Die Suche nach Lösungen der Umweltprobleme ist eine der schwierigsten Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben der Weltgemeinschaft

Ein globales Problem: Die Entsorgung giftiger Abfälle

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Ansätze zur Überwindung der Umweltkrise

Die Suche nach Lösungen der Umweltprobleme ist eine der schwierigsten Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben der Weltgemeinschaft

Neben veränderten weltwirtschaftli­chen Rahmenbedingungen (vgl. S. 38 ff.) und voranschreitendem Bevölkerungswachstum (vgl. S. 91 ff.) sind auch interne politische, ökonomische und soziale Faktoren für Umweltprobleme in Industrie- und Entwicklungsländern verantwortlich, z. B.:

• Schwache, nicht reformfähige oder reformunwillige Regierungen stehen dringend erforderlichen Wirtschafts- und Sozialreformen im Wege.

• Im Zielkonflikt zwischen Wirtschaft und Umwelt haben viele Regierungen – nicht nur im Norden, sondern auch im Süden und Osten – der Kostenentlastung für die Wirtschaft den Vorrang gegeben, um ihre Wettbewerbsfähigkeit und die Exporterlöse zu sichern.

• Wachsende Armut, z. B. in den Ländern Subsahara-Afrikas (S. 84 ff.), drängt Umweltproble­me beiseite.

• Erzeugerfeindliche Steuer- und Abgaben­systeme erschweren umweltverträgliche Innovationen.

Global denken, lokal handeln

Vielen Menschen in den Industrieländern, aber auch in den Entwicklungsländern ist inzwischen bewusst geworden, dass die Zerstörungen und Belastungen der Umwelt eine globale Dimension erreicht haben und damit eine existenzielle Bedrohung für die gesamte Menschheit darstellen. Es wächst die Einsicht, dass die Ursache dafür die Menschen selbst sind und nur Veränderungen ihres Handelns aus der Krise führen können. Ein hohes Maß an Verantwortung tragen die Industrieländer durch ihren hohen Ressourcenverbrauch, dessen Folgen insbesondere auch die Entwicklungsländer treffen.

Die Suche nach Lösungen der Umweltprobleme ist zwar eine der schwierigsten Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben der Weltgemeinschaft, aber es gibt hoffnungsvolle Ansätze, die Mut machen, z. B.:

• Internationale umwelt- und entwicklungspolitische Vereinbarungen (U47, U48),

• Ansätze für eine neue Weltordnungspolitik in Verbindung mit der Diskussion sozialethischer Grundfragen (U50),

• Ansätze zu Änderungen globaler marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen (U49, S. 55 ff.),

• Anstrengungen zur Umsetzung umwelt- und entwicklungspolitischer Zielsetzungen und Leitbilder auf nationaler Ebene,

• Fortschritte in der Entwicklung von Umwelttechnologien,

• Zunehmendes zivilgesellschaftliches Engagement im Bereich Umwelt und Entwicklung.

Und doch: In Industrieländern besteht zwar in breiten Bevölkerungsschichten die Einsicht, dass sich im Umweltbereich Grundlegendes ändern muss (U37, U38); in der Regel neigt aber der Einzelne zu der Annahme, dass er allein nichts bewirken könne (U20). In Entwicklungsländern wiederum haben für den Einzelnen oft andere existenzbedrohende Probleme (Armut, Arbeitslosigkeit, Nahrungsmangel) Vorrang vor Umweltproblemen.

Trotz unterschiedlicher Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Zielvorgaben gilt: Je länger der Beginn von Veränderungen hinausgeschoben wird, desto größer werden die Gefährdungen und Kosten und umso einschneidender müssen die Maßnahmen zur Abwehr und späteren Überwindung der Gefahren sein. Und was passiert, wenn Irreversibles geschieht!?

Mehr und mehr wird die Politik bei der Durchsetzung ihrer Ziele durch Bürgeraktivitäten unterstützt oder auch zum Handeln genötigt. Letztendlich hängt es vom Handeln der Bürger heute ab, ob auch zu­künftigen Generationen ein gesichertes Leben ermöglicht wird. Zahlreiche Beispiele umweltverträglichen Handelns im Norden wie im Süden ermutigen und regen zur Nachahmung an.

Im Süden z. B.:

• Errichtung von Erosionsschutzanlagen (u. a. Terrassen, hangparallele Steinwälle),

• Nutzung erneuerbarer Energien (u. a. Biogas, Sonnenkollektoren, Bauholz sparende Lehmöfen zur Überwindung der Brennholzkrise),

• Wechsel von kapital- und energieintensiven Investitionen zu arbeitsintensiven,

• Verbreitung der Ernährungsbasis durch Aquakulturen,

• Belebung traditioneller, ökologisch bewährter Bodennutzungssysteme (u. a. gemischter Anbau, Damm-, Hügel-, Beet­kulturen im afrikanischen Hackbau; (Bild unten).

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Dammkulturen sind eine umweltschonende Bodennutzung im afrikanischen Hackbau (Bild Karl Engelhard)

Im Norden z. B.:

• Gründung von PKW-Fahrgemein­schaf­ten,

• ökologisch Bauen (z. B. Energiesparhäu­ser), Gebäudesanierung (u. a. Wärmedäm­mung, Austausch der Heizung, Erneuerung der Fenster), Verwendung erneuerbarer Energien zur Senkung des Verbrauchs nichterneuerbarer Energie (u. a. Sonnenkollektoren, Fotovoltaik, Erdwärme(-pumpen),

• stärkere Nutzung von Windenergie zur Elektrizitätserzeugung,

• Bürgerinitiativen zur Nutzung erneuerbarer Energien,

• umweltschonender Umgang mit Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmitteln,

• Abfallkreislaufwirtschaft und Recycling,

• Minimierung des Stoffeinsatzes durch neue Techniken (u. a. Glasfaserkabel statt Kupferkabel),

• Initiative „Fairer Handel“ (U51)

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• Maßnahmhttp://www.omnia-verlag.de/weltimwandel/php/start.php?id=3905&bc=-3905en (Projekte) im Rahmen der „Lokalen Agenda 21“ (C69, C71),

• Vielfältige zivilgesellschaftliche Initiativen im Bereich Entwicklung und Umwelt (S. 198 ff.).

Karl-Heinz Otto

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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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