Fußball WM: «Die hässliche Seite des schönen Spiels» Amnesty erhebt schwere Vorwürfe gegen Katar und die FIFA: Wenn die Fifa nicht «sofort» handle, sei sie «mitverantwortlich» dafür, dass die Fussball-WM «auf dem Rücken zehntausender ausgebeuteter Arbeitsmigranten ausgetragen werde» Mit häufig falschen Versprechen werden südostasiatische Arbeiter in die Golfstaaten gelockt, verschulden sich und befinden sich dann in zwangsarbeitsähnlichen Bedingungen. Die Kritiken vor einigen Jahren haben bisher kaum eine Änderung bewirkt!

Fussball-WM in Katar 2022
«Die hässliche Seite des schönen Spiels»
Wegen menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen auf den Baustellen für die Fussball-WM steht Katar seit langem in der Kritik. In einem neuen Bericht spricht Amnesty gar von «Zwangsarbeit».
Arbeitsmigranten auf einer Baustelle in Doha im März 2013: © Amnesty International
Arbeitsmigranten im Sport-Komplex «Aspire Zone» in Doha (Bild: Naseem Zeitoon / Reuters)

Armselige Arbeitslager, verspätete und niedrigere Bezahlung als vereinbart, Verweigerung der Ausreise: Auf Katars Baustellen für die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 werden Arbeitsmigranten offenbar systematisch ausgebeutet. Zu diesem Schluss kommt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die in einem neuen Bericht schwere Kritik an dem Golfstaat und dem Weltfussballverband Fifa übt.

«Zwielichtige Arbeitsvermittler»

Es ist nicht das erste Mal, dass Amnesty diemenschenunwürdigen Arbeitsbedingungen auf den Baustellen anprangert. Doch getan hat sich ungeachtet aller Appelle offenbar kaum etwas. Wenn die Fifa nicht «sofort» handle, sei sie «mitverantwortlich» dafür, dass die Fussball-WM «auf dem Rücken zehntausender ausgebeuteter Arbeitsmigranten ausgetragen werde», sagte Regina Spöttl, Katar-Expertin bei Amnesty in Deutschland.

Die Organisation rechnet damit, dass sich die Zahl der Arbeitsmigranten anlässlich der WM in den kommenden zwei Jahren auf etwa 36’000 verzehnfachen werde. 90 Prozent der derzeitigen Arbeitsmigranten in Katar kommen demnach aus südasiatischen Ländern wie Bangladesh, Indien oder Nepal. «Zwielichtige Arbeitsvermittler» lockten die Männern in ihren Heimatländern mit falschen Lohnversprechungen und verlangten hohe Vermittlungsgebühren von 500 bis 4300 Dollar.

Drohende Ausweisung

Spöttl sieht darin einen «Verstoss gegen katarisches Recht, nach dem der Arbeitgeber solche Kosten zu tragen hat». Viele Arbeitsmigranten verschuldeten sich, um die Vermittlungsgebühr bezahlen zu können. In Katar bekämen sie dann «deutlich weniger Lohn als versprochen, in einigen Fällen gerade mal die Hälfte».

Grundlage des Amnesty-Berichtes «The Ugly Side of the Beautiful Game»(Die hässliche Seite des schönen Spiels) sind Interview mit 234 Bauarbeitern und Gärtnern, die am Khalifa-Stadion und im Sport- und Leistungszentrum am Stadion arbeiten. Die Männer berichten, dass ihnen von ihren Arbeitgebern die Pässe abgenommen wurden, damit sie Katar nicht vor Ablauf des Arbeitsvertrags verlassen können. Auch seien ihre Löhne mit bis zu sieben Monaten Verspätung ausgezahlt worden. Beschwere sich ein Arbeiter, drohe ihm sein Arbeitgeber, ihn ohne die ausstehenden Löhne des Landes zu verweisen.

Moderne Form der Sklaverei

Amnesty hatte die Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen in Katar schon 2015 scharf kritisiert. Die Golfmonarchie hatte damals empört reagiert und erklärt, dass bedeutende Reformen eingeleitet worden seien. Doch stehen diese – wie etwa die Abschaffung des umstrittenen «Kafala»- Systems – bisher nur auf dem Papier. Dem Patenschaftssystem zufolge kann ein Unternehmen den Angestellten unter anderem untersagen, den Arbeitgeber zu wechseln oder das Land zu verlassen. Für Kritiker eine moderne Form der Sklaverei.

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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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