Int. Tag gegen Rassismus: Rassismus zum Thema machen – er hat in Europa und als Einstellung in Europa gegenüber anderen Kontinenten eine böse Tradition!

Rassistische Vorurteile treten immer offener zu Tage – auch in Deutschland
18.03.2016, 15:56

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März fordert Amnesty Politik und Behörden dazu auf, konsequenter gegen rassistische Übergriffe vorzugehen

„In vielen Ländern Europas treten rassistische Ressentiments in Gesellschaft und Politik immer offener zu Tage. Das zeigt sich unter anderem an den Erfolgen rechtspopulistischer Parteien in Frankreich, den Niederlanden, Polen, Ungarn – und auch in Deutschland“, sagt Selmin Çaliskan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus am 21. März. „Gerade im Umgang mit den vielen schutzsuchenden Menschen zeigt sich, wie tief verwurzelt rassistische Vorurteile sind“, so Çaliskan.

Deutschland erlebt seit Monaten eine drastische Zunahme rassistisch motivierter Gewalt. 1005 Mal sind Flüchtlingsunterkünfte nach Angaben des Bundeskriminalamts im vergangenen Jahr zum Ziel rassistisch motivierter Straftaten geworden. Damit hat sich die Zahl dieser Angriffe im Vergleich zum Jahr 2014 verfünffacht.
„Fast täglich kommt es in Deutschland zu rassistischen Übergriffen. Das zeigt, dass die Hemmschwelle für Gewalt gegen Schutzsuchende, Migrantinnen und Migranten sowie Menschen, bei denen ein Migrationshintergrund vermutet wird, deutlich gesunken ist“, sagt Çaliskan. „Nur jede vierte Tat wird aufgeklärt, diese niedrige Aufklärungsquote ist für einen Rechtsstaat wie Deutschland absolut inakzeptabel. Die Behörden müssen ein deutliches Zeichen setzen und rassistische Täter konsequenter verfolgen und bestrafen. Jeder Mensch in Deutschland muss sich darauf verlassen können, dass der Staat ihn beschützt – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Sprache oder sexueller Orientierung.“

Ein Grund dafür, dass Rassismus in Deutschland wieder gesellschaftsfähig geworden ist, liegt auch im jahrelangen Versagen von Politik und Behörden, rassistische Vorurteile einzudämmen. „Statt sich deutlicher von rassistischer Hetze zu distanzieren, haben viele Politikerinnen und Politiker zu wenig gegen Rassismus getan; einige haben selbst Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht und diffuse Ängste geschürt – und so dazu beigetragen, dass Rassismus in vielen Teilen der Bevölkerung gesellschaftlich akzeptiert wird“, so Çaliskan. „Unter dem Deckmantel des ‚besorgten Bürgers‘ bekennen sich inzwischen immer mehr Menschen in Deutschland zu rassistischen Parolen und unterstützen so auch gegen Flüchtlinge gerichtete Gewaltfantasien von Schießbefehlen an der Grenze.“

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus am 21. März fordert Amnesty von Politik und Behörden, dass sie Rassismus als Problem in Deutschland ganz oben auf ihre Agenda setzen. „Es ist absolut notwendig, dass endlich anerkannt wird, dass Rassismus in Deutschland ein Problem ist. Parteien und Behörden sind jetzt gefordert, parteipolitische Interessen hinter sich zu lassen, um gemeinsam mit der Zivilgesellschaft dafür Sorge zu tragen, dass die Menschenrechte jedes Einzelnen in Deutschland gewahrt werden“, sagt Çaliskan.“

Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle.

Internationaler Tag gegen Rassismus 2016
21. März 2016 in der Welt

Als Gedenktag zur Erinnerung an das Massaker von Sharpeville 1960 wird am 21. März 2016 der Internationale Tag gegen Rassismus veranstaltet. Diskriminierung aufgrund unterschiedlicher Hautfarbe oder Herkunft ist ein wichtiges Thema und ein weltweites Problem. Problematisch sind außerdem die Verfolgung und Benachteiligung von Menschen durch kulturelle Unterschiede oder verschiedene Glaubensrichtungen. Der Internationale Tag gegen Rassismus soll auf diese Probleme hinweisen.

Gemälde zum Sharpeville-Massaker in Südafrika

https://prezi.com/suknxfxazeme/das-massaker-von-sharpeville/

Die offizielle Bezeichnung des Tages lautet „Internationaler Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung“, er wird jährlich im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus ausgerichtet. Durch zahlreiche Veranstaltungen versuchen verschiedene Organisationen und Einrichtungen die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren. Koordiniert wird die Aktion in Deutschland durch den Interkulturellen Rat. Dieser stellt auch Materialien zur Verfügung, um diesen Tag in Kindergärten und Schulen entsprechend zu begehen.

Die Bedeutung des Internationalen Tages gegen Rassismus geht über die rein physische Gewalt der Rassendiskriminierung hinaus: Auch der subtile und schleichende Rassismus im Alltag stellt ein erhebliches Problem dar. Zum Beispiel durch Vorurteile gegenüber Andersgläubigen oder Personen mit anderer Nationalität, entsteht ein sozialer Kontrast, der die Bevölkerung stets weiter auseinander bringt. Aus diesem Grund sollen an diesem Tag starke Impulse gesetzt werden, die sich auch auf die restlichen Tage des Jahres auswirken.

Beim Massaker von Sharpeville fanden sich rund 200.000 Menschen zusammen, um gegen das Apartheid-Regime zu demonstrieren. Trotz der gewaltfreien und friedlichen Protestaktion eskalierte die Situation und es kam zu ersten Schüssen der Polizei. Die in Panik fliehenden Demonstranten wurden weiterhin von der Polizei beschossen. 69 Menschen verloren ihr Leben, hunderte wurden teils schwer verletzt. Sechs Jahre nach diesem Ereignis rief die UNO mit dem Internationalen Tag gegen Rassismus einen entsprechenden Gedenktag aus.

Wo ist Tag gegen Rassismus?
Weltweit
Welt
Homepage Der Text „Internationaler Tag gegen Rassismus“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

Was ist Rassismus? – Definitionen

Es gibt keine allgemein akzeptierte Definition von Rassismus. Viele Kontroversen über die Bedeutung des Wortes «Rassismus» erklären sich daraus, dass eine enge und eine weite Bedeutung des Ausdrucks parallel genutzt werden.

Klassisches Konzept von «Rassismus» (enge Bedeutung)

Rassistisch sind Ideologien, welche die Menschheit in eine Anzahl von biologischen Rassen mit genetisch vererbbaren Eigenschaften einteilen und die so verstandenen «Rassen» hierarchisch einstufen.

Das klassische Konzept war vorherrschend in der Epoche des europäischen Kolonialismus und Imperialismus bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese pseudo-biologische Ideologie diente vor allem der Rechtfertigung kolonialistischer Praktiken.

Verallgemeinertes Konzept von «Rassismus» (weite Bedeutung)

«Rassismus umfasst Ideologien und Praxisformen auf der Basis der Konstruktion von Menschengruppen als Abstammungs- und Herkunftsgemeinschaften, denen kollektive Merkmale zugeschrieben werden, die implizit oder explizit bewertet und als nicht oder nur schwer veränderbar interpretiert werden.» (Johannes Zerger, Was ist Rassismus?, Göttingen 1997, S.81).

Diese Definition erweitert den Anwendungsbereich des Ausdrucks «Rassismus» von den biologisch aufgefassten «Rassen» auf alle Arten von Abstammungsgruppen, die als andersartig dargestellt werden. Eine Erläuterung zu dieser verallgemeinerten Definition finden Sie auf einem separaten Arbeitsblatt:

Viel Beachtung fand in der neueren Diskussion auch ein Definitionsvorschlag von Albert Memmi:

«Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.» (Albert Memmi, Rassismus, Frankfurt a.M. 1987, S.164)

Juristisches Konzept

Auch im rechtlichen Sinn gibt es keine einheitliche, formelle Definition von Rassismus. Nahe an der Rechtspraxis ist das Verständnis von «rassistischer Diskriminierung» als dem Inbegriff von Ungleichbehandlungen, Äusserungen oder Gewalttaten, die bewirken oder beabsichtigen, dass Menschen wegen ihrer äusseren Erscheinung («Rasse») oder ihrer Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nationalität oder Religion herabgesetzt werden.

Problematik des «Rasse»-Begriffs in der Gesetzgebung

Wenn in Verfassungs- oder Gesetzestexten der Begriff «Rasse» vorkommt (wie zum Beispiel im StGB Art. 261bis), so schafft die Verwendung dieses Begriffs einen Widerspruch. Denn der Begriff «Rasse» wird unterdessen als ein rassistisches Konzept, das heisst als typisches Element von rassistischen Ideologien, aufgefasst. Die Auseinandersetzung mit dieser terminologischen Schwierigkeit hat im deutschsprachigen Raum erst begonnen:

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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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