Der Krisenpunkt Nord-Süd-Korea ist einer der gefährlichsten Punkte der Welt! Korea war vor und nach dem Koreakrieg, dem ersten Krieg nach dem II. Weltkrieg, geteilt! Die Mächte, die Nazi-Deutschland durch ihre Zusammenarbeit gemeinsam besiegt hatten, die UdSSR und die USA, standen jetzt (wieder) in Feindschaft gegenüber. Ihr Versprechen, mit der UNO-Gründung alle Konflikte nur noch friedlich zu lösen und den Krieg von der Welt zu verbannen, es wurde erstmals gebrochen! Im Westen wird dafür vor allem die Sowjetunion verantwortlich gemacht! Aber stimmt das überhaupt? Worum ging es bei diesem Krieg, der über vier Millionen Menschen das Leben kostete? In dem vor allem von der US-Air-Force 450.000 Tonnen Bomben auf das Land abgeworfen wurden und 3.281.270 Liter Napalm. Hier eine Interpretation, die den vorherrschenden widerspricht: Die USA wollten durch Unterstützung der koreanischen Kräfte, die in der Zeit der Besatzung durch Japan mit diesem Staat kollaborierten, die Dominanz des Westens in Korea wie anderen ehemaligen europäischen Kolonien (wie etwa auch Vietnam) in Asien sichern. Gleichzeitig wollte der Westen mit dem Krieg an ihrer Grenze die Volksrepublik China bedrohen, die gerade die mit dem Westen verbündeten Truppen Chiang Kai Check besiegt und einen vom Westen unabhängigen Staat ausgerufen hatte. Von Nordkorea ist bekannt, daß dieses mit seinem Partei- und Militärapparat noch voll im Bann des Koreakrieges lebt. Die Greueltaten des Koreakrieges sind dort noch unvergessen und sind die eigentliche Legitimition für die Kim Jong Il – Regierung. Das Land lebt noch immer im Bewußtsein einer allgegenwärtigen Bedrohung durch die USA. Welchen sieht der Weg aus, der das gesamten koreanischen Volk auf beiden Seiten der Demarkationslinie zu einer friedlichen und friedvollen Wiedervereinigung führt und endlich zu einer Befreiung von all dem Horror, den dieses sympathische Volk seit über 100 Jahren heimsucht? Wie kann verhindert werden, dass es noch einmal den Wahnsinn des Krieges erleben muss? Wie kann die Welt sie dabei unterstützen?

Ich möchte heute einen wichtigen Artikel von Nemetico wieder abdrucken, der seinerzeit im politblog.net erschien.
Am ursprünglichen Ort i st er nicht mehr verfügbar. Thema ist der Koreakrieg 1950-53. Ich habe ihn der Lesbarkeit halber neu formatiert.

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KOREA, KRIEG, OPFER, TOTE, LEICHEN, SOLDATEN, CHINESEN, CHINA, AMERIKANER, USA, US
U.S. troops of the Third Division check over the mass of bodies of dead Chinese soldiers, killed during an attack on Outpost Harry on June 12, at a forward aid station on the west central front in South Korea, June 13, 1953. (KEYSTONE/AP Photo/Str) === === === BW ONLY ===

 

Vom Koreakrieg hörte ich erstmals in der Schule. Das war noch in einer Zeit, als der sogenannte “Kalte Krieg” herrschte. Mein damaliger Geschichtslehrer wurde immer wieder in Diskussionen über den Vietnamkrieg verwickelt.

Das offizielle Dogma lautete damals etwa so: Vietnam ist wie Deutschland in ein gutes und ein böses geteilt. Im Norden herrscht “Kommunismus” und im Süden “Demokratie”. Und die Vietcong wollen die demokratischen Südvietnamesen einfach nicht in Ruhe lassen, weswegen die guten Amerikaner ihnen helfen müssen, ihre Demokratie zu retten.

Dieses Dogma brach damals gerade auf, es wurden Zweifel laut. Vergleiche mit dem Korea – Krieg wurden gezogen. Da sei es ja auch so gewesen, daß im Norden “Kommunismus” geherrscht hätte und im Süden “Demokratie”. Und die Nordkoreaner hätten plötzlich angegriffen und das demokratische Südkorea überrollt, weswegen die guten Amerikaner ihnen helfen mußten, ihre Demokratie zu retten.

Unser Geschichtslehrer, von kritischen Fragen ernstlich in Bedrängnis gebracht, bemerkte anläßlich des Koreakrieges immerhin, es sei schon seltsam gewesen, daß die Nordkoreaner Südkorea anfangs so “überrollt” hätten. Mit der “Moral” der Südkoreaner sei es wohl nicht sehr weit her gewesen.

Ich möchte heute nicht über den Vietnamkrieg schreiben und auch nicht über die Märchen, die damals durch us-konforme Presse verbreitet wurden. Und auch nicht über die schreckliche Wirklichkeit, die später aufgedeckt wurde.

Ich möchte über den Korea – Krieg schreiben.

Karge Fakten

Zunächst ein paar karge Fakten. Der Korea – Krieg fand 1950 – 1953 statt. Er begann mit einem geteilten Korea und er endete mit einem geteilten Korea. Der Krieg forderte unter der Zivilbevölkerung nach Schätzungen fast 3 Millionen Menschenleben. Ca. 36.000 amerikanische, 600.000 koreanische und 500.000 chinesische Soldaten fielen in den Kämpfen. 450.000 Tonnen an Bomben wurden abgeworfen (v.a. von der US Air Force), darunter allein zwischen Juni und Ende Oktober 1950 insgesamt 3.281.270 Liter Napalm. Dies ist ein Vielfaches der im Vietnamkrieg eingesetzten Menge und war wesentlich verheerender, da in Nordkorea mehr Ballungszentren mit größerer Bevölkerungsdichte und mehr Industrie als später in Vietnam existierten.

Ausgangsbedingungen

Auch zu den Ausgangsbedingungen dieses Krieges muß noch etwas gesagt werden. 1945 endete der zweite Weltkrieg in Ostasien mit der Kapitulation des japanischen Kaiserreiches. Keineswegs hatte nur die Amerikaner gegen Japan gekämpft. Japan hatte unfaßliche Greueltaten in seinen eroberten Gebieten an seinen Nachbarn verübt. Ganz Ostasien hatte im Krieg gegen Japan gestanden, und keineswegs nur die US – Armee.
Das alte koloniale System zerbrach an allen Ecken und Enden. Nicht nur Japan hatte diesen Krieg verloren, sondern auch Europa, genauer gesagt: die europäischen Kolonialmächte: Frankreich, Großbritannien, Niederlande. Diese wollten nach der Niederlage der Japaner nämlich in ihre alten Kolonien zurückkehren.
Sie waren aber nirgendwo willkommen, überall wehrten sich die Völker erbittert gegen die Rückkehr des Kolonialismus. Meistens standen Kommunistische Parteien an der Spitze dieser antikolonialen Revolten, etwa in China, Korea, Vietnam, Indonesien usw.

Das US-Imperium wollte an die Stelle der alten Kolonialmächte treten. Um die eigenen neokolonialen Absichten schön zu färben, wurde von Think Tanks folgende Lesart oder Sicht der Dinge entworfen, die dann auch verbreitet wurde.
Dieses neue Dogma lautete folgendermaßen: Überall ist der “Kommunismus” im Vormarsch und will die Demokratie vernichten. Da der Kommunismus so gewalttätig ist, bringt er ein Land nach dem anderen zum “kommunistischen” Umsturz.

Das nannte man “Dominotheorie”, nach Dominosteinchen, die in einer Reihe gestellt werden und nacheinander umkippen. Die Schlußfolgerung war klar: es muß alles mögliche getan werden, um das “Kippen” eines solchen Dominosteins zu verhinden.

Ich möchte natürlich hinzufügen, daß das natürlich alles Lüge war. Niemals haben sich in Ostasien jemals “westliche Truppen” mit einem anderen Ziel aufgehalten als zur Aufrechterhaltung spätkolonialer Positionen. Und niemals waren diese Kriege für die Völker Ostasiens etwas anderes als in erster Linie ihr Kampf gegen westliche Dominanz und Ausplünderung.

Dies gilt sogar für Japan, das sich selbst zu einem Juniorimperialismus emporschwingen wollte und in seinen Kriegen seinerseits entsetzliche Verbrechen an Korea und China verübte. Aber auch Japan selbst war von den USA im 19. Jahrhundert “gewaltsam geöffnet” worden und versuchte im 20. Jahrhundert der imperialistischen Dominanz zu entgehen, indem es sich selbst zu einem imperialistischen Staat aufzuschwingen versuchte.

Ich erwähne noch, daß Korea sich von 1910 bis 1945 unter der drückenden und brutalen Herrschaft Japans befand. Korea wurde von Japan wie eine Kolonie behandelt, mit allen abscheulichen Konsequenzen, z.B. der Zwangsprostitution von hunderttausenden von koreanischen Frauen für die Militärbordelle der Japaner. Nur eine dünne Schicht der Koreaner arbeitete als Beamte für die japanische Besatzungsmacht.

Verlauf des Koreakrieges

Weiter möchte ich einige Worte zum Verlauf des Koreakrieges selbst sagen. Die wichtigsten Fakten können Sie im entsprechenden Wikipedia-Artikel nachschlagen, wenngleich ich manche darin genannten Fakten doch für sehr fragwürdig halte. Aber zur ersten Orientierung ist er gut.

Sodann muß man wissen, daß erst in den letzten Jahren von Historikern aufgedeckt wurde, welche grauenhafte Massaker US-Truppen im Rahmen des Krieges an der koreanischen Zivilbevölkerung verübten, die wohl allgemein als “unzuverlässig” angesehen wurde (Ich beschwöre Sie, bei allem, was mir heilig ist, lesen Sie wirklich diesen Artikel genau durch).

Gut durch Augenzeugen dokumentiert ist ein einzelnes Massaker, das von Nogeun-ri.

Darüber berichtete sogar der SPIEGEL-ONLINE: ‘www.spiegel.de/panorama/0,1518,427491,00.html

Als historisches Ereignis scheint das Massaker nicht sehr brisant zu sein für die aktuelle politische Linie.

Auch das Fernsehen berichtete darüber.

Nach dem Koreakrieg

Was die politische Entwicklung in Südkorea angeht, nun, da etablierte sich nach Syngman Rhee nichts anderes als eine brutale Militärdikatur durch einen Mann, der im 2. Weltkrieg Kollaborateur der Japaner gewesen war: Park Chung Hee.

Die Qualität dieser Person spiegelt sich auch in der Geschichte seiner Ermordung wieder.

Hier schlagen Sie bitte Informationen über Syngman Rheeund Cho Man-sik nach.

Halten wir noch fest, daß die Syngman Rhee – Regierung deswegen auch relativ unpopulär im Süden war, weil sie sich in ihrer Mehrheit aus ehemaligen japanischen Kollaborateuren zusammensetzte.
Das war in etwa so, wie wenn man in Frankreich nach 1945 Petain und Lavall als Regierung wieder eingesetzt hätte. Das macht die Bemerkung meines Geschichtslehrers über die mangelnde “Kampfmoral” der damaligen südkoreanischen Armee etwas verständlicher. Diese Soldaten dienten nämlich keiner “Demokratie”, sondern verhaßten ehemaligen Kollaborateuren Japans, die nach dem Krieg von den USA als Statthalter benutzt wurden.

Der Koreakrieg hat die heutige Realität Koreas geschaffen. Südkorea ist noch gar nicht so lange formale Demokratie wie viele glauben. Es wurde 1953 bis 1987 hauptsächlich von zivilen oder Militärdiktaturen regiert. 1980 verübten die Militärs noch ein grauenhaftes Massaker an demonstrierenden Studenten in Gwanju.

Demokratische Rechte und Freiheiten mußten von den Südkoreanern mühsam durch Demonstrationen und Streiks erkämpft werden. Erst ab 1987 kann man von Südkorea als einer “normalen” formalen Demokratie sprechen.

Von Nordkorea ist bekannt, daß dieses mit seinem Partei- und Militärapparat noch voll im Bann des Koreakrieges lebt. Die Greueltaten des Koreakrieges sind dort noch unvergessen und sind die eigentliche Legitimition für die Kim Jong Il – Regierung. Das Land lebt noch immer im Bewußtsein einer allgegenwärtigen Bedrohung durch die USA.

Wie brach dieser Krieg aus?

Kommen wir zur Frage des Ausbruchs des Krieges. Es ist wirklich nicht leicht, Faktenmaterial dazu zu finden.
Durchweg lautet die “westliche” Lesart auch in den Quellen, die ich im Internet finden konnte: die Nordkoreaner hätten versucht, in einem “Blitzkrieg” Südkorea zu erobern. Aber wirkliche Belege fand ich nicht außer der sich formelhaft wiederholenden Formulierung, am 25.Juni 1950 hätten die nordkoreanischen Truppen die Demarkationslinie “überschritten”.

Audiatur et alterna pars (höre auch den anderen Teil), sage ich mir und schlage auf den Seiten des Freundeskreises der Juche-Ideologie in der Kommunistischen Partei Deutschlands. Ich weiß zwar nicht, um welche Kommunistische Partei es sich handelt, aber mich interessiert ja die Geschichte des Korea – Krieges. Und verläßlicher als Spiegel Online sind solche Seiten wahrscheinlich auch (kleiner Scherz). Hier findet sich ein ausführlicher Text: Die Wahrheit über den imperialistischen Krieg gegen die Koreanische Demokratische Volksrepublik, der vor 50 Jahren ausbrach

Genau die interessiert mich. Der Text ist umfangreich. Es wird sich aber aber nicht nur auf kimilsungische Quellen bezogen, sondern auch auf damalige “westliche” Pressemeldungen.

 

Wichtigster Fakt ist hierbei folgender: Die südkoreanische Marionettenarmee konnte am 25. Juni bis auf 2 Kilometer tief in das Territorium der KDVR (Koreanische Demokratische Volksrepublik) vordringen. Eingenommen wurde trotz tapferen Widerstands der Grenztruppen der KDVR der Ort Haeju (Hädschu). Das ging seinerzeit schon als südkoreanische Siegesmeldung über die Nachrichtenticker der ganzen Welt. Die westliche Presse meldete das in Schlagzeilen, so die New York Times, die Londoner Daily Herald und der Londoner Guardian vom 26. Juni 1950. Das sollte die kapitalistische Welt in eine Art antikommunistische Siegesstimmung versetzen und die südkoreanischen Marionettentruppen zum Kampf motivieren. Die Aggression der “Südkoreaner” hatte genaugenommen schon eher begonnen. Am 23. und 24. Juni wurde nordkoreanisches Gebiet unter massiertes Artillerie- Feuer genommen und bombardiert. Schon das meldete seinerzeit die amerikanische und britische Presse. (2) Das und andere Quellen (2) widerlegen die amerikanische Version über den Koreakrieg.

Nun wird behauptet, daß UN-Beobachter den Erstangriff der Nordkoreaner gesehen hätten. Das ist ebenfalls eine plumpe Lüge. UN-Beobachter konnten trotz gegenteiliger Behauptungen auch in deutschen Publikationen, den Angriff der Nordkoreaner nicht gesehen haben. Die waren schon am 23. Juni auf Betreiben der USA-Regierung vollständig abgezogen worden, was übrigens auch von Presseorganen aus aller Welt bestätigt wurde. Sicherlich war den USA-Imperialisten daran gelegen, daß alle neutralen UNO-Beobachter vom 38. Breitengrad am 24. und 25. Juni 1950 abgezogen sind, um keine unmittelbaren UNO-Zeugen der heimtückischen Aggression der südkoreanischen Marionettenarmee zu haben. Die Aggression der südkoreanischen Aggression wird auch von allen inzwischen der Öffentlichkeit zugänglichen Dokumenten des Pentagons bestätigt.

Außerdem läßt auch der Biograph des damaligen Oberbefehlshabers der USA-Truppen im Pazifik-Raum MacArthur, John Gunther in seinem Veröffentlichungen keinen Zweifel daran, daß die “Südkoreaner” die Aggressoren waren, wenn er auch seinem Chef, der dann der Oberbefehlshaber der westlichen Aggressionstruppen in Korea wurde, bewunderte und vielfach von Kriegsschuld und Aggressionslüsternheit zu entlasten versuchte. In (5) schildert er zum Beispiel die Situation im Hauptquartier der USA-Pazifikstreitkräfte in Tokio an jenem Morgen des 25. Juni, als dort die Nachricht eintraf, daß die Südkoreaner Nordkorea angegriffen haben. Er schreibt unmißverständlich, daß amerikanischen Militärs im Stab Mac Arthurs in Tokio am frühen Morgen des 25. Junis die Meldung erhielten, daß die Südkoreaner die Grenze zum Norden überschritten haben. Schon mit dieser Schilderung bricht die Standardversion von Nordkorea als angeblicher Angreifer in sich zusammen.

Dazu werden folgende Quellen angegeben:

(1) Olaf Groehler “Der Koreakrieg 1950-1953″, Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1980;

(2) The US imperialists started the Korean war (Die USA-Imperialisten haben den Koreakrieg begonnen), Foreign languages Publishing house, Pyongyang”;

(3) Modern history of Korea” (Geschichte von Korea der Neuzeit), Foreign languages Publishing house, Pyongyang;

(5) The riddle of MacArthur (Das Rätsel von MacArthur), Hamish Hamilton, London 1951;

(6) Outstanding leadership and brilliant victory, (Herausragende Führungskunst und glänzender Sieg), Korea pictorial, Pyongyang, 1993.

Keine dieser Quellen habe ich zur Hand und kann sie insofern auch nicht überprüfen. Daß die südkoreanische Siegesmeldung über die Nachrichtenticker der ganzen Welt ging, müßte sich durch einen guten investigativen Journalisten oder Historiker nachvollziehen lassen. Mir fehlen die Möglichkeiten dazu. Im Interesse einer historischen Aufklärung hoffe ich aber, daß sich eines Tages ein Historiker oder Journalist finden wird, der genau diese Fragen in den Archiven der genannten Zeitungen untersucht. Ich weiß, daß das möglich ist. Bei der Lektüre von Tageszeitungsarchiven kommen manchmal erstaunliche Dinge zutage, ich habe selbst einmal eine solche Recherche vorgenommen für deutsche Tageszeitungen 1945-1949. Das lohnt sich immer.

Die Faktenlage bleibt also schwierig. Doch darf – forensisch – auch die Frage des “Cui bono” (Wem nützt es?) gestellt werden. Ich zitiere weiter den Text aus http://www.kdvr.de, weil er ein durchaus stichhaltiges Argument liefert.

Den Lügen der USA-Imperialisten über den Erstangriff der Nordkoreaner widerspricht auch folgendes:

Die sowjetischen UNO-Vertreter einschließlich des sowjetischen Vertreters im Weltsicherheitsrat hatten zu dieser Zeit aus Protest gegen den Ausschluß der VR China aus der UNO den UNO-Sitz in New York verlassen. Wenn Nordkorea wirklich der Aggressor gewesen wäre, als der er beschuldigt wurde, dann wäre der Zeitpunkt des nordkoreanischen Angriffs in der Tat ein äußerst schlechter gewesen. Hätte man einen Krieg erwartet, wären die sowjetischen Diplomaten mit Sicherheit an jenem 25. Juni 1950 auf ihren Posten geblieben. Nun konnten die USA die Situation ausnutzen, um in einer Blitzaktion einen formalen UN-Sicherheitsratsbeschluß gegen die KDVR durchzusetzen, selbst wenn er rechtswidrig war. Man nutzte in der Tat die zeitweilige Abwesenheit der sowjetischen Vertreters im UNO-Sicherheitsrat aus und peitschte mit den Stimmen der USA-hörigen Mitglieder einen Mehrheitsbeschluß zum bewaffneten Eingreifen von unter der UNO-Flagge operierenden USA-Soldaten und weiteren Alliierten durch. Auch Vertreter der KDVR wurden zu den Sitzungen des Weltsicherheitsrates nicht zugelassen. Die UdSSR konnte von ihrem Vetorecht keinen Gebrauch machen. Von der Abwesenheit der sowjetischen UNO-Vertreter wußte natürlich auch Kim Il Sung. Selbst wenn man böswillig unterstellt, daß Kim Il Sung den Krieg wollte, so hätte er mit Sicherheit die Anwesenheit der sowjetischen Vertreter abgewartet, zumal der sowjetische Vertreter im Juli 1950 im Weltsicherheitsrat den Vorsitz übernehmen sollte.

Diese Argumentation ist in der Tat schwer von der Hand zu weisen, und wenn sie von des Teufels Großmutter persönlich stammen würde.

Um es nochmals herauszuarbeiten:

Die Udssr hatte damals (1950) aus Protest den Sicherheitsrat der UNO verlassen, weil die USA ihr Veto eingelegt hatten gegen die Aufnahme der 1949 gegründeten Volksrepublik China. Diplomatisch war das ein schwerer diplomatischer Fehler, denn die Udssr verfügte als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat immerhin über die sattsam bekannte Vetomacht, ebenso wie die USA.

Sie hätte also mit ihrem Veto die “UN-Polizeiaktion” sehr wohl verhindern können, wenn sie denn einen Angriff Nordkoreas auf Südkorea “geplant gehabt hätte. Bis heute ist die “westliche Lesart” zum Ausbruch des Korea – Krieges genau dieses: Stalin hätte den “Überfall” Nordkoreas für Südkorea “angeordnet” gehabt. Nach meiner Einschätzung brauchte der Diktator der Sowjetunion 1950 vor allem eines: Ruhe an den äußeren Fronten, denn in welchem Zustand sich damals die UdSSR nach dem Krieg mit Deutschland befand, muß ich hoffentlich nicht ausführen. Oder doch?
Sogar vorausgesetzt, die These von der Anordnung Stalins stimmt, dann hätte die Udssr im Angesicht des von ihr geplanten Angriffes alles andere tun dürfen als “zum Protest” den Platz im Sicherheitsrat zu räumen.

Auch hier muß sehr wohl immer wieder die Frage “Cui bono” gestellt werden.

Nach meiner Ansicht ist es sogar wahrscheinlich, daß die US-Administration die Tatsache des “Protestauszuges” der Udssr (wegen der Nichtaufnahme der VR China in die UNO) sofort gezielt zum Anlaß genommen hatte, die Situation auszunutzen. Ich halte weiterhin für wahrscheinlich, daß sie den unpopulären Syngman Rhee zu Grenzprovokationen ermuntert zu haben, wohl wissend, daß die damaligen südkoreanischen Streitkräfte weder moralisch noch militärisch den nördlichen Nationalisten standhalten konnten. Umgekehrt war sich Syngman Rhee aber auch sicher, daß eine Niederlage der südkoreanischen Streitkräfte unbedingt das Eingreifen der US- Armee nach sich ziehen würde, was dann ja auch wirklich geschah.

Eigentlich, so meine These, zielte das Eingreifen in den Koreakrieg sogar eigentlich auf die junge Volksrepublik China, die damals (1950) gerade kaum ein Jahr alt war und gerade die US-Marionette Chiang Kai Check geschlagen hatte.

Parallelen zur Gegenwart

Das ist ja alles nun wirklich keine “Verschwörungstheorie”, denn genau dieses Verfahren wurde von den USA ja später wiederholt angewandt. “Grenzzwischenfälle” wurden bewußt “herbeigeführt”, im Zweifelsfall sogar erfunden, um einen Kriegsgrund aus dem Hut zu zaubern.
Ich nenne als Beispiele den erfolgreichen Fake des Zwischenfalls im Golf von Tonking, die bewußte Ermunterung Saddam Husseins zur Besetzung durch US-Botschafterin Glaspie, die nicht verwirklichten Fake – Pläne zur Auslösung von “Grenzkonflikten” (plus Terror) im Rahmen der Northwood – Papiere oder die geradezu monströse Geschichte von der gescheiterten Opferung der Mannschaft der “Liberty” 1967.
Ich will damit sagen, von der Wahrscheinlichkeit her spricht alles für eine geplante Aggression der US-Marionette Syngman Rhee gegen die damals vergleichsweise schwächbrüstige nordkoreanische Republik. Schließlich konnte Syngman Rhee sich unbedingt sicher sein, daß die USA ihn unterstützen würde, wenn er in Schwierigkeiten kommen sollte.

Disclaimer

Ach so, noch ein Disclaimer. Ich erkläre hiermit klar und deutlich, daß ich kein Anhänger der nordkoreanischen Regierung oder der Juche-Ideologie bin. Auch halte ich das nordkoreanische Regime für nicht demokratisch. Ich sehe in ihm ein Erbe eines der grausamsten Kriege, die nach 1945 vom US – Imperium geführt wurden. Aber den Haß, den die nordkoreanische Gesellschaft auf die USA empfinden muß, den kann ich nachvollziehen und verstehen.
Ich wünsche dem gesamten koreanischen Volk auf beiden Seiten der Demarkationslinie eine friedliche und friedvolle Wiedervereinigung und endlich eine Befreiung von all dem Horror, den dieses sympathische Volk seit über 100 Jahren heimsucht.

Gewiß finden sich zu diesem Artikel auch wieder Komiker, die behaupten, daß so etwas wie das nordkoreanische Regime “immer lügt”, “das weiß man doch”, “irrer Diktator”, worauf ich erwidere, daß auch stalinistische Dikaturen gewöhnlich rational handeln und nicht selbstmörderisch und “irre”.
Aber das mit dem “irre” ist ohnehin so eine beliebte imperiale Public Relation Floskel. Wir erinnern uns diesbezüglich an den “Irren von Bagdad” (Saddam Hussein) oder den “Irren von Teheran” (Ahmedinedschad). Die Melodie ist immer die gleiche. Die imperiale Public Relation ist diesbezüglich so stumpfsinnig, daß es eigentlich der letzte Hinterwäldler schon gemerkt haben müßte, wie sie arbeitet.

Ich gebe zu, daß ich nur unzureichend mit klaren harten Fakten die Frage des Titels beantworten kann. Speziell über die Vorgänge des 25. Juni selbst gibt es für mich derzeit keine näheren Informationen außer von http://www.kdvr.de, die sich auf nordkoreanische Quellen beziehen. Aber auch angesichts der Faktenlage bleibt Ockhams Raser eine zuverlässige Methode.

Schlußfolgerungen

Meine Schlußfolgerung aber ist die, daß ich geradezu zwingend davon ausgehe, daß die Grenzzwischenfälle bewußt von US-Militärkreisen vermittelt über die südkoreanischen Marionettentruppen ausgelöst wurden, um zu einem günstigen Zeitpunkt (UdSSR hatte Sicherheitsrat aus Protest verlassen) den Krieg auszulösen und das “Eingreifen” der US – Armee “publizistisch” (d.h. propagandistisch) vorzubereiten. Diese publizistische Legende von 1950 war offenbar so erfolgreich, daß sie bis heute andauert.

Die Verbrechen, die die amerikanische Soldateska am koreanischen Volk damals verübte (und die in der Konsequenz zur Zementierung der koreanischen Teilung und auch zum Kim Jong Il Regime führten) fanden unter völliger Abwesenheit jeder Art von kritischer Presse statt. Wenn man an den McArthurschen Plan denkt, einen radioaktiven “Strahlengürtel als Grenze” zu China zu ziehen (lesen Sie bitte wirklich diesen Artikel nach!), dann fragt man sich wirklich, was für Wahnsinnige nicht erst seit dem 11.9.2001 in den US-Militär- und Regierungsstäben sitzen.

Ich zitiere abschließend aus dem oben erwähnten Artikel in Le Monde Diplomatique:

Als Nachruf auf diesen entfesselten Luftkrieg sei noch die Schilderung seines Erfinders, General Curtis LeMay, zitiert. Über den Beginn des Krieges sagte er 1966 in einem Interview: “Wir schoben beim Pentagon sozusagen eine Mitteilung unter der Tür durch, die in etwa lautete: ,Lasst uns doch fünf der größten Städte in Nordkorea niederbrennen – sie sind nicht besonders groß -, und damit dürfte die Angelegenheit dann beendet sein.’ Nun, als Antwort kam das empörte Geschrei von vier, fünf Leuten: ,Ihr werdet eine Menge Nichtkombattanten töten’, und: ,Nein, das ist zu schrecklich.’ Doch dann haben wir innerhalb von etwa drei Jahren jede Stadt in Nordkorea und auch in Südkorea niedergebrannt. Tja, über einen Zeitraum von drei Jahren kann man das offenbar goutieren, aber ein paar Menschen zu töten, damit das gar nicht erst passiert, das können viele Leute eben nicht verkraften.”

Und soll niemand glauben, sie hätten sich geändert.

https://nemetico.wordpress.com/2009/02/10/wie-begann-der-koreakrieg/

 

Nemetico

Quelle/Gesamter Text: politblog.net

Der erste Krieg nach dem Weltkrieg:

http://www.aref.de/kalenderblatt/2010/25_koreakrieg_1950.php

Der erste Krieg nach dem Krieg
Vor 60 Jahren: Beginn des Koreakriegs

Nordkoreanische Truppen am 38. Breitengrad
Foto: Public domain http://teachpol.tcnj.edu
25.06.1950: In der Nacht (zum 25. Juni) überschreiten nordkoreanische Truppen den 38. Breitengrad, der seit fünf Jahren das Land teilt. Sie wollen die Wiedervereinigung Koreas unter kommunistischer Herrschaft erzwingen. Nach vier Tagen (am 29.06.1950) erobern die Kommunisten die südkoreanische Hauptstadt Seoul und kurze Zeit später die gesamte koreanische Halbinsel.

Als Nordkorea auf die Beschlüsse des Weltsicherheitsrates nicht reagiert, treten die USA auf südkoreanischer und (Maos frisch gegründete Volksrepublik) China auf nordkoreanischer Seite in den Krieg ein.

Der dreijährige Krieg führt nach wechselseitigen Erfolgen zur Ausgangsposition zurück und zementiert die Teilung Koreas am 38. Breitengrad (Das Waffenstillstandsabkommen von Panmunjom am 27.07.1953) .

Die Bilanz: Die gesamte Industrie des Landes und 4 1/2 Millionen Menschen (600.000 koreanische, 900.000 chinesische, 50.000 US-amerikanischen Soldaten und 3 Millionen Zivilisten) haben ihr Leben verloren.

* * *
B-29-Bomber „Superfort“
im August 1951 über Nordkorea.
Foto: U.S. Airforce, Public Domain http://teachpol.tcnj.edu
Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag, und Nordkorea gilt als Krisenherd.
Wie kam es überhaupt zur Teilung des Landes?

Am Ende des 2.Weltkriegs teilten die Siegermächte nicht Japan, sondern das seit 1910 von Japan besetzte Korea unter sich auf. Die UdSSR besetzten den Norden, die USA den Süden. Innerhalb kürzester Zeit waren Nord- und Südkorea ideologisch verfeindet, und es kam zum Krieg.

In den USA wurde eine Kampagne gegen Kommunismus und „unamerikanische Umtriebe“ mit Verhaftungen und Entlassungen aus dem Staatsdienst losgetreten. Die USA waren fest davon überzeugt, dass Nordkorea den Krieg auf Weisung von Moskau (Stalin) begann. Diese Haltung erwies sich jedoch später als falsch.

In Deutschland beschleunigte der Koreakrieg die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik.

In Krisenzeiten haben Brandreden Hochkonjunktur, auch heute. Geändert haben sich nur die hochstilisierten Feindbilder. Und deshalb kämpfen und sterben heute auch deutsche Soldaten in Afghanistan.

Uwe Schütz

http://www.aref.de/kalenderblatt/2010/25_koreakrieg_1950.php

 

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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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