5 Jahre Haft für Rapper im Paradies für Unternehmer und eine kleine Staatselite im rohstoffreichen Angola! „Sie verdammen diese Burschen, die bloß ihre Rechte verteidigen wollen, und beschützen den Präsidenten, der alles stiehlt.“ Der Staatspräsident kontrolliert über verschiedene Mechanismen sämtliche Staatsorgane, einschließlich des nunmehr geschaffenen Verfassungsgerichts; von einer Gewaltenteilung kann man infolgedessen nicht sprechen, ein System, wie die zäsaristische Monarchie Napoleon Bonapartes. „Das Wirtschaftswachstum Angolas ist momentan das größte in Afrika. Allerdings kommen die Einkünfte aus den Rohstoffvorkommen nicht bei dem Großteil der Bevölkerung an, sondern bei korrupten Nutznießern innerhalb der politisch und ökonomisch Herrschenden des Landes sowie einer sich langsam bildenden Mittelschicht. Nicht zu Unrecht preisen daher in- und ausländische Unternehmer Angola als eine Art Paradies. Ein großer Teil der Bürger ist arbeitslos und etwa die Hälfte leben unterhalb der Armutsgrenze. Amnesty hält die Verurteilung für Unrecht und rein machtpolitisch!

Rapper in Angola wegen Rebellion verurteilt

30. März 2016

Lange Haftstrafen für 17 Mitglieder eines kritischen Lesekreises zeigen die Härte von Langzeitpräsident dos Santos

Luanda/Wien – In Luanda, der Hauptstadt Angolas, sind am Montag 17 Mitglieder eines oppositionellen Lesekreises zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Den jungen Aktivisten wurde vorgeworfen, eine Rebellion gegen den seit 37 Jahren regierenden Präsidenten José Eduardo dos Santos organisiert zu haben. Zudem wurden sie der Passfälschung und des zivilen Ungehorsams schuldig gesprochen. Der Fall sorgt nun bei Menschenrechtsgruppen für Empörung.

Dabei war die Gruppe bereits im Juli 2015 in Luanda verhaftet worden, nachdem sich die Mitglieder getroffen hatten, um das 1993 erschienene Buch „Von der Diktatur zur Demokratie: Ein Leitfaden für die Befreiung“ des US-Politologen Gene Sharp zu lesen. Rapper gegen die Polit-Elite Unter den Verurteilten befindet sich auch der bekannte Rapper und Aktivist Luaty Beirão, der nach seiner Verhaftung im September in einen fünfwöchigen Hungerstreik getreten war. Beirão, der unter dem Namen „Ikonoklasta“ rappt, wurde bei Protesten gegen den Präsidenten 2011 mit dem Lied „Sou Um Kamikaze Angolano E Esta É A Minha Missão“ (Ich bin ein Kamikaze Angolas, und das ist meine Mission) populär. lusohiphop Ein regierungskritisches Lied des Rappers Luaty Beirão.

Er selbst stammt aus privilegierten Kreisen. Sein Vater war Politiker in der Präsidentenpartei, der Volksbewegung zur Befreiung Angolas (MPLA). Er wuchs zwischen Portugal – dem ehemaligen Kolonialherrscher – und Angola auf, anders als viele Angolaner abgeschirmt von den Bürgerkriegswirren. Seit seiner Heimkehr ist er im politischen Widerstand gegen das autoritäre Regierungssystem tätig, das er als „Spinnennetz aus Angst und Patronage“ bezeichnet.

Kein Platz für Opposition

Dafür hat er schon viel eingesteckt: Er wurde verprügelt, seine Familie bedroht, ihm wurde Kokainbesitz unterstellt. Kurz vor seiner Verhaftung im Juli sagte er der südafrikanischen Zeitung „Mail & Guardian“: „Die Drohungen werden belastender, aber wir können jetzt nicht mehr zurück.“ Beirão fasste nun fünfeinhalb Jahre Haft aus, die anderen Mitglieder zwischen zwei und acht Jahren. Eine Mutter sagte nach Bekanntgabe des Urteils: „Sie verdammen diese Burschen, die bloß ihre Rechte verteidigen wollen, und beschützen den Präsidenten, der alles stiehlt. Das Urteil ist Müll für mich.“ Deprose Muchena von Amnesty International sagte der „New York Times“: „Die Aktivisten wurden in diesem hochpolitischen Prozess zu Unrecht verurteilt.“ Die Verurteilten wurden nach dem Richterspruch sofort in Haft geschickt. Ihr Verteidiger hat angekündigt, Berufung vor dem obersten Gericht Angolas einzulegen. (saw, 30.3.2016) – derstandard.at/2000033889838/Rapper-in-Angola-verurteilt

A group of 17 political activists known as the Luanda Book Club received prison sentences for plotting to overthrow Angola’s government, the local news media reported Tuesday. Members of the group were arrested at a 2015 meeting where they discussed “From Dictatorship to Democracy,” a book by Gene Sharp that was described as “a blueprint for nonviolent resistance to repressive regimes.” State prosecutors say they were planning a coup, the independent news website Rede Angola reported. The activists were sentenced to prison terms ranging from two years and three months to eight and a half years, Rede Angola reported. “The activists have been wrongly convicted in a deeply politicized trial,” said Deprose Muchena of Amnesty International.

Zum angloanischen System: „Die 2010 vom Parlament angenommene Verfassung hat die autoritären Züge des politischen Systems nochmals verschärft. Hervorzuheben ist, dass die Präsidentschaftswahl abgeschafft wurde und in Zukunft der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende derjenigen Partei, die bei den Parlamentswahlen die meisten Stimmen erhält, automatisch Staatspräsident bzw. Vizepräsident sind. Der Staatspräsident kontrolliert über verschiedene Mechanismen sämtliche Staatsorgane, einschließlich des nunmehr geschaffenen Verfassungsgerichts; von einer Gewaltenteilung kann man infolgedessen nicht sprechen. Es handelt sich also nicht mehr um ein Präsidialsystem, wie es das etwa in den USA oder Frankreich gibt, sondern um ein System, das verfassungsrechtlich in dieselbe Kategorie fällt, wie die zäsaristische Monarchie Napoleon Bonapartes, das korporative System António de Oliveira Salazars nach der portugiesischen Verfassung von 1933, die brasilianische Militärregierung nach der Verfassung von 1967/1969 sowie verschiedene autoritäre Regime im gegenwärtigen Afrika.[61]

„Das Wirtschaftswachstum Angolas ist momentan das größte in Afrika. Allerdings kommen die Einkünfte aus den Rohstoffvorkommen nicht bei dem Großteil der Bevölkerung an, sondern bei korrupten Nutznießern innerhalb der politisch und ökonomisch Herrschenden des Landes sowie einer sich langsam bildenden Mittelschicht. Nicht zu Unrecht preisen daher in- und ausländische Unternehmer Angola als eine Art Paradies.[89] Ein großer Teil der Bürger ist arbeitslos und etwa die Hälfte leben unterhalb der Armutsgrenze, wobei es drastische Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt. Eine Erhebung des Instituto Nacional de Estatística von 2008 kommt zu dem Ergebnis, dass auf dem Lande rund 58 % als arm zu betrachten waren, in den Städten jedoch nur 19 %, insgesamt 37 %. Die Gesamtbevölkerung wird auf 16 bis 18 Millionen geschätzt.[90] In den Städten, in denen sich inzwischen mehr als 50 % der Angolaner zusammenballen, ist die Mehrheit der Familien auf Überlebensstrategien angewiesen.[91] Dort wird auch die soziale Ungleichheit am deutlichsten greifbar, insbesondere in Luanda.[92] Im Human Development Index der UNO nimmt Angola stets einen Platz unter den letzten ein.[93] 2008 wies Angola auf dem Gini-Index, der die Einkommensunterschiede in einem Land misst, den (sehr hohen) Wert von 0,62 auf.[94]

https://de.wikipedia.org/wiki/Angola

Advertisements

Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s