Nachfrageüberhang: Die Preise dafür schnalzten in den vergangenen vier Jahren um 40 Prozent nach oben. Das Einkommen regionaler Bauern spiegeln sie dennoch nicht wider. 70 Prozent der Bohnen wachsen in Ghana und Côte d’Ivoire. Kinderarbeit ist weitverbreitet, viele Kleinbauern können sich erwachsene Kräfte nicht leisten. Kinder leisten in der Folge schwere körperliche Arbeit, leiden unter Belastungen durch massiven Pestizideinsatz und versäumen die Schule. Aus Rößlers Sicht müsste sich der Kakaopreis einmal mehr verdoppeln, um die Bauern angemessen entlohnen zu können. Heindl hat da seine Zweifel: „Es wäre viel gewonnen, wenn das, was schon jetzt bezahlt wird, nicht bei den Investoren, sondern den Landwirten landet.“ Die Spekulation auf Rohstoffe sei das eigentliche Übel. Rößler macht den stärkeren Hebel bei Produzenten in Westafrika aus: Diese müssten sich besser unter einem Dach organisieren

Rohstoff: Kakao und der Teufelskreis der Armut

VERENA KAINRATH 26. März 2016, 08:00 59 POSTINGS

Der Preis für die begehrte Bohne schlägt Kapriolen. Die Industrie fürchtet Engpässe und verspricht, Missstände zu bekämpfen Wien – Er war selbst in Côte d’Ivoire, er habe gesehen, unter welchen Bedingungen Kakao angebaut werde, sagt Walter Heindl. Und nach dieser Erfahrung zahle er gern sieben, acht Prozent mehr für faire Produktion. „Wir haben die moralische Verpflichtung dazu.“ Der Chocolatier stellte seinen Wiener Betrieb schon vor Jahren auf fairen Handel um. Doch von den Preiskapriolen der internationalen Kakaomärkte kann auch er sich nicht abkoppeln.

Gut 3150 Dollar kostet die Tonne der braunen Bohne derzeit, vor wenigen Tagen waren es 3300 Dollar, bald sollen es, Prognosen zufolge, 3600 Dollar sein. Er kenne diese Branche nun seit 40 Jahren, sagt Heindl, aber vieles sei nicht mehr erklärbar. Fest steht: Der Bedarf an Kakao übersteigt das Angebot. Die Preise dafür schnalzten in den vergangenen vier Jahren um 40 Prozent nach oben. Das Einkommen regionaler Bauern spiegeln sie dennoch nicht wider. 70 Prozent der Bohnen wachsen in Ghana und Côte d’Ivoire. Kinderarbeit ist weitverbreitet, viele Kleinbauern können sich erwachsene Kräfte nicht leisten. Kinder leisten in der Folge schwere körperliche Arbeit, leiden unter Belastungen durch massiven Pestizideinsatz und versäumen die Schule.

Kakao an der Elfenbeinkueste
Elfenbeinkueste, Sinikosson, Kakaoplantage, Kakao, Plantage, Anbau, Landwirtschaft, Junge, Portrait, Kind, Kinderportrait, Kinderarbeit, Einheimischer, Bevoelkerung, Westafrika, Afrika, 02.10.2008. QF English: Ivory Coast, Sinikosson, cocoa plantation, agriculture, cultivation, boy, portrait, child labour, chocolate, West Africa, October 2, 2008.11 year old Ibra, using a machete tied to a stick to harvest cocoa pods from a tree on father’s cocoa plantation on outskirts of village of Sinikosson.He does not attend school, work begins at 8 am. He has no idea what happens to the cocoa beans.||Kakao an der Elfenbeinkueste.Der 11-jaehrige Ibra erntet mit seiner Machete reife Kakaofruechte auf der Kakaoplantage seines Vaters am Rande des Dorfs Sinikosson.Er besucht keine Schule, die Arbeit beginnt in der Regel um 8 Uhr morgens und umfa??t das abschneiden der Fruechte, einsammeln, mit der Machete aufschlagen, Bohnen entnehmen…Die Familie lebt von der Hand in den Mund und kann keinerlei Ruecklagen bilden.Der Verkauf der Kakaobohnen bildet fuer sie die einzige veritable Einnahmequelle.Ibra weiss nicht was anschliessend mit den Bohnen geschieht.Kakao ist der Grundstoff zur Herstellung von Schokolade.Das Land ist weltgroesster Kakaoproduzent und -exporteur, mit einer Ernte von ca. 1 Million Tonnen in 2008. Damit hat es einen Anteil von ca. 34 % der weltweiten Gesamtproduktion.Hauptsaechlich bedingt durch Koruption in Regierung und Kakaobehoerden und dem Eigeninteresse multinationaler Konzerne (Cargill, ADM, Callebaut, Nestl?â ) ist das Einkommen der Erzeuger

Angst vor Verknappung Große Konzerne wie Nestlé versprechen, Ausbeutung auf Plantagen zu reduzieren. Nicht zuletzt aus eigenem Interesse: Angst geht um, dass sich ihr wichtiger Rohstoff weltweit verknappt. Rezepte, um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen fehlen jedoch. Auch Stefan Rößler, Analyst der Erste Asset Management, sieht die Schwächen des Kakaoanbaus in niedrigen Umwelt-, Sozial-, und Arbeitsstandards. Zwar gebe es erste Ansätze für Verbesserungen, sagt er, doch es hapere bei der Umsetzung. Nur in höhere Produktivität zu investieren sei einseitig. Es brauche nachhaltigen Anbau. Aus Rößlers Sicht müsste sich der Kakaopreis einmal mehr verdoppeln, um die Bauern angemessen entlohnen zu können. Heindl hat da seine Zweifel: „Es wäre viel gewonnen, wenn das, was schon jetzt bezahlt wird, nicht bei den Investoren, sondern den Landwirten landet.“ Die Spekulation auf Rohstoffe sei das eigentliche Übel. Rößler macht den stärkeren Hebel bei Produzenten in Westafrika aus: Diese müssten sich besser unter einem Dach organisieren. Bei der Vielzahl an Bauern kein leichtes Unterfangen. Ihnen gegenüber stehen weniger als zehn internationale Konzerne, die die Ernte unter sich aufteilen. Unterm Strich blieben nur zwei Möglichkeiten, sagt Rößler: „Entweder die Unternehmen verzichten auf Gewinnspannen, oder die Konsumenten zahlen mehr.“ Fast neun Kilo Schokolade konsumiert ein Österreicher im Jahr im Schnitt. Rund um Ostern überbieten sich Lebensmittelhändler mit Aktionspreisen. (Verena Kainrath, 26.3.2016)

– derstandard.at/2000033519125/Rohstoff-Kakao-und-der-Teufelskreis-der-Armut

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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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