Eskalation im Kaukasus: Aserbaidschans Regierung droht mit einer Großoffensive! Beide Seiten beschuldigen den Anderen, angefangen zu haben! Da wir immer noch nicht die UNO-Charta umgesetzt haben, die Krieg und Gewalt verbietet und nur friedliche Konfliktlösungen zulässt, verlieren immer wieder Menschen durch Gewalt ihr Leben. Die Politiker, die die Gewalt befehlen, und ihre Kinder stehen nicht an der Front! Kant hat uns in seiner Schrift “Zum ewigen Frieden” gewarnt: Wenn ihr nicht – wie für innerstaatliche Konflikte – Gerichte aufbaut, die allein Konflikte zwischen Staaten zu entscheiden haben, werdet ihr aus dem Kreislauf von Krieg und Gewalt nicht herauskommen. In der Menschenrechtserklärung mussten die Staaten nach der Katastrophe 1939-1945 immerhin 1948 den Aufbau einer internationalen Ordnung beschließen: Sie verspricht uns das Menschenrecht auf Frieden und Leben zu sichern! Aber wir Bürger sind bisher zu schwach, gegen die Eliten für seine Umsetzung zu sorgen! Auch dieser Konflikt sollte uns mahnen, das mit Hartnäckigkeit einzufordern und die Menschen in beiden Ländern, die jetzt das Kriegsleid zu ertragen haben, ermutigen, eine friedliche Lösung zu suchen, um einen Ausweg aus dem Konflikt zu finden, der seit vielen Jahren schwelt!

Aserbaidschan versetzt Armee in Gefechtsbereitschaft

20 armenische Soldaten getötet Baku/Eriwan –

Im erneut aufgeflammten Konflikt mit Armenien um die Südkaukasusregion Bergkarabach hat Aserbaidschan seine Armee nach eigenen Angaben in Gefechtsbereitschaft versetzt. Einheiten aller Waffengattungen sollten “vernichtende Schläge” vorbereiten, falls die feindliche Seite ihre Angriffe nicht einstelle, teilte am Montag das Verteidigungsministerium in Baku mit.

Aserbaidschan rufe Armenien erneut mit Nachdruck auf, nicht auf die Zivilbevölkerung zu schießen. Die Führung der international nicht anerkannten Region Bergkarabach warf ihrerseits Aserbaidschan Aggression vor.

Seit dem Aufflammen der Kämpfe am Samstag seien 20 armenische Soldaten getötet worden. Aserbaidschan hatte die eigenen Verluste mit 18 Toten angegeben. Trotz internationaler Aufrufe zur Deeskalation drohten das Ministerium der abtrünnigen Region Bergkarabach (Nagorny-Karabach) und ihre armenischen Verbündeten mit einer Großoffensive. “Wenn die armenischen Provokationen andauern, starten wir eine umfassende Operation auf der ganzen Länge der Front und setzen alle unsere Waffen ein”, sagte der aserbaidschanische Ministeriumssprecher Vagif Dargahly. Das Verteidigungsministerium von Bergkarabach warf seinerseits den Aserbaidschanern vor, ihre Angriffe mit Granaten, Raketenwerfern und Panzern verschärft zu haben.

Armenische Streitkräfte vorgerückt

Ein Sprecher des armenischen Verteidigungsministeriums sagte wiederum, die armenischen Streitkräfte seien an mehreren Stellen vorgerückt und hätten neue Positionen erobert. Aserbaidschan wies das als falsch zurück. Seit der neuerlichen Eskalation des seit Jahren schwelenden Konflikts am Freitagabend wurden mindestens 33 Soldaten beider Seiten und zwei Zivilisten getötet. Die mehrheitlich armenische Region Bergkarabach hatte sich Anfang der 1990er-Jahre in einem Bürgerkrieg mit Unterstützung Armeniens von Aserbaidschan abgespalten. Ihre Unabhängigkeit wird international nicht anerkannt, Aserbaidschan hält an seinem Anspruch auf die Region fest. Trotz eines seit 1994 geltenden Waffenstillstands wurde der Konflikt offiziell nie beigelegt. (APA, dpa, 4.4.2016) Weiterlesen Militärische Eskalation im Kaukasus – derstandard.at/2000034130206/Drei-aserbaidschanische-Soldaten-in-Berg-Karabach-getoetet

Willkommen bei der AKUF

Die Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) informiert Sie auf dieser Website umfassend über das weltweite Kriegsgeschehen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Sie schreibt zu dem Konflikt:

Aserbaidschan (Nagornyj-Karabach, 1990 – 1994)

AKUF-Datenbanknr.:

174

Kriegsdauer:

20.01.1990¹ – 12.05.1994

Kriegstyp:

E-2/B²-2³

Kriegsbeendigung

durch Vermittlung Dritter (Russland, OSZE)

Kriegführende

I. Phase

(1990 – 1991)

Seite A

UdSSR

Seite B

Armenian National Army (ANA) [4] / Volksfront Aserbaidschan (auch: Nationale Volksfront)

II. Phase

(1991 – 1994)

Seite A

Aserbaidschan

Seite B

Armenische Milizen Nargonyj-Karabachs

KONFLIKTGEGENSTAND UND -ZIELE

Im Kern geht es bei den Auseinandersetzungen um den Nationalitätenkonflikt zwischen den islamischen Aserbaidschanern und den christlichen Armeniern sowie bis Ende 1991 um die Unabhängigkeit der beiden Republiken von der UdSSR. 1987 forderten über 75.000 Armenier in einem offenen Brief an den sowjetischen Generalsekretär Gorbatschow den territorialen Anschluss des im turksprachigen Aserbaidschan gelegenen, überwiegend von Armeniern bewohnten autonomen Gebietes Nagornyj-Karabach an Armenien. 1988 entzündeten sich wechselseitige Pogrome zwischen den beiden Volksgruppen. Die aserbaidschanische Volksfront schnitt Nagornyj-Karabach von der armenischen Versorgung ab. Über 20.000 Armenier und Russen flohen aus Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans. Es kam zu Gefechten im Grenzgebiet zwischen beiden Republiken und zu Überfällen auf Dörfer. Ferner begannen am 3. Januar 1990 aserbaidschanische Nationalisten, den Grenzzaun zum Iran niederzureißen, um sich demonstrativ mit dem iranischen Südaserbaidschan zu vereinigen.

Die überwiegend von Aserbaidschanern bewohnte Autonome Republik Nachitschewan proklamierte ihren Austritt aus der UdSSR. Am 15. Januar 1990 verhängte der sowjetische Präsident Gorbatschow den Ausnahmezustand über Armenien, Teile Aserbaidschans, Nagornyj-Karabach und das Grenzgebiet zum Iran. Am 20. Januar besetzten 160.000 Soldaten der Roten Armee und Spezialeinheiten des sowjetischen Innenministeriums wichtige Positionen in Aserbaidschan.

ERGEBNISSE DES KRIEGES

In Aserbaidschan wurde der militärische Widerstand von sowjetischen Kräften schnell gebrochen (Februar 1990). Dennoch bestand der Ausnahmezustand bis Ende 1991 weiter. Zwei Wahlen, mit allerdings je nur 20% Beteiligung, sicherten der Kommunistischen Partei vorerst die Macht. Die aserbaidschanische Volksfront beanstandete jedoch massive Wahlfälschungen. Am 30. August 1991 erklärte sich Aserbaidschan für unabhängig. Das armenische Parlament erklärte am 23. August 1990 Armenien zur unabhängigen Republik, kündigte die Einführung einer eigenen Währung an und begann die Bildung einer eigenen Armee. Der armenische Widerstand gegen die sowjetische Zentrale wuchs stetig. Die Kontrolle der Zentralmacht blieb begrenzt; sie diente anscheinend vor allem dem Schutz für Aserbaidschaner gegen die – in der Regel gut, teilweise mit Boden-Boden-Raketen ausgerüsteten – armenischen Volksmilizen.

In einem Referendum entschieden sich 95% der Bevölkerung am 21. September für die Unabhängigkeit Armeniens. Das Verhältnis zwischen Armenien und Aserbaidschan blieb aufgrund des Konfliktes um das zu Aserbaidschan gehörende autonome Gebiet Nagornyj-Karabach konfrontativ, mit nationalistischen Fanatismen und zahlreichen Übergriffen von beiden Seiten. Alle Vermittlungsversuche und Waffenstillstandsvereinbarungen scheiterten bisher. Im November 1991 schnitt Aserbaidschan Armenien von der russischen Erdgasversorgung durch Sperrung der Pipelines sowie von allen Eisenbahnverbindungen ab. Am 2. Januar 1992 stellte der aserbaidschanische Präsident Nagornyj-Karabach unter direkte Verwaltung von Baku, wie es bereits 1991 gefordert worden war. Im Gegenzug erklärte Nagornyj-Karabach am 19. Januar 1992 seine Unabhängigkeit von Aserbaidschan. Der Krieg zwischen den armenischen Milizen Nagornyj-Karabachs und den aserbaidschanischen Truppen eskalierte daraufhin weiter. Im März 1992 verließen die GUS-Truppen Nagornyj-Karabach; im Mai 1992 gelang es den armenischen Milizen einen Landkorridor nach Lacin an der armenischen Grenze freizukämpfen. Anfang Juli erklärte das inzwischen von Nationalisten dominierte armenische Parlament, Nagornyj-Karabach nicht mehr als Teil Aserbaidschans zu betrachten, woraufhin die Grenzzwischenfälle zwischen Armenien und Aserbaidschan sowie Armenien und Nachitschewan an Intensität zunahmen. Außerdem griff Aserbaidschan die zu Armenien gehörende, aber auf aserbaidschanischem Territorium liegende Enklave Artswaschen an. Alle Waffenstillstandsbemühungen der Türkei des Irans, der Russischen Föderation und der KSZE/OSZE (Minsk-Gruppe) blieben zunächst erfolglos und den armenischen Milizen gelangen im Sommer 1993 weitere beträchtliche Geländegewinne auf aserbaidschanischem Territorium. In dieser Phase drohte der Konflikt zu einem Regionalkrieg mit türkischer und iranischer Beteiligung zu eskalieren. Aserbaidschanische Gegenoffensiven blieben auch im Frühjahr 1994 erfolglos und so stimmte Baku schließlich am 12. Mai 1994 einem durch Russland vermittelten Waffenstillstand zu, der de facto zu einer Festschreibung des Status quo führte.

Die Karabach-Armenier kontrollieren ca. 25% des aserbaidschanischen Territoriums und die von der Russischen Föderation und der Minsk-Gruppe der OSZE vorangetriebenen Bemühungen, eine politische Lösung des Konflikts zu erreichen, haben bislang keine konkreten Ergebnisse gezeitigt. Pläne zur Stationierung einer OSZE-Blauhelmtruppe in Nagornyj-Karabach sind bislang nicht über das erste Planungsstadium hinausgekommen und auch die Stationierung von GUS-Friedenstruppen wird von Aserbaidschan weiterhin abgelehnt. Dennoch stabilisierte sich die militärische Lage nach Abschluss des Waffenstillstands allmählich. Die Konfliktintensität ging 1994 kontinuierlich zurück und seit März 1995 wurden nur noch sehr vereinzelt Zusammenstöße registriert. Armenien und Aserbaidschan haben durch den Krieg und die mit ihm verbundenen Boykottmaßnahmen schwere ökonomische Schäden erlitten. Die Versorgung von ca. 1,5 Millionen Flüchtlingen stellt beide Staaten vor anhaltende Schwierigkeiten. Etwa 20.000 Menschen wurden bei dem Konflikt seit 1988 getötet, über 50.000 erlitten Verletzungen.

ANMERKUNGEN

[1] Schon seit Februar 1988 gab es Auseinandersetzungen zwischen armenischen Christen und aserbaidschanischen Moslems, die z.T. in Progromen endeten. Erst am 20. Januar 1990 griffen reguläre sowjetische Truppen ein.

[2] Der Krieg fällt in den Zerfallsprozess der Sowjetunion. In der ersten Phase handelt es sich um militärische Auseinandersetzungen zwischen zwei sowjetischen Republiken, die sowjetische Sicherheitskräfte unter Kontrolle zu bekommen versuchen. Nach dem 31. Dezember 1991, mit der Auflösung der UdSSR, beginnt die zweite Phase als Krieg um das autonome Gebiet Nagornyj-Karabach, das zu Aserbaidschan gehört, aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird.

[3] Armenien weist bisher alle Behauptungen zurück, seine Truppen wären an den Kämpfen um Nagornyj-Karabach direkt beteiligt. Es bestätigt aber, dass es Nagornyj-Karabach mit lebenswichtigen Gütern versorgt und “Kriegsfreiwillige” dorthin ausreisen läßt. Seit Mai 1992 kommt es zu sporadischen Grenzgefechten zwischen Armenien und der zu Aserbaidschan gehörenden Autonomen Republik Nachitschewan; da sich die Türkei aufgrund eines Abkommens aus dem Jahre 1921 als Schutzmacht Nachitschewans versteht, drohte sie mehrfach militärisch in den Konflikt einzugreifen. Außerdem gibt es seit Sommer 1992 gelegentlich militärische Zwischenfälle an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze. Diese Auseinandersetzungen, die Teil der beiderseitigen Konfrontationspolitik sind, können zugänglichen Informationen zufolge vom Ausmaß und von der Kontinuität her nicht als zwischenstaatlicher Krieg oder Intervention Armeniens eingestuft werden.

[4] Die ANA ist die größe der 15 armenischen Milizverbände.

Claus Neukirch

http://www.wiso.uni-hamburg.de/de/fachbereiche/sozialwissenschaften/forschung/akuf/kriege-archiv/174-aserbaidschan/

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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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