„Frieden ohne interreligiösen Dialog und Besinnung auf das Gemeinsame ist nicht möglich“. Deutsch-Türkisches Journal stimmt Entwicklungsminister Müller zu und erinnert an ähnliche Mahnung des Türken Gülen!

Gerd Müller

Über die Rolle der Religionen für den Weltfrieden

Was für den Frieden in der Welt notwendig ist

Vorletzte Woche hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) auf der internationalen Konferenz „Partner für den Wandel – Religionen und die Agenda 2030 der UN Sustainable Development Goals“ eine interessante Rede zur Rolle von Religionen in der Entwicklungspolitik gehalten.

Er führte aus, dass weltweit 8 von 10 Menschen angeben, sich einer Religion verbunden zu fühlen. Ohne den Beitrag von Religionen werde man globale Probleme nicht lösen können, weshalb wir unser Verhältnis zu religiösen Organisationen nicht dem Zufall überlassen dürften und sie stärken müssten. Gerade in Zeiten, in denen Religion für Gewalt und Terror missbraucht wird, müsse man sie als Teil der Lösung und nicht als Teil des Problems begreifen. Solange es keinen Frieden zwischen den Religionen gibt, könne es auch keinen Frieden zwischen den Völkern geben. Damit sei der Frieden ohne den interreligiösen Dialog nicht möglich.

Während ich mir diese Rede anhörte, konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Rede, mit der Gerd Müller eine neue strategische Öffnung der deutschen Entwicklungspolitik einläutete, erinnerte mich an die Worte Fethullah Gülens vor 20 Jahren.

In einem Interview vom 9. Februar 1998 mit der türkischen Zeitung „Akşam“ wies Herr Gülen ausdrücklich darauf hin, dass der Islam keine konfrontative, gewaltsame oder gar terroristische Religion sei, sondern im Gegenteil eine Religion, die auf Liebe, Barmherzigkeit, Vergebung und Toleranz basiert. Bereits damals unterstrich Gülen die Bedeutung des interreligiösen Friedens für den Weltfrieden: „Im Kern jeder Religion finden sich dieselben Lehren. Deswegen sollten wir den historischen Konflikten zwischen Religionen endlich abschwören und einen harmonischen Dialogprozess anstoßen, um unserer Welt, die bereits genug unter Kriegen und Konflikten gelitten hat, eine friedliche Zukunft zu ermöglichen. Daran zu arbeiten, sehe ich als meine Pflicht an.“

In einer Zeit, in der einige den „Kampf der Kulturen“ heraufbeschwören, beharrte Gülen auf den friedenschaffenden Dialog zwischen Kulturen und Religionen.

In einem weiteren Interview mit der Zeitschrift „Aksiyon“ am 14. Februar 1998 wiederholte er diese Standpunkte und führte sie weiter aus: „Der Islam und das Christentum sind heute die Religionen mit den meisten Angehörigen auf der Welt. Auch gibt es weltweit eine Vielzahl von Buddhisten und Hinduisten. Das Judentum, obwohl es keine vergleichbar große Gemeinschaft hat, ist eine genauso wichtige Religion. Es ist eine unverkennbare Realität, dass der erste Schritt zu einem globalen Frieden über einen Dialog zwischen den Religionen führt, bei dem sich die Religionszugehörigen auf ihre Gemeinsamkeiten besinnen. Der interreligiöse Dialog ist bereits seit Langem überfällig.“

Die Notwendigkeit dieser Ideen hat Gülen auf verschiedensten Plattformen mehrmals wiederholt, so auch bei einem weiteren Interview mit DTN am 16. Juni 2011. Darin bringt er zum Ausdruck, dass er Religion nicht als konflikttreibende Kraft, sondern als ein Treiber für Eintracht und Versöhnung verstehe: „Wir wünschen uns, dass die Zugehörigen verschiedener Religionen die falschen Ansichten übereinander, die sie aufgrund der Geschichte und der falschen Vorurteile gegeneinander pflegen, korrigieren, jeden so akzeptieren, wie er ist, wie er glaubt und sich gemeinsam um das Ideal des Zusammenlebens in Frieden sammeln. Darauf aufbauend sollen sie die Beziehungen zueinander gestalten.“ Bereits seit über 20 Jahren zeichnet Gülen eine Vision für ein friedvolles Miteinander. In einer Zeit, in der über einen dritten Weltkrieg spekuliert wird, zeichnet auch der deutsche Entwicklungsminister den gleichen Pfad zum Weltfrieden. Es ist höchste Zeit, dass diese Ideen ausführlich debattiert und diese Wege gegangen werden.

Gelehrte aller Religionen müssen sich ihrer gemeinsamen Verantwortung bewusst werden und an gemeinsamen Lösungen für Krieg, Terror, Armut, Rassismus, Drogenabhängigkeit, Umweltverschmutzung, Militarisierung, AIDS, Einschränkung der Rechte von Frauen, Kinder sowie Minderheiten, massive Ungleichverteilung von Wohlstand und weiteren Problemen der Menschheit arbeiten.

Eine Welt in Frieden kann nur durch die gemeinsamen Anstrengungen der Gelehrten verschiedener Religionen erreicht werden. Ja, Herr Müller sie haben Recht. Ohne einen Frieden zwischen den Religionen kann es keinen Frieden auf der Welt geben. Und ohne einen interreligiösen Dialog kann es keinen Frieden zwischen den Religionen geben.

http://www.dtj-online.de/was-fuer-den-frieden-in-der-welt-notwendig-ist-71384

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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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