Arabische Jugend hat (vorerst) resigniert: Stabilität vor Demokratie! Aufstieg des IS wird als größte Bedrohung von den Jungen Muslimen gesehen; wachsende Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten wird beklagt!

Stabilität für junge Araber wichtiger als Demokratie

12. April 2016

Studie aus Region zeigt Resignation über Arabischen Frühling – Aufstieg des IS als größte Bedrohung gesehen

(Bild: Jubel am Tahrir-Platz 2013 nach dem Putsch gegen den gewählten Muslimbruder-Präsidenten Mohammed Morsi – der Umbruch wurde auch als Sieg gefühlter Stabilität über die Demokratie gesehen.)

Dubai – Fünf Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings hält die junge Generation in der Golfregion und Nordafrika Stabilität offenbar für wichtiger als demokratische Reformen. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Penn Schoen Berland hervor, für die im Jänner und Februar 3.500 Araber im Alter von 18 bis 24 Jahren befragt worden waren.

Auch wenn sich zwei Drittel mehr Freiheiten und eine Stärkung der Menschenrechte wünschen, gaben 53 Prozent der Stabilität den Vorzug und nur 28 Prozent der Demokratie. Im Zuge des Arabischen Frühlings waren die Menschen in vielen arabischen Ländern auf die Straßen gezogen, um ihre autokratischen Herrscher zu vertreiben. Umfangreiche Untersuchung Nur 36 Prozent der jungen Araber aus der Region glauben heute den Angaben zufolge, dass sich die arabische Welt verbessert hat. 2012, auf dem Höhepunkt der Umstürze, waren es 72 Prozent. Jeder zweite beklagte, dass sich das Verhältnis zwischen Sunniten und Schiiten verschlechtert habe. Der Aufstieg der sunnitischen Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien, im Irak und in Libyen wird von den jungen Arabern als größte Bedrohung empfunden, auch wenn nur einer von zehn davon ausgeht, dass es dem IS gelingen wird, ein dauerhaftes Kalifat zu errichten. Für die Erhebung des in den USA beheimateten Instituts wurden junge Menschen in den sechs Golfmonarchien sowie in zehn weiteren Ländern vom Jemen über Ägypten bis nach Tunesien in persönlichen Interviews befragt. (APA, 12.4.2016) – derstandard.at/2000034733022/Stabilitaet-fuer-junge-Araber-wichtiger-als-Demokratie

„Islamischer Staat“
:
Geringer Rückhalt für IS bei jungen Arabern
Selbst wenn er weniger brutal wäre, würden nur 13 Prozent der befragten Araber den IS unterstützen. An den Erfolg des selbst ernannten Kalifats glaubt kaum jemand.
13. April 2016, 13:45 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, KNA, lj 164 Kommentare
Junge tanzende Männer in Abu Dhabi
Junge tanzende Männer in Abu Dhabi © Dan Kitwood/Getty Images
Der IS ist das größte Problem der Region – das sagt jeder zweite junge Araber laut der neuen Arab Youth Survey 2016, die am Dienstag in Dubai vorgestellt wurde. Im Vorjahr hatten nur 37 Prozent der Befragten den IS als größte Herausforderung genannt. Im Auftrag der PR-Agentur ASDA’A Burson-Marsteller wurden 3.500 Menschen zwischen 18 und 24 Jahren in 16 Ländern der Region zu ihren Meinungen und Sorgen befragt.
Die Unterstützung für das selbst ernannte Kalifat IS ist gering – selbst dann, wenn dieses weniger Gewalt anwenden würde. In diesem Szenario würden 78 Prozent der jungen Araber den IS trotzdem ablehnen. 13 Prozent könnten sich eine Unterstützung dann vorstellen, neun Prozent sind unentschlossen. Drei Viertel der Befragten glauben auch nicht, dass das selbst ernannte Kalifat letztlich erfolgreich sein wird.

Als wichtigsten Grund für die Rekrutierungserfolge des IS in der Region nennen die Befragten die schlechten Jobchancen für junge Menschen. Dazu sagte Hassan Hassan, ein Analyst, der an der Studie mitgearbeitet hat, der englischsprachigen Nachrichtenagentur Reuters, der IS habe von den ökonomischen Problemen der Region profitiert und sei „ein Symptom einer stärker werdenden Krankheit, die bekämpft werden muss“.

Frankreich – Eltern eines toten IS-Kämpfers sprechen über Radikalisierung
Ihr Sohn Quentin war Anfang 20, als er sich entschied, seine französische Heimatstadt Sevran hinter sich zu lassen, um sich einer radikalen Ideologie in Form der IS-Miliz im Irak anzuschließen. Véronique und Thierry Roy sprechen nun über ihren verlorenen Sohn.
Die jährliche Umfrage gibt es seit 2008. Fast jeder zweite Bewohner der arabischen Länder ist jünger als 25 Jahre.

Bei einigen Themen gehen die Meinungen unter den Befragten weit auseinander. So lehnen 45 Prozent den Atomdeal zwischen den USA und anderen westlichen Staaten und dem Iran ab, 39 Prozent hingegen unterstützen ihn. Einig sind sich hingegen 67 Prozent der jungen Araber in der Forderung an ihre politischen Führer, mehr politische und persönliche zuzulassen. Außerdem hat sich ihrer Einschätzung nach das Verhältnis zwischen den muslimischen Gruppen der Schiiten und Sunniten verschlechtert, was wiederum ein Hauptgrund für die Probleme der Region sei. 52 Prozent finden, dass Religion generell eine zu große Rolle spiele.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-04/islamischer-staat-is-umfrage-junge-araber-rueckhalt

 

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Autor: demokratischewerkstatt

Ich mache bisher diese Seite allein, suche aber Partner, die ähnlich denken, die Zusammenarbeit. Ich möchte anregen aktiv zu werden und zur Belebung der Demokratie beizutragen, um Lösungen für die ungeheuren und hochgefährlichen Herausforderungen zu finden. Altes Denken reicht dazu nicht, aber wir können viel von ihm lernen, um die Möglichkeiten für neue Wege zu erkennen und zu öffnen. Ich setzt da auf die Methode der "Zukunftswerkstätten" von Robert Jungk, die er entwickelt hat, um mehr demokratische Mitwirkung zu erreichen. In Wanfried möchte ich so eine Zukunftswerkstatt mit Gleichgesinnten von überall schaffen und dann gemeinsam anregen, in mehr Städten und Regionen dies zu tun, zur Innenpolitik, Gesellschaftspolitik, zur Außenpolitik und Weltpolitik, denn letztlich spielen all die ineinander und sind nicht aus sich allein zu verstehen. Meldet Euch, wenn ihr es mit mir versuchen wollt, gemeinsam etwas voranzubringen. Tel: 05655-924981, Demokratische Werkstatt Wanfried (DWW)

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