Babyhandel für Paare ohne Kinder aus der Oberschicht! Keine Nachkommen zu haben, gilt als grosse Schmach in Niger, und moderne Fortpflanzungsmedizin ist kaum verfügbar. Die ehemalige französische Kolonie gilt als weltweit ärmstes Land , trotz grossen Uranvorkommen und anderen Bodenschätzen. Kinder aus dem Nachbarland Nigeria werden entführt und an reiche Niger verkauft. das häufige Verschwinden von Kindern eine Tatsache und permanenter Anlass von Sorge für viele Eltern. Im Jahr 2013 enthüllte die nigrische Zeitung «L’évènement» die kriminellen Machenschaften einesKinderhändlerrings . Im nächsten Jahr kam es zu den ersten Verhaftungen. Involviert waren rund zwanzig Minister, Bankiers, Geschäftsleute, Armeeoffiziere, Polizisten und oft auch deren Ehefrauen. Es stellte sich heraus, dass etwa dreissig Babys in Nigeria entführt oder «gekauft» wurden

Babyhandel in Niger
Wahlkampf und Kinderschmuggel
Der bisherige Präsident Issoufou hat die Wahlen in Niger gewonnen. Seinen Kontrahenten Amadou inhaftierte man wegen Babyhandels. Dabei wurden Kinder aus Nigeria entführt und an reiche Nigrer verkauft.
  • von David Signer
  • 30.3.2016, 15:04 Uhr

Vor ein paar Jahren ist in Niamey, der Hauptstadt des bitterarmen Sahelstaates Niger, plötzlich ein Babyboom ausgebrochen, und zwar vor allem in der Oberschicht. Frauen, denen jahrelang Nachwuchs verwehrt geblieben war, konnten auf einmal die Geburt eines Kindes feiern, obwohl sie selbst oft schon weit über die Menopause hinaus waren. Auffällig war auch die Häufung von Knaben und Zwillingen unter den Neugeborenen. Häufig hatte niemand eine Schwangerschaft bemerkt, oder die Frauen waren schon einige Zeit vor der Niederkunft verschwunden, oft nach Nigeria, angeblich wegen der besseren medizinischen Versorgung.

Aus Nigeria «importiert»

Niger ist das Land mit der höchsten Geburtenrate. Rund acht Kinder bringt eine Frau dort im Schnitt zur Welt. Zugleich gilt Niger als weltweit ärmstes Land , trotz grossen Uranvorkommen und anderen Bodenschätzen. Keine Nachkommen zu haben, gilt als grosse Schmach in Niger, und moderne Fortpflanzungsmedizin ist kaum verfügbar. Adoptierte Kinder sind zudem den leiblichen nicht gleichgestellt , und im Falle eines Todes steht die Witwe finanziell sehr schlecht da.

Das benachbarte Nigeria wiederum ist berüchtigt für seine «Babyfabriken». Fast jeder weiss dort von jungen Frauen zu berichten, die entführt und vergewaltigt wurden, die man dann in speziellen Häusern festhielt und zwang, ihr Baby zur Welt zu bringen. Nach der Geburt nahm man es der Mutter weg und verkaufte es. Nicht immer ist klar, was an diesen Geschichten wahr und was erfunden ist, aber auch jenseits der «Babyfabriken» ist das häufige Verschwinden von Kindern eine Tatsache und permanenter Anlass von Sorge für viele Eltern.

Es ist leicht, eins und eins zusammenzuzählen. Im Jahr 2013 enthüllte die nigrische Zeitung «L’évènement» die kriminellen Machenschaften einesKinderhändlerrings . Im nächsten Jahr kam es zu den ersten Verhaftungen. Involviert waren rund zwanzig Minister, Bankiers, Geschäftsleute, Armeeoffiziere, Polizisten und oft auch deren Ehefrauen. Es stellte sich heraus, dass etwa dreissig Babys in Nigeria entführt oder «gekauft» wurden; dann brachte man sie nach Benin und Burkina Faso zur «Legalisierung», das heisst, man stellte ihnen falsche Papiere aus. Dann ging es nach Niger.

Wahlkampf aus der Zelle

Eine zentrale Figur bei diesem Kinderhandel war eine der zwei Ehefrauen von Hama Amadou. Der 66-Jährige war Präsident des Parlaments, ehemaliger Premierminister und enger Vertrauter des Präsidenten Issoufou. Als aber im Gefolge der Untersuchungen seine Immunität aufgehoben wurde, verliess er sein Land überstürzt Richtung Burkina Faso und wurde zum engagierten Oppositionellen. In Frankreich gab er bekannt, dass er bei der nächsten Präsidentenwahl gegen Issoufou antreten wolle, und stellte die Verdächtigungen gegen ihn und seine Frau als politisches Manöver dar. Als er schliesslich nach Niger zurückkehrte, wurde er im November 2015 verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Trotzdem war es ihm möglich, zu kandidieren und seinen Wahlkampf von seiner Zelle aus zu führen. Die Opposition rief zwar zu einem Boykott der Wahlen auf, aber trotzdem schaffte es Amadou, beim ersten Durchgang 18 Prozent der Stimmen zu gewinnen und dem seit 2011 regierenden Präsidenten Issoufou das absolute Mehr zu vermasseln.

Bei der Stichwahl am 20. März gewann Issoufou dann allerdings mit 92 Prozent. Amadou wurde wenige Tage vor der Wahl aus nicht näher bezeichneten «gesundheitlichen Gründen» nach Frankreich ausgeflogen. Kaum war die Wahl vorbei, entschied das Gericht in Niamey, Amadou könne vorderhand auf freien Fuss gesetzt werden. Er soll in den nächsten Tagen nach Niger zurückkehren, derweil die Opposition die Rechtmässigkeit der Wahlen anzweifelt und eine «Regierung der nationalen Einheit» fordert.

Und die entführten Kinder? Die können vorderhand in Niamey bleiben. Laut der südafrikanischen Zeitung «Daily Maverick» hat die Regierung entschieden, dass es ihnen bei ihren neuen, wohlhabenden Eltern besser gehe als dort, wo sie herkommen.

http://www.nzz.ch/international/afrika/wahlkampf-und-kinderschmuggel-1.18720532

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Autor: demokratischewerkstatt

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