Wollen wir warten, bis die erste Atomrakete abgefeuert ist? Der als mutiger Journalist vielfach ausgezeichnete John Pilger (GB/Australien) mahnt: Brecht die Stille auf über den Weg in einen neuen Weltkrieg! Er hat bereits begonnen! Das Risiko eines Atomkrieges wird größer! Es wird uns verschwiegen! Wo sind diejenigen, die die Stille beenden, die Dissidenten, mutige Aktionen für eine gerechtere und friedliche Welt?

Wollen wir warten, bis die erste Atomrakete abgefeuert ist? Der als mutiger Journalist vielfach ausgezeichnete John Pilger (GB/Australien) mahnt: Brecht die Stille auf über den Weg in einen neuen Weltkrieg! Er hat bereits begonnen! Das Risiko eines Atomkrieges wird größer! Es wird uns verschwiegen! Wo sind diejenigen, die die Stille beenden, die Dissidenten, mutige Aktionen für eine gerechtere und friedliche Welt? 

Hier seine Argumente (zusammengefasst aus dem englischen Text aus Counterpunch, mit Link unter der Zusammenfassung und mehr über und von John Pilger):

Seit 18 Monaten  vollzieht sich – angeführt von den Vereinigten Staaten – der größte Aufmarsch von Streitkräften an der russischen Grenze seit dem Zweiten Weltkrieg. Russland, die zweitstärkste Atommacht der Welt,  war seit der Hitlerzeit nie mehr so an seinen Grenzen bedroht, wie heute.

Was die Aussicht auf einen Atomkrieg noch erhöht, ist eine parallele Kampagne gegen China. Die Vereinigten Staaten hat  China mit einem Netzwerk von Basen, mit ballistischen Raketen, Kampfgruppen, atomwaffentragenden Bombern umgeben, eine Schlinge um den Hals Chinas gelegt. Dieser tödliche Bogen reicht von Australien zu den Inseln des Pazifiks, die Marianen und die Marshalls und Guam, auf den Philippinen, Thailand, Okinawa, Korea und in ganz Eurasien nach Afghanistan und Indien.

Im Jahr 2015 hat die USA und Australien –von den Medien verschwiegen – mit der größten Luft-See-Übung in der jüngeren Geschichte die Sperrung der Seewege, wie der Straße von Malakka und den Lombokstraße, geprobt, um  China den Zugang zu Öl, Gas und anderen wichtigen Rohstoffe aus dem Nahen Osten und Afrika abzuschneiden. Die USA erreichte mit Druck auf die Philippinen, dass sie sich im Inselstreit gegen China wendet. Bei dem Streit ginge es vor allem um die Freiheit für amerikanische Kriegsschiffe in den Küstengewässern von China zu patrouillieren und sie zu beherrschen.

Pilger charakterisiert die USA als räuberische Supermacht, „die heute gefährlicher denn je ist.“ (Luciana Bohne von Counterpunch führt das darauf zurück, dass die USA ihr wirtschaftliche Vorherrschaft verlieren, aber die Welt trotzdem weiter politisch beherrschen wollen und dafür ihre militärische Übermacht einsetzen, um Nationalstaaten, die sich ihnen nicht unterwerfen zu bedrohen und zu zerstören – http://www.counterpunch.org/2015/02/20/the-logic-of-the-imperial-security-state/)

In dem Aufbau von China und Russland als bedrohende Staaten sieht Pilger eine Parallele zur Vorbereitung des Krieges gegen den Irak, als Politiker und Medien täglich vor der Gefahr von Saddams Massenvernichtungswaffen warnten und ihn zur größten Gefahr aufgebaut haben, um damit dann den Boden für den Angriffskrieg zu schaffen.

Pilger erinnert an den Begründer der modernen Propaganda, Edward Bernays, der „die bewusste und intelligente Manipulation der Gewohnheiten und Meinungen“ demokratischer Gesellschaften forderte durch eine „unsichtbare Regierung“. Die Kriegsvorbereitung, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, der Umgang mit Flüchtlingen werde weitgehend mit schweigen übergangen.

Die meisten Menschen würden angesichts der Propaganda, der Lügen, des Verschweigens und der Ablenkungen das Risiko eines Weltkrieges nicht erkennen; sollte sich das erst ändern, wenn die erste Rakete einschlägt?

Die Ausgaben für Atomwaffen stiegen unter Obama stärker als unter allen US-Präsidenten vorher. Die US-Regierung plant den Bau kleiner  Atomwaffen; sie machen den Einsatz von Atomwaffen denkbarer, erklärt US-General Cartwright.

Pilger sieht in einer Präsidentin Clinton eine größere Gefahr für den Frieden als in Trump. Der vertrete eine üble Position in der Einwanderungsfrage, die sich allerding von der von David Cameron nicht unterscheide. Trump habe aber den Angriffskrieg auf Irak als Verbrechen bezeichnet und sich gegen eine Konfrontation mit Russland und China ausgesprochen.

Trump sei aber Einzelgänger. Clinton dagegen verkörpere die Widerstandsfähigkeit und die Gewalt eines Systems , dessen gepriesene „Exzeptionalismus“ (die USA sind einzigartig und haben das Recht die Welt zu führen)  totalitär ist nur mit einem gelegentlichen liberale Gesicht.

Er warnt zudem vor zu viel Hoffnung in die US-Demokraten: Die meisten von Amerikas Kriege (fast alle von ihnen gegen wehrlose Länder) wurden nicht von republikanischen Präsidenten begonnen, sondern von liberalen Demokraten: Von Truman, Kennedy, Johnson, Carter, Clinton, Obama.

Er erinnert, dass Obama jeden Dienstag beschließt, wer in anderen Ländern mit Drohnen getötet wird, wie gerade 150 Menschen in Somalia.

Im Präsidentschaftswahlkampf 2008, drohte Hillary Clinton in den Iran mit Atomwaffen „völlig auslöschen“. Als Außenminister unter Obama nahm sie an dem Sturz der demokratischen Regierung von Honduras teil und der Zerstörung von Libyen im Jahr 2011. Clinton zu seinem Tod: „Wir kamen, wir sahen, ist er gestorben.“

Unter Clintons größten Geldgebern sind die Israel-Lobby und die Unternehmen, die die Gewalt im Nahen Osten vorantreiben. Sie und ihr Mann haben ein Vermögen von der Wall Street erhalten.

Pilger stellt als Zeitgeist in privilegierten westlichen Gesellschaften ein Selbstbezogenheit der Jugend auf sich fest (Me-Ism) und damit ein Ende der großen kollektiven Bewegungen der vergangenen Jahrzehnte gegen den Krieg, soziale Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Rassismus und Sexismus.

Er sieht aber in den jüngsten Bewegungen zur Unterstützung von Jeremy Corbyn und Bernie Sanders ein neues Aufwachen. Allerdings warnt er vor zu viel Hoffnung in diese beiden Politiker: Der Schattenfinanzminister von Corbyn habe angekündigt, die sozialen Kürzungen fortzusetzen, um die Bankschulden zu zahlen. Sanders habe die Unterstützung Clintons angekündigt, falls sie Kandidatin wird, habe auch US-Kriegen zugestimmt und lobe Obama für seinen tollen Job.

John Pilger fragt: Was ist mit der großen Tradition von parteiunabhängigen direkten Aktionen?  Wo sind der Mut, die Phantasie und das Engagement, um die lange Reise zu einer besseren, gerechteren und friedlicheren Welt zu beginnen? Wo sind die Dissidenten in Kunst, Film, Theater, Literatur? Wo sind diejenigen, die die Stille beenden? Oder warten wir, bis die erste Atomrakete abgefeuert wird?

A World War has Begun: Break the Silence

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I have been filming in the Marshall Islands, which lie north of Australia, in the middle of the Pacific Ocean. Whenever I tell people where I have been, they ask, “Where is that?” If I offer a clue by referring to “Bikini”, they say, “You mean the swimsuit.”

Few seem aware that the bikini swimsuit was named to celebrate the nuclear explosions that destroyed Bikini island. Sixty-six nuclear devices were exploded by the United States in the Marshall Islands between 1946 and 1958 — the equivalent of 1.6 Hiroshima bombs every day for twelve years.

Bikini is silent today, mutated and contaminated.  Palm trees grow in a strange grid formation. Nothing moves. There are no birds. The headstones in the old cemetery are alive with radiation. My shoes registered “unsafe” on a Geiger counter.

Standing on the beach, I watched the emerald green of the Pacific fall away into a vast black hole. This was the crater left by the hydrogen bomb they called “Bravo”. The explosion poisoned people and their environment for hundreds of miles, perhaps forever.

On my return journey, I stopped at Honolulu airport and noticed an American magazine called Women’s Health. On the cover was a smiling woman in a bikini swimsuit, and the headline: “You, too, can have a bikini body.”  A few days earlier, in the Marshall Islands, I had interviewed women who had very different “bikini bodies”; each had suffered thyroid cancer and other life-threatening cancers.

Unlike the smiling woman in the magazine, all of them were impoverished: the victims and guinea pigs of a rapacious  superpower that is today more dangerous than ever.

I relate this experience as a warning and to interrupt a distraction that has consumed so many of us.  The founder of modern propaganda, Edward Bernays, described this phenomenon as “the conscious and intelligent manipulation of the habits and opinions” of democratic societies. He called it an “invisible government”.

How many people are aware that a world war has begun? At present, it is a war of propaganda, of lies and distraction, but this can change instantaneously with the first mistaken order, the first missile.

In 2009, President Obama stood before an adoring crowd in the centre of Prague, in the heart of Europe. He pledged himself to make “the world free from nuclear weapons”. People cheered and some cried. A torrent of platitudes flowed from the media. Obama was subsequently awarded the Nobel Peace Prize.

It was all fake. He was lying.

The Obama administration has built more nuclear weapons, more nuclear warheads, more nuclear delivery systems, more nuclear factories.  Nuclear warhead spending alone rose higher under Obama than under any American president. The cost over thirty years is more than $1 trillion.

A mini nuclear bomb is planned. It is known as the B61 Model 12. There has never been anything like it. General James Cartwright, a former Vice Chairman of the Joint Chiefs of Staff, has said, “Going smaller [makes using this nuclear] weapon more thinkable.”

In the last eighteen months, the greatest build-up of military forces since World War Two — led by the United States — is taking place along Russia’s western frontier.  Not since Hitler invaded the Soviet Union have foreign troops presented such a demonstrable threat to Russia.

Ukraine – once part of the Soviet Union –  has become a CIA theme park. Having orchestrated a coup in Kiev, Washington effectively controls a regime that is next door and hostile to Russia: a regime rotten with Nazis, literally. Prominent parliamentary figures in Ukraine are the political descendants of the notorious OUN and UPA fascists. They openly praise Hitler and call for the persecution and expulsion of the Russian speaking minority.

This is seldom news in the West, or it is inverted to suppress the truth.

In Latvia, Lithuania and Estonia — next door to Russia – the US military is deploying combat troops, tanks, heavy weapons. This extreme provocation of the world’s second nuclear power is met with silence in the West.

What makes the prospect of nuclear war even more dangerous is a parallel campaign against China.

Seldom a day passes when China is not elevated to the status of a “threat”.  According to Admiral Harry Harris, the US Pacific commander, China is “building a great wall of sand in the South China Sea”.

What he is referring to is China building airstrips in the Spratly Islands, which are the subject of a dispute with the Philippines – a dispute without priority until Washington pressured and bribed the government in Manila and the Pentagon launched a propaganda campaign called “freedom of navigation”.

What does this really mean?  It means freedom for American warships to patrol and dominate the coastal waters of China.  Try to imagine the American reaction if Chinese warships did the same off the coast of California.

I made a film called The War You Don’t See, in which I interviewed distinguished journalists in America and Britain: reporters such as Dan Rather of CBS, Rageh Omar of the BBC, David Rose of theObserver.

All of them said that had journalists and broadcasters done their job and questioned the propaganda that Saddam Hussein possessed weapons of mass destruction; had the lies of George W. Bush and Tony Blair not been amplified and echoed by journalists, the 2003 invasion of Iraq might not have happened, and  hundreds of thousands of men, women and children would be alive today.

The propaganda laying the ground for a war against Russia and/or  China is no different in principle. To my knowledge, no journalist in the Western “mainstream” — a Dan Rather equivalent, say –asks whyChina is building airstrips in the South China Sea.

The answer ought to be glaringly obvious. The United States is encircling China with a network of bases, with ballistic missiles, battle groups, nuclear -armed bombers.

This lethal arc extends from Australia to the islands of the Pacific, the Marianas and the Marshalls and Guam, to the Philippines, Thailand, Okinawa, Korea and  across Eurasia to Afghanistan and India. America has hung a noose around the neck of China. This is not news. Silence by media; war by media.

In 2015, in high secrecy, the US and Australia staged the biggest single air-sea military exercise in recent history, known as Talisman Sabre. Its aim was to rehearse an Air-Sea Battle Plan, blocking sea lanes, such as the Straits of Malacca and the Lombok Straits, that cut off China’s access to oil, gas and other vital raw materials from the Middle East and Africa.

In the circus known as the American presidential campaign, Donald Trump is being presented as a lunatic, a fascist.  He is certainly odious; but he is also a media hate figure.  That alone should arouse our scepticism.

Trump’s views on migration are grotesque, but no more grotesque than those of David Cameron. It is not Trump who is the Great Deporter from the United States, but the Nobel Peace Prize winner, Barack Obama.

According to one prodigious liberal commentator, Trump is “unleashing the dark forces of violence” in the United States.Unleashing them?

This is the country where toddlers shoot their mothers and the police wage a murderous war against black Americans. This is the country that has attacked and sought to overthrow more than 50 governments, many of them democracies, and bombed from Asia to the Middle East, causing the deaths and dispossession of millions of people.

No country can equal this systemic record of violence. Most of America’s wars (almost all of them against defenceless countries) have been launched not by Republican presidents but by liberal Democrats: Truman, Kennedy, Johnson, Carter, Clinton, Obama.

In 1947, a series of National Security Council directives described the paramount aim of American foreign policy as “a world substantially made over in [America’s] own image”.  The ideology was messianic Americanism. We were all Americans. Or else. Heretics would be converted, subverted, bribed, smeared or crushed.

Donald Trump is a symptom of this, but he is also a maverick. He says the invasion of Iraq was a crime; he doesn’t want to go to war with Russia and China. The danger to the rest of us is not Trump, but Hillary Clinton. She is no maverick. She embodies the resilience and violence of a system whose vaunted “exceptionalism” is totalitarian with an occasional liberal face.

As presidential  election day draws near, Clinton will be hailed as the first female president, regardless of her crimes and lies – just as Barack Obama was lauded as the first black president and liberals swallowed his nonsense about “hope”. And the drool goes on.

Described by the Guardian columnist Owen Jones as “funny, charming, with a coolness that eludes practically every other politician”, Obama the other day sent drones to slaughter 150 people in Somalia.  He kills people usually on Tuesdays, according to the New York Times, when he is handed a list of candidates for death by drone. So cool.

In the 2008 presidential campaign, Hillary Clinton threatened to “totally obliterate” Iran with nuclear weapons.  As Secretary of State under Obama, she participated in the overthrow of the democratic government of Honduras. Her contribution to the destruction of Libya in 2011 was almost gleeful. When the Libyan leader, Colonel Gaddafi, was publicly sodomised with a knife – a murder made possible by American logistics – Clinton gloated over his death: “We came, we saw, he died.”

One of Clinton’s closest allies is Madeleine Albright, the former secretary of State, who has attacked young women for not supporting “Hillary”. This is the same Madeleine Albright  who infamously celebrated on TV the death of half a million Iraqi children as “worth it”.

Among Clinton’s biggest backers are the Israel lobby and the arms companies that fuel the violence in the Middle East.  She and her husband have received a fortune from Wall Street. And yet, she is about to be ordained the women’s candidate, to see off the evil Trump, the official demon. Her supporters include distinguished feminists: the likes of Gloria Steinem in the US and Anne Summers in Australia.

A generation ago, a post-modern cult now known as “identity politics” stopped many intelligent, liberal-minded people examining the causes and individuals they supported — such as the fakery of Obama and Clinton;  such as bogus progressive movements like Syriza in Greece, which betrayed the people of that country and allied with their enemies.

Self absorption, a kind of “me-ism”, became the new zeitgeist in privileged western societies and signaled the demise of great collective movements against war, social injustice, inequality,  racism and sexism.

Today, the long sleep may be over. The young are stirring again. Gradually. The thousands in Britain who supported Jeremy Corbyn as Labour leader are part of this awakening – as are those who rallied to support Senator Bernie Sanders.

In Britain last week, Jeremy Corbyn’s closest ally, his shadow treasurer John McDonnell, committed a Labour government to pay off the debts of piratical banks and, in effect, to continue so-called austerity.

In the US, Bernie Sanders has promised to support Clinton if or when she’s nominated. He, too, has voted for America’s use of violence against countries when he thinks it’s “right”. He says Obama has done “a great job”.

In Australia, there is a kind of mortuary politics, in which tedious parliamentary games are played out in the media while refugees and Indigenous people are persecuted and inequality grows, along with the danger of war. The government of Malcolm Turnbull has just announced a so-called defence budget of $195 billion that is a drive to war.  There was no debate. Silence.

What has happened to the great tradition of popular direct action, unfettered to parties? Where is the courage, imagination and commitment required to begin the long journey to a better, just and peaceful world? Where are the dissidents in art, film, the theatre, literature?

Where are those who will shatter the silence? Or do we wait until the first nuclear missile is fired?

This is an edited version of an address by John Pilger at the University of Sydney, entitled A World War Has Begun.

 

 

http://www.counterpunch.org/2016/03/23/a-world-war-has-begun-break-the-silence/

John Pilger:

John Pilger

John Pilger

John Pilger (* 9. Oktober 1939 in Sydney, Australien) ist ein australischer Journalist und Dokumentarfilmer.

Von 1963 bis 1986 war Pilger Leiter der Auslandsredaktion des „Daily Mirror“. Seitdem arbeitet Pilger als freier Journalist. 1968 war er unmittelbar Zeuge der Ermordung des US-Senators und demokratischen Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy in Los Angeles und vertritt aufgrund seiner Erlebnisse die Ansicht, dass es noch einen weiteren Schützen gegeben habe.[1]

Pilger drehte mehr als 50 Filme und hat in seiner Karriere für viele bekannte englischsprachige Zeitungen geschrieben (z. B. „The Independent“, „The Guardian“ und „The New York Times“).

Mit zahllosen Journalismus-Preisen ausgezeichnet, gehört Pilger zu den prominentesten englischsprachigen Journalisten. 2003 erhielt er den Sophie-Preis für seinen besonderen Einsatz für die Menschenrechte.

Pilger engagiert sich in der Bewegung „Democracy now!“ und steht auch der Politik Obamas kritisch gegenüber, die seiner Meinung nach das Ziel bisheriger Regierungen der USA einer internationalen Vorherrschaft weiter verfolgt. Er ist Mitglied im vorläufigen Ausschuss der Internationalen Organisation für eine Partizipatorische Gesellschaft[2].

Er wurde im Jahre 2009 mit dem Sydney-Friedenspreis ausgezeichnet.

Pilger hat einen Sohn Sam (* 1973) und eine Tochter Zoe (* 1984).

Homepage: http://johnpilger.com/

Hidden Agendas

 

John Pilger über den Krieg, den man nicht zu sehen bekommt

If you look at every war or every coup or every regime, that Britain is supporting or been involved in, it’s hugely accompanied by an increasingly sophisticated public relations operation by the government. We are told that British foreign policy is based on promoting democracy, on spreading development, on promoting human rights. Well, if you read the actual government planning files, planners are saying to themselves that their policy is not based on that, it’s based on the control of oil, it’s based on creating an international economy that works in the interest of British corporations and it’s based on maintaining their great power status.1

(Mark Curtis, britischer Historiker und Journalist – in: The War You Don’t See)

Die gute Nachricht ist ja, dass durch das Internet heutzutage eine Fülle an leicht zugänglichen Informationsquellen zur Verfügung steht, um sich darüber gewahr werden zu können, welch unerträglich geglättete Erzählungen der politisch-gesellschaftlichen Realität den Bevölkerungen in westlichen Demokratien – somit also jenen Menschen, die (noch) über Wahlentscheidungen Entwicklungen unblutig beeinflussen können – verkauft werden. Die schlechte ist, dass die Konstrukteure der gebastelten Pseudorealitäten enger zusammenrücken, und die Bevölkerungsmehrheiten im neoliberalen Endzeitkapitalismus eher die Flucht in die so sehr ersehnte Idylle des eigenen Nahumfeldes antreten, wodurch die vorhandenen Möglichkeiten nicht selten Brach liegen dürften. Wer sich jedoch nicht mit dem kollektiv zugewiesenen Spielzeuglenkrad am staatsbürgerlichen Kindersitz abfinden will, während die eigene „demokratisch legitimierte“ Regierung weltweit Verbrechen begeht, vermag heutzutage wohl besser denn je sein oder ihr Auge auf eben diese Vorgänge zu richten.

Der australische Journalist und Dokumentarfilmer John Pilger gehört ganz sicherlich zu jenen Menschen, die Aufschluss über derartige Verbrechen durch ihre unermüdliche investigative Arbeit geben. In seinem 2010 veröffentlichten Dokumentarfilm „The War You Don’t See“ zeigt er dabei das systemische Zusammenspiel zwischen Gatekeepern (Walter Lippmann), also dem journalistischen Mainstream, der darüber entscheidet, was den Menschen alles vorenthalten wird, einerseits, und den politischen Eliten, deren rücksichtsloses Handeln davon abhängig ist, dass ihnen ihr Arbeitgeber (der „Volkssouverän“), nicht in die Karten schauen kann, andererseits. Neben dem erschütternden Beispiel des zweiten Irakkriegs, der mit seinen (erneut) fingierten Kriegsgründen hunderttausende Zivilisten auf irakischer Seite das Leben gekostet hat, wird auch an weiteren Beispielfeldern (z.B. israelisch-palästinensischer Konflikt) verdeutlicht, wie die Entstehung von Falschinformation und Propaganda funktioniert, durch die ein System konsequenzenloser Unmenschlichkeit aufrecht erhalten werden kann. Zu Wort kommen in Pilger’scher Manier nicht nur reuige Journalisten und aufklärungsmotivierte Sachkundige, sondern ebenso verunsichert herumlavierende Funktionsträger des politischen Establishment. (Das Video ist leider ohne Übersetzung und Untertitel)

The War You Don’t See from John Pilger on Vimeo.

  1. Übersetzung: „Wenn man sich die Kriege oder Staatsstreiche oder Regime anschaut, die Großbritannien unterstützt hat oder in die es involviert war, werden diese begleitet von zunehmend ausgefeilter PR-Arbeit durch die Regierung. Uns wird erzählt, dass britische Außenpolitik auf der Förderung der Demokratie, der Verbreitung von Entwicklung oder Förderung von Menschenrechten beruht. Nun, wenn man die Dossiers der Regierung liest, so sagen die Planer selbst, dass ihre Politik nicht hierauf beruht, sondern auf der Kontrolle des Öls, der Schaffung einer internationalen Ökonomie, die im Interesse der britischen Unternehmen liegt, sowie auf dem Erhalt des Status als Großmacht.“ [↩]

 

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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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