Wer für eine Verhandlungslösung im Kurdenkonflikt eintritt, wird von Erdogan inzwischen selbst als Unterstützer des Terrorismus bezeichnet! Türkischer Journalist berichtet über massive Bedrohung der Pressefreiheit! 34 Journalisten sind bereits inhaftiert. Auf der Rangliste der Pressefreiheit belegt das Nato-Mitglied unter 180 Ländern derzeit den 149. Platz. Es gibt viele Unterstützer für Verhandlungen und Versöhnung mit den Kurden!

Redaktionsräume, die von der Polizei besetzt werden. Journalisten, die entlassen, eingeschüchtert und auf offener Strasse verprügelt werden. Reporter, die als «Terroristen» im Gefängnis landen. Wer in der Türkei kritischen Journalismus betreibt, muss immer öfter um seinen Job oder seine Freiheit bangen. Unter der islamisch-konservativen AKP-Regierung erlebt das Land, das sich früher für seine pluralistische Medienlandschaft rühmen durfte, laut Beobachtern wie Reporter ohne Grenzen einen kontinuierlichen Niedergang der Presse- und Meinungsfreiheit. Auf der Rangliste der Pressefreiheit belegt die Türkei unter 180 Ländern derzeit den 149. Platz.
Baris Ince, Chefredaktor der kleinen linksorientierten Zeitung «Birgün»:
„Erdogan kennt keine Grautöne mehr, für ihn gibt es nur noch die, die für ihn oder gegen ihn sind. Diese Denkweise, Zweifler zu Staatsfeinden und zu Aussätzigen zu erklären, kann man nicht anders als faschistisch nennen. Wer zum Beispiel findet, dass es im Kurdenkonflikt nichts bringt, auf das Militär zu setzen, sondern eine politische Lösung will, der ist laut Erdogan neuerdings selber ein Unterstützer des Terrorismus.
Welche Haltung vertritt «Birgün» im Kurdenkonflikt?
 
Wir machen uns mit niemandem gemein. Wir kritisieren die kurdischen Militanten, die vor Mord an Zivilisten nicht zurückschrecken, genauso wie die türkische Armee, deren Kriegsführung im Südosten alles nur noch schlimmer macht. Niemand hat das Recht, das Leben von Zivilisten auszulöschen.
 
Damit stehen Sie im Moment ziemlich alleine da, oder? Die meisten Medien trommeln für Erdogans harte Linie.
 
Patriotische Schlagzeilen verkaufen sich immer gut. Aber ich glaube, es gibt in der Türkei viel mehr Stimmen, die auf Verhandlungen und Versöhnung setzen, als das von aussen den Anschein haben mag. Wir beziehen jedenfalls klar Stellung gegen Erdogans Kriegskurs. So wird man die PKK sicher nicht los.“ http://www.nzz.ch/feuilleton/medien/interview-mit-baris-ince-fuer-erdogan-sind-wir-aussaetzige-ld.9881
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