Die Eisenhower-Doktrin: Das Ziel der arabischen Länder, Selbstbestimmung zu erlangen, diffamierten die USA als kommunistisch. Damit rechtfertigte US-Präsident Eisenhower, dass er mit allen Mitteln, einschließlich der Verwendung von Atomwaffen,prowestliche Regime wie das von Saudi-Arabien schützen werde. Die US-Regierung und GB erklärten aber 1958: Sie würden in den Irak nur einmarschieren, wenn die irakische Regierung es versäume, „westliche Ölinteressen zu respektieren“ (nach Mills, Die Konsequenz). Die Eisenhower-Doktrin, die den Nahen Osten nach dem Zusammenbruch des Suez-Abenteuers unter den militärischen Schutz der Vereinigten Staaten stellte, wurde von Schukow als „eine Politik“ bezeichnet, „die zum Kriege führen muß. Sie ist eine Neuausgabe der alten Kolonialpolitik.“ Die Sowjetunion sah darin auch eine Gefährdung der eigenen Sicherheit: „Was würden Sie und was würde die amerikanische Öffentlichkeit denken, wenn die Sowjet-Union Basen in Mexiko oder Kanada errichten würde? Ich glaube, viele Amerikaner würden dabei ihren sicher guten und ruhigen Schlaf verlieren.“

Eisenhower-Doktrin

US-Präsident Dwight D. Eisenhower(1959)

Die Eisenhower-Doktrin ist eine am 5. Januar1957 vom damaligen US-amerikanischen PräsidentenDwight D. Eisenhower erlassene Ermächtigung. Sie besagte, die USA werde überall und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln (also auch der Verwendung von Atomwaffen) prowestliche Regimes vor kommunistischer Unterwanderung oder einer Bedrohung durch die Sowjetunion schützen.

Die Doktrin wurde als Reaktion auf die Sueskrise formuliert, die zu einem Ende der westlichen Dominanz im arabischen Raum geführt hatte. Der arabische Nationalismus war auf Unabhängigkeit und Souveränität der arabischen Staaten aus, was von den USA mit kommunistischen Tendenzen gleichgesetzt wurde.

Zweimal wandte die USA die Eisenhower-Doktrin an: Im April 1957 unterstützte eine US-Flotte den jordanischen König Hussein I, als dieser gegen die eigene Regierung putschte, um eine Annäherung Jordaniens an die Sowjetunion zu verhindern. In der Libanonkrise 1958 kamen US-Truppen dem christlichen Staatspräsidenten Camille Chamoun zu Hilfe, der eine Einverleibung der damals einzigen pluralistischen Demokratie in der arabischen Welt durch die Vereinigte Arabische Republik, die bereits unter der Führung Nassers Syrien und Ägypten vereinigt hatte, durch muslimische Aufständische im Libanon verhindern wollte.

US-Soldaten in Beirut im Libanon

Die Popularität Nassers in der arabischen Welt und der Zusammenschluss Syriens und Ägyptens zur Vereinigten Arabischen Republik 1958 bedeutete einen Rückschlag für Eisenhowers Politik im Nahen Osten. Die Eingriffe der USA in die Politik der Region lösten in der arabischen Bevölkerung zudem eine Ablehnung der Vereinigten Staaten aus.

Beim Besuch des sowjetischen Ministerpräsidenten Nikita Sergejewitsch Chruschtschow in den USA 1959 schwenkten er und Eisenhower auf einen Koexistenzkurs der beiden Machtblöcke um. Im gleichen Jahr folgte auch die formale Aufgabe der Eisenhower-Doktrin.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenhower-Doktrin

EISENHOWER-DOKTRIN
Das Lehrgeld

Der Stellvertretende Ministerpräsident Mikojan, der zum inneren sowjetischen Führungskreis gehört, klagte jüngst auf einem Moskauer Empfang westlichen Diplomaten: „Der Eisenhower des Jahres 1957 ist nicht mehr derselbe wie der des Jahres 1956.“

Der sowjetische Verteidigungsminister, Marschall Schukow, schimpfte ebenfalls über seinen alten Kriegskameraden Eisenhower. Auf seiner Indienreise meinte der Marschall Anfang Februar zu Nehru: „Eisenhower ist zwar mein alter Freund

– als Soldat. Aber ich weiß nicht, was von

ihm als Soldaten noch übriggeblieben ist oder ob er überhaupt noch derselbe Mensch ist.“

Die Eisenhower-Doktrin, die den Nahen Osten nach dem Zusammenbruch des Suez-Abenteuers unter den militärischen Schutz der Vereinigten Staaten stellte, wurde von Schukow – „ich weiß nicht, ob Eisenhower ihr Urheber ist“ – als „eine Politik“ bezeichnet, „die zum Kriege führen muß. Sie ist eine Neuausgabe der alten Kolonialpolitik.“

Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten will tatsächlich nicht mehr in den sowjetischen Kalender passen. Berichte westlicher Zeitungskorrespondenten und Diplomaten aus Moskau sprechen von einer „Einkreisungshysterie“, die augenblicklich das politische Klima in der Sowjet-Union beherrscht. Sie rührt daher, daß sich die Amerikaner mit den Sowjets nicht in ein Gespräch einlassen wollen.

Neuestes Zeugnis der sowjetischen Gemütslage ist ein Gespräch, das der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschew wenige Tage nach der Abberufung des Außenministers Schepilow mit dem amerikanischen Journalistenstar Joseph Alsop hatte. Extrakt der Darlegungen Chruschtschews: Die Sowjets möchten heute an das Ergebnis jenes Tages wieder anknüpfen, an dem sie – im Jahre 1955 – Genf verließen. Sie möchten die Krise des Ostens und des Westens im Oktober 1956 vergessen machen. Doch die sowjetischen Vorbehalte, die aus den Worten Chruschtschews klangen, dürften den Versuch, die Uhr zurückzustellen, von vornherein unmöglich machen.

Über die „Einkreisungshysterie“, die heute die sowjetische Politik

bedrückt, sagte der kommunistische Parteichef: „Wir glauben tatsächlich, daß die Vereinigten Staaten materielle und psychologische Vorbereitungen für den dritten Weltkrieg treffen … Was würden Sie und was würde die amerikanische Öffentlichkeit denken, wenn die Sowjet-Union Basen in Mexiko oder Kanada errichten würde? Ich glaube, viele Amerikaner würden dabei ihren sicher guten und ruhigen Schlaf verlieren.“

Über die Eisenhower-Doktrin meinte Chruschtschew: „Die Situation im Nahen Osten ist sowohl kompliziert als auch gefährlich. Der Rauch des Krieges hat sich noch nicht verzogen . . . Den Völkern des Nahen Ostens muß gestattet werden, sich nach ihren eigenen Wünschen zu entwickeln . . . Wir erkennen durchaus an, daß Großbritannien und Frankreich das Öl des Nahen Ostens benötigen. Doch wir meinen, daß man das nahöstliche Öl durch normale finanzielle Transaktionen erhalten kann.“

Zur Frage der Abrüstung erklärte Chruschtschew: „Die sowjetischen Truppen könnten von allen europäischen Territorien, wo sie zur Zeit aufgrund von Verträgen und Übereinkünften stationiert sind, zurückgezogen werden . . ., wenn die Vereinigten Staaten ebenfalls ihre Truppen aus Europa und Asien abziehen und gleichzeitig alle ihre auswärtigen Militärbasen liquidieren . . . Wir wünschen ausdrücklich, daß sich unsere Beziehungen zu den USA normalisieren . . . Wir leben schließlich alle auf einem Planeten und müssen endlich einen Weg finden, um gemeinsam unter den Bedingungen einer friedlichen Koexistenz zu leben . . . Allerdings müssen die westlichen Staatsmänner die Existenz sozialistischer Länder anerkennen als etwas, wie ein Gläubiger sagen würde, von Gott Gegebenes.“

Mit diesen Formulierungen schoß nun Chruschtschew weit über das Ziel hinaus, das auch gutwillige Amerikaner der sowjetischen Politik zugestehen wollen:

– Die von dem sowjetischen Parteichef

geforderte Anerkennung der kommunistischen Regimes, meinte die „New York Herald Tribune“, verberge, daß „die Sowjets das Recht beanspruchen, ihre Macht einzusetzen, um den Sturz der ‚von Gott gegebenen‘ kommunistischen Regierungen zu verhindern“.

– Den von Chruschtschew geforderten

Preis für die Räumung Europas von sowjetischen Truppen – den amerikanischen Rückzug aus Europa und Asien und gleichzeitig die Auflösung aller außeramerikanischen Militärbasen – haben bislang selbst Amerikaner wie der Abrüstungsbeauftragte Stassen und der ehemalige Botschafter Kennan nicht erwogen. Beiden schwebte immer nur der Plan einer „militärisch verdünnten mitteleuropäischen Zone“ vor, aus der sich die sowjetischen und amerikanischen Truppen gleichzeitig zurückziehen sollten.

Joseph Alsop schloß seine Unterhaltung mit der Frage, was es zu bedeuten habe, daß der sowjetische Außenminister Schepilow durch Andrej Gromyko ersetzt worden sei. Chruschtschew antwortete, daß über die sowjetische Außenpolitik kollektiv vom Präsidium des Obersten Sowjets (des sowjetischen Scheinparlaments) entschieden wird und daß der Außenminister die Aufgabe habe, „die bereits formulierte Politik in die Wirklichkeit umzusetzen“.

„Aber“, fügte Chruschtschew hinzu, „unser mürrischer Genosse Gromyko kann sehr hübsch lächeln, wenn seine Verhandlungspartner ebenfalls lächeln.“

Die Verhandlungspartner des neuen sowjetischen Außenministers Gromyko beschlossen, nicht zu lächeln.

Das Interview des Joseph Alsop mit Nikita Chruschtschew, der auch heute noch der stärkste Mann, in der UdSSR ist, erregte in den USA kein sonderliches Aufsehen. Die „New York Herald Tribune“ bemerkte trocken zu dem Gespräch ihres Stars mit dem mächtigen Sowjetmenschen: „Man kann hoffen, daß Gromykos Kenntnisse über die Vereinigten Staaten die Sowjet-Union davor schützen werden, die amerikanischen Friedensabsichten, aber auch den Willen, jedem Friedensbruch entschieden entgegenzutreten, zu unterschätzen. Darüber hinaus muß die Grundlage der sowjetischen Außenpolitik und nicht einer ihrer Repräsentanten ausgewechselt werden . . . Neue Gesichter bedeuten nicht notwendigerweise einen Wechsel der sowjetischen Praktiken, noch bedeuten neue Praktiken eine Änderung der sowjetischen Ziele. Diese Erkenntnis hat inzwischen die Welt mit einigem Lehrgeld bezahlt.“

Noch schärfer formulierte am Donnerstag letzter Woche Stewart Alsop, der Bruder und journalistische Partner des Chruschtschew-Besuchers Joseph Alsop, die gegenwärtige außenpolitische Position Amerikas.

„Chruschtschews Erklärungen“, schrieb er, „scheinen der Schlußpunkt unter den (amerikanisch-sowjetischen) Entspannungsgesprächen zu sein – vielleicht ein für allemal. Denn Chruschtschews Preis (für einen sowjetischen Rückzug aus Europa) ist nicht nur der Abzug der amerikanischen Streitkräfte vom europäischen Kontinent, sondern auch aus Asien. Das ist keine ernste Basis für weitere Verhandlungen. Wenn es jemals eine Zeit gegeben hat, in der eine Chance für eine Weltbefriedigung vorhanden war, dann scheint diese Zeit jetzt jedenfalls vorüber zu sein.“

New York Herald Tribune

Plattenjockei Chruschtschew

Parteisekretär Chruschtschew

Wir können lächeln …

Journalist Joseph Alsop

… wenn unsere Partner lächeln

 

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41120625.html

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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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