Hänsel und Gretel mit Waffen: US-Waffenlobby schreibt Märchen um und stellt Krieg und Gewalt als normal und notwendig dar! Es passt zusammen mit der US-Außenpolitik, die immer mehr auf Gewalt setzt und schwört so die Kinder darauf ein! Aber die Kosten an Menschenleben dieser Kultur sind schon heute hoch: Dan Gross, Präsident der «Brady Campaign to Prevent Gun Violence», teilte mit: «Märchen machen natürlich viel mehr Spass als die harte Wahrheit, dass in Amerika jeden Tag beinahe 50 Kinder und Jugendliche durch Schusswaffen verletzt oder getötet werden.»

US-Waffenlobby schreibt Märchen um
Hänsel und Gretel haben Knarren
Mit neuen Fassungen klassischer Märchen will der amerikanische Waffenverband NRA Kinder für Schusswaffen interessieren. In der NRA-Version tragen die Märchenfiguren Gewehre mit sich herum.
  • 26.3.2016, 09:12 Uhr
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Mit der Umschreibung des Originalmärchens von Hänsel und Gretel will die amerikanische Waffenlobby Kinder für Waffen interessieren. (Bild: National Rifle Association)

 

Mit neuen Fassungen klassischer Märchen will der amerikanische Waffenverband NRA Kinder für Schusswaffen interessieren. Der Unterschied zu den Originalgeschichten: In der NRA-Version tragen die Märchenfiguren Gewehre mit sich herum. Zwei dieser Erzählungen hat die Organisation schon auf einer Webseite veröffentlicht – «Rotkäppchen» sowie «Hänsel und Gretel».

«Originalmärchen sehr gewalttätig»

Die beiden Adaptionen bleiben unblutig. Im Falle von Rotkäppchen genügt schon das Entsichern der Waffe, um die Grossmutter vor dem Wolf zu schützen. «Oh, wie der Wolf es hasste, wenn Familien gelernt hatten, sich selbst zu verteidigen», heisst es dort. Verfasst hat die Geschichten die Kinderbuchautorin und Bloggerin Amelia Hamilton.

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Auch die Grossmutter hat nun eine Waffe und hält den Wolf damit in Schach – so die Werbebotschaft der NRA. (Bild: National Rifle Association)

«Die Originalmärchen sind sehr gewalttätig. Würde man Kindern mehr über Sicherheit beibringen, liessen sich die darin geschilderten Situationen vermeiden», sagte Hamilton in einem Interview der NRA-Sendung «Cam & Co». Im Mai will die Autorin eine Neuversion von «Die drei kleinen Schweinchen» veröffentlichen.

Jeden Tag 50 Kinder durch Schusswaffen verletzt oder getötet

Anti-Waffenvereinigungen kritisieren Hamiltons Kurzerzählungen scharf. Dan Gross, Präsident der «Brady Campaign to Prevent Gun Violence», teilte mit: «Märchen machen natürlich viel mehr Spass als die harte Wahrheit, dass in Amerika jeden Tag beinahe 50 Kinder und Jugendliche durch Schusswaffen verletzt oder getötet werden.»

Der einfache Zugang zu Gewehren und Pistolen führt in den USA immer wieder dazu, dass selbst Kleinkinder sich selbst oder andere Menschen damit verletzen. Erst vor zwei Wochen hatte ein Vierjähriger seiner Mutter bei einer Autofahrt versehentlich in den Rücken geschossen.

http://www.nzz.ch/newsticker/haensel-und-gretel-haben-knarren-us-waffenlobby-schreibt-maerchen-um-1.18718879#kommentare

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