen unterversorgte Menschen in chronisch trockenen Gebieten erhalten seit 2005 auch in normalen Jahren Nahrungsmittelhilfe und Bargeld zum Kauf des Allernötigsten. „Auf dieses Netz der offiziellen und der humanitären Organisationen können wir jetzt zurückgreifen“, sagt Claire Seaward von der Hilfsorganisation Oxfam. „Daher konnten wir gezielter und schneller helfen.“

Außerdem wurden in den vergangenen Jahren auch in sehr abgelegenen Regionen Straßen gebaut. Dadurch ist es einfacher, Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete zu transportieren und zu verteilen. Dennoch bleibt die Lage prekär. Bisher hat die Regierung knapp 590 Millionen US-Dollar für die Bekämpfung der Hungersnot zur Verfügung gestellt. Das dürfte in keinem Fall ausreichen. Der Ruf der UN nach insgesamt 1,4 Milliarden Dollar für das laufende Jahr ist ein Alarmzeichen.

Mosambik

In Mosambik herrschen seit Monaten unter zwei gegensätzliche Wetterextreme: Während rund eine halbe Million Menschen im Süden unter extremer Trockenheit leiden, wird der Norden immer wieder von schweren Regenfällen heimgesucht. Bislang sind 45 Menschen durch Überschwemmungen, Stürme oder Blitzschlag gestorben. In ganz Mosambik ist die Ernährung von schätzungsweise 77.000 Menschen akut gefährdet.

Überschwemmungen in Mosambik 
Foto: DW/M. MueiaWährend der Süden Mosambiks unter der Dürre leidet, wird der Norden immer wieder von Überschwemmungen heimgesucht

Alle Minister Mosambiks würden den Lohn eines Tages spenden, um den Opfern der Naturkatastrophen im Land zu helfen, kündigte Premierminister Carlos Agostinho do Rosário an. Bisher gelang es der Regierung, durch Nahrungsmittelhilfe Hungertote zu vermeiden. Das mosambikanische Katastropheninstitut INGC gilt als gut aufgestellt und die Präsenz von Nichtregierungsorganisationen im ganzen Land ist sehr hoch. Das Vereinigte Königreich hat 14 Millionen Euro zugesagt, um die Regierung im Kampf gegen die Dürre zu unterstützen.

Angola

Schon das vierte Jahr in Folge haben Provinzen im Süden Angolas mit Trockenheit zu kämpfen. Insgesamt sind etwa 750.000 Menschen von der Dürre betroffen, Kinder sind besonders gefährdet. Die Regierung hat in den vergangenen Monaten Reis, Mehl, Nudeln, Bohnen und Speiseöl in die Region geliefert und neue Brunnen bohren lassen.

Erschwert wird die Hilfe durch die Wirtschaftskrise aufgrund der rasant fallenden Ölpreise. Von den Milliarden-Einnahmen der Vergangenheit ist nur wenig übrig. Bis auf wenige Großprojekte wie eine Biotreibstoff-Fabrik ist kaum Geld in die Modernisierung der Landwirtschaft geflossen.

Während die Elite des Landes Reichtum anhäuft, herrscht auf dem Land weiter Armut. So mussten die Vereinten Nationen und die Europäischen Union der Regierung im Kampf gegen die Trockenheit mit insgesamt mehr als 12 Millionen Euro unter die Arme greifen.

Simbabwe

Das Land erlebt eine der schlimmsten Hungerkatastrophen seiner jüngsten Geschichte. Fast jeder Fünfte der rund 13 Millionen Simbabwer ist von Mangelernährung bedroht. Die Regierung unter Präsident Robert Mugabe muss hunderttausende Tonnen Getreide importieren. Sein Landwirtschaftsminister hat um rund 1,5 Milliarden Dollar internationale Hilfe gebeten.

Hungernde in Simbabwe sammeln Getreidekörner, die von LKWs mit Hilfslieferungen geweht sind
picture alliance/dpa/T. MukwazhiSchon 2008 mussten Hungernde in Simbabwe Getreidekörner sammeln, die von LKWs mit Hilfslieferungen geweht sind

In Simbabwe wurde keinerlei Vorsorge getroffen, stellte Kirui vom ZEF bei seinen Studien fest. „Es fehlen Fachleute und Notfallpläne.“ Die Koordinierung der Hilfe funktioniere sehr schlecht. Zum Beispiel sei die Dürrebekämpfung auf zwei Ministerien verteilt, deren Aufgaben und Verantwortlichkeiten nicht klar geregelt seien.

Die Regierung hat Anfang Februar den Notstand ausgerufen. Dennoch will Mugabe am kommenden Sonntag seinen 92. Geburtstag mit einer Eine-Million-Dollar-Party feiern – in Masvingo, der von der Dürre am stärksten betroffenen Provinz.

Malawi

In Malawi sind 2,8 Millionen Menschen akut vom Hunger bedroht. Die Ernte des vergangenen Jahres ist wegen eine großen Flut nur sehr schlecht ausgefallen. Laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF ist die Regierung mit dem Krisenmanagement überfordert.

Ein Sack voll Mais in Malawi
Foto: Reuters/M. HutchingsWie hier in Malawis Hauptstadt Lilongwe werden in voraussichtlich allen Ländern des südlichen Afrikas die Preise für Mais steigen

Seaward von der Hilfsorganisation Oxfam, die schon seit Jahren ein wie in Äthiopien bestehende „Safetynet program“ mit Saatgut und Barzahlungen an Bedürftige unterstützt, meint dagegen: „Die Regierung nimmt die Krise sehr ernst.“ Sie habe rechtzeitig vor der Dürre gewarnt. Selbst wenn die Behörden nicht die Mittel und die Logistik besäßen, die Hilfen eigenständig in die Regionen auszuliefern, hätten sie die Koordination sämtlicher Hilfsorganisationen übernommen. „Das ist wirklich eine gute Sache“ sagt Seaward.

Südafrika

Nach Schätzungen der Weltbank hat die Dürre in Südafrika bisher rund 50.000 Menschen in die Armut getrieben. Das Land wird von der schlimmsten Dürre seit mehr als 100 Jahren erschüttert. Die Regierung von Jacob Zuma hat die anfänglich umgerechnet 20 Millionen Euro zur Dürrebekämpfung um weitere rund 60 Millionen Euro aufgestockt.

Die Maisernte wird um rund 25 Prozent geringer ausfallen als in normalen Jahren. „Das betrifft die gesamte Region, erklärt Oxfam-Expertin Seaward. Denn fast alle Nachbarländer importieren in normalen Jahren das wichtigste Grundnahrungsmittel aus Südafrika. Jetzt müssen sie mit Preisanstiegen und Engpässen beim größten Maisproduzenten der Region rechnen.

Wasserverteilung in Südafrika
Foto: picture-alliances/dpa//K. LudbrockSüdafrikas Wasserprobleme sind zum Teil selbst verschuldet

ZEF-Mann Kirui lobt das bereits 2003 geschaffene Nationale Dürre-Forum, das Strategien zur Dürrebekämpfung diskutiert und verabschiedet hat. Aber auch die Landwirte müssten ihren Teil beitragen und mehr dürre-resistente Maissorten pflanzen als bisher, so Kirui. „Wenn sie das nicht tun und es Missernten gibt – hat dann die Regierung versagt?“

Kritiker monieren dagegen, dass vor allem der Wassermangel hausgemacht sei. Ein Wasser-Ministerium mit ständig wechselndem Personal habe bestehende Szenarien zur Dürrebekämpfung nicht zur Kenntnis genommen. Laut der staatlichen Water Research Commission geht die Hälfte des Wassers für Städte und Gemeinden durch Lecks in maroden Rohrleitungen verloren. 6500 Gemeinden stünden vor ernsthaftem Wassermangel.

Mitarbeit: Johannes Beck

http://www.dw.com/de/afrikas-kampf-gegen-die-d%C3%BCrre-immense-aufgaben-f%C3%BCr-die-politik/a-19068982

Die größten CO2-Emittenten

Hongkong bei Nacht(c) XtravaganT/Fotolia.com

Rund die Hälfte der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger wird allein von den vier Staaten China, den USA, Russland und Indien verursacht. Zwischen 1990 bis 2007 sind – trotz aller Klimaschutzdebatten – diese globalen CO2-Emissionen aus Kohle, Erdöl und -gas nach jüngsten Zahlen der Internationalen Energieagentur von rund 21 auf 29 Mrd. Tonnen pro Jahr gestiegen. Fast die Hälfte dieses Zuwachses wurde in China verursacht. Die Volksrepublik hat 2007 die USA als weltgrößten Klimagas-Emittenten abgelöst – zusammen sorgen diese beiden Großverschmutzer für mehr als 40 Prozent der globalen Gesamtemissionen.

Ranking CO2-Emissionen in Mt Anteil an den weltweiten Emissionen in %
1. China 7999,6 25,6
2. USA 5287,2 16,9
3. Indien 1745,1 5,6
4. Russland 1653,2 5,3
5. Japan 1186,0 3,8
6. Deutschland 747,6 2,4
7. Südkorea 587,7 1,9
8. Kanada 529,8 1,7
9. Iran 521,0 1,7
10. Saudi-Arabien 457,3 1,5
Quelle: International Energy Agency: CO2 Emissions from Fuel Combustion, 2013 Edition

Deutschland ist also der sechstgrößte Treibhausgas-Verursacher der Welt – obwohl sich Deutschland oft als Klimaschutz-Vorreiter lobt und die Emissionen hierzulande zwischen 1990 und 2008 bereits um 22,2 Prozent gesunken sind.

Eine ganz andere Reihenfolge ergibt sich, wenn die Treibhausgas-Emissionen pro Einwohner eines Landes ausgewertet werden. China rangiert mittlerweile auf Platz 51 der Weltrangliste – noch hinter den schon lang entwickelten Industriestaaten (Deutschland: Platz 27 mit knapp zehn Tonnen). Auch in anderen Schwellen- und Entwicklungsländern sind die Pro-Kopf-Emissionen immer noch bedeutend niedriger als in Industrienationen. Ein Inder verursacht im Schnitt pro Jahr unter anderthalb Tonnen CO2 (Platz 108), wobei nur 43 Prozent der Bevölkerung überhaupt Zugang zu Elektrizität haben. In den ärmsten Ländern der Welt liegt der Pro-Kopf-Ausstoß mit Jahreswerten von unter einer Tonne CO2 sogar noch niedriger. Was vor allem vor dem Hintergrund der Folgen des Klimawandels mehr als ungerecht ist: Die größten Klimafolgen müssen von den ärmsten Ländern der Welt getragen werden, also von denen, die am wenigsten zur Erwärmung beigetragen haben.

Klimaexperten schlagen deshalb vor, für eine gerechte Verteilung von Klimaschutzbemühungen nicht auf die absoluten Emissionszahlen der Staaten zu schauen, sondern deren Pro-Kopf-Werte. Vor dem UN-Klimagipfel im 2009 in Kopenhagen hatte etwa der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen einen sogenannten „Budgetansatz“ skizziert: Auf wissenschaftlicher Basis solle ermittelt werden, wie viel Treibhausgase künftig pro Jahr weltweit noch ausgestoßen werden dürfen, um die Erderwärmung unter der wichtigen Grenze von 2 °C zu halten. Diese Menge möge dann auf die Weltbevölkerung von rund 6,9 Milliarden Menschen im Basisjahr 2010 verteilt werden – daraus ergäben sich eine „Kopfpauschale“ von rund fünf Tonnen Kohlendioxid. Damit hätten Schwellen- und Entwicklungsländer noch „Luft“ für Wachstum und Entwicklung. Hingegen müssten die für den menschengemachten Klimawandel historisch verantwortlichen Industrieländer ihren Ausstoß pro Einwohner deutlich reduzieren.

http://www.co2online.de/klima-schuetzen/klimabilanz/die-groessten-co2-emittenten/

DIE GRÖSSTEN VERURSACHE

Es gibt eine Vielzahl von Treibhausgasen, die direkt emittiert werden und einen Einfluss auf den Treibhauseffekt und somit auf das Klima haben. Die wichtigsten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) und die halogenierten Kohlenwasserstoffe sollen im Folgenden in ihrer relativen Relevanz, ihren Konzentrationsentwicklungen und Emissionsquellen dargestellt werden.

Den drei Gasen Kohlendioxid, Methan und Lachgas ist gemeinsam, dass ihre Konzentrationen in der Atmosphäre seit der Industrialisierung stark zugenommen haben (vgl. Abbildung 7). Für die halogenierten Kohlenwasserstoffe ist das Bild differenzierter.

Abbildung 7: Konzentrationen der drei Treibhausgase CO2, Methan und Lachgas (Nitrous Oxide) in den vergangenen zweitausend Jahren
Einheiten ppm = parts per million, ein Teil von 1.000.000; ppb = parts per billion, ein Teil von 1.000.000.000; 
Quelle: IPCC2007b, S. 135.

So hat sich im Zeitraum zwischen 1750 (Beginn der Industrialisierung) und 2011 die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre von 278 ppm auf 390,5 ppm erhöht, die von Methan von 722 ppb auf 1803 ppb und die von Lachgas ist von 270 ppb auf 324 ppb gestiegen (IPCC 2013b, S. 11, 167, 168 & 467).

3.1 KOHLENDIOXID
Abbildung 8: Atmosphärische CO2 Konzentrationen im Zeitraum von 1960 und bis 2010
als Trockenluftmengenanteilen in ppm = parts per million (dt. Teile pro Millionen), rot = monatliche Messungen (Durchschnitt) auf Hawaii und am Südpol ; blau = wöchentliche Auswertung;
Quelle: IPCC 2013b, S. 167.

Auch wenn CO2 im Vergleich zu vielen anderen Gasen ein weniger starkes Treibhauspotenzial hat, ist es durch die großen in der Atmosphäre enthaltenen Mengen maßgeblich für den Treibhauseffekt verantwortlich. Die anthropogene Erhöhung der CO2-Konzentration (vgl. Abbildung 8) dominiert daher die öffentliche Diskussion über den Klimawandel.

CO2 entsteht insbesondere bei Verbrennungsprozessen von fossilen und biogenen Rohstoffen, wird aber auch bei Stoffwechselprozessen freigesetzt. Die fossilen und biogenen Rohstoffe enthalten Kohlenstoffverbindungen, bei deren Verstoffwechselung oder Verbrennung Energie entsteht. Vereinfacht dargestellt verbindet sich bei deren Abbau oder Verbrennung der enthaltene Kohlenstoff mit Sauerstoff unter Freisetzung von Energie.

Unter den fossilen Energieträgern verursacht die Verbrennung von Kohle die höchsten CO2 Emissionen pro zur Verfügung gestellter Energiemenge: Obschon Kohle im Jahr 2011 „nur“ 28,8 % der weltweit genutzten Primärenergie lieferte, entfielen 44 % der CO2 Emissionen aus der Energieerzeugung auf Kohle.7

Neben der Verbrennung fossiler Energieträger führt Landnutzungsänderung zu einer beträchtlichen anthropogenen CO2-Emission. Durch Änderung der Landnutzung kann das Vermögen des Bodens, Kohlenstoff in Form von organischer Substanz zu speichern, vermindert werden. Dieser wird bei der Zersetzung in Form von CO2 oder Methan frei gesetzt. Auch wird bei einer Landnutzungsänderung in der Regel die bestehende Pflanzendecke entfernt (z. B. Rodung von Regenwäldern). Diese Pflanzen werden verbrannt, verrotten vor Ort oder werden in kurzlebige Produkte eingebunden. Hierdurch entstehen ebenfalls CO2 Emissionen.

7 IEA 2013 Key world energy statistics.

3.2 METHAN

Methan entsteht durch biologische sowie geologische Prozesse. Biologisch entsteht es bei der mikrobiellen Zersetzung von Biomasse unter sauerstoffarmen (anaeroben) Bedingungen. Diese Bedingungen herrschen natürlicherweise u. a. in Mooren und Feuchtgebieten, aber auch in Teilen der Ozeane vor.

Methan ist der wesentliche Bestandteil von Erdgas und kommt zudem assoziiert mit Öl und Kohle vor. Die Förderung, der Transport und die Nutzung von Erdgas, aber auch die Förderung von Erdöl und Kohle geht mit Verlusten von Methan an die Atmosphäre einher.

Der Mensch schafft zudem Bedingungen, unter denen Methanproduktion durch den Stoffwechsel der Mikroorganismen ablaufen kann. Dies geschieht z. B. in Biogasanlagen (Vergärung von Biomasse wie Mais, Speiseabfälle, Gülle) oder in Faultürmen (Klärschlamm). Auch Mülldeponien, in denen auch organische Substanzen eingebracht wurden, bieten Bedingungen zur Methanbildung.

Landwirtschaft und Viehzucht ist eine weitere Methanquelle. Insbesondere im Reisanbau herrschen zeitweise anaerobe Bedingen, die zu Methanemissionen führen. Methanproduktion erfolgt natürlicherweise auch im Verdauungstrakt von Wiederkäuern.

Für Methan besteht ein positiver Rückkopplungsmechanismus: Durch die Erwärmung des Klimas taut der zuvor dauerhaft gefrorene Permafrostboden in hohen Breiten auf. Die durch die erhöhten Bodentemperaturen nun mögliche mikrobielle Zersetzung der Kohlenstoffvorräte der Permafrostböden setzt verstärkt Methan frei, das wiederum als Treibhausgas zur Erhöhung der Lufttemperatur beiträgt.

Ferner liegt Methan in sehr großer Menge auf dem Meeresgrund bei niedrigen Temperaturen und hohem Druck als sog. Methanhydrat gebunden vor. Methanhydrat ist gefrorenes Wasser, in dessen Kristallstruktur Methan eingebunden ist. Langfristig könnte sich durch die Klimaerwärmung auch das Meerwasser in großen Tiefen der Ozeane erwärmen, was zu einer Freisetzung von Methan in den Ozean und partieller Ausgasung an die Atmosphäre führen würde.

3.3 LACHGAS

In die Atmosphäre frei gesetztes Lachgas (Distickstoffmonoxid, N2O) hat sowohl natürliche als auch anthropogene Quellen.

Natürliche Quellen sind die Ozeane, feuchte Wälder, Grasland und Böden in tropischen Regionen. Hierbei bildet sich das N2O durch biologische Umwandlungsschritte des natürlichen Stickstoffkreislaufes (Nitrifikation und Denitrifikation). Auch entsteht N2O durch Blitzeinschlag.

Anthropogene Quellen sind die Landwirtschaft, Verbrennungsprozesse (Kraftwerke & Fahrzeuge) und chemischen Synthesen. Bei der Herstellung von Kunstdünger wird nicht reaktiver Luftstickstoff in eine reaktive Stickstoffverbindung umgewandelt. Im Laufe der Umsetzungsprozesse in der Landwirtschaft (im Boden, bei der Tierhaltung, Ausbringung von Wirtschaftsdünger) entsteht daraus dann u. a. Lachgas. Chemische Synthesen, bei denen in denen N2O als Nebenprodukt auftritt, sind die Herstellung von Salpeter- und Adipinsäure.

3.4 HALOGENIERTE KOHLENWASSERSTOFFE

Kohlenwasserstoffe, bei denen ein oder mehrere Wasserstoffatome eines Kohlenwasserstoffes durch ein Halogenatom (Fluor, Chlor, Brom, Iod) ersetzt ist, bilden die Gruppe der halogenierten Kohlenwasserstoffe.

Halogenierte Kohlenwasserstoffe werden als Industriechemikalien für die verschiedensten Anwendungen benötigt (z. B. als Lösemittel, Kältemittel, Isolationsmittel). In den 1980er Jahren zeigte sich eine ozonschädigende Wirkung der bis dahin viel eingesetzten Chlorfluorkohlenwasserstoffe (CFKW). Als Ersatzstoffe kamen zunächst Fluorchlorkohlenwasserstoffe (H-FCKW) und zunehmend Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) zum Einsatz. Auch wenn diese Ersatzstoffe die Ozonschicht weniger oder gar nicht schädigen, zeichnen sie sich durch z. T. sehr großes Treibhauspotenzial aus.8

8 Dies gilt insbesondere für die derzeit noch viel verwendeten Fluorkohlenwasserstoffe. Folgerichtig ist die Diskussion um die ozonschädigende Wirkung von Chemikalien mit der Wirkung als Treibhausgas zu verknüpfen.

 

http://www.ecodesignkit.de/grundlagen/a1-ausgewaehlte-umweltwirkungsbereiche/a11-klimawandel/die-groessten-verursacher/

Advertisements

Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s