Frieden geht! Staffellauf 2018 gegen Rüstungsexporte für eine friedliche Welt Von Oberndorf über Kassel nach Berlin 21. Mai – 2. Juni 2018

Frieden geht!
Staffellauf 2018
gegen Rüstungsexporte
für eine friedliche Welt

Von Oberndorf über Kassel nach Berlin
21. Mai – 2. Juni 2018

Die Strecke: https://www.gpsies.com/mapUser.do?username=Frieden-geht

Die Bundesrepublik Deutschland ist weltweit der drittgrößte Rüstungsexporteur von Kleinwaffen (Pistolen und Gewehre) und viertgrößter Rüstungsexporteur von Großwaffensystemen (Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Kampfpanzer). Deutsche Waffen werden an menschenrechtsverletzende und kriegsführende Staaten exportiert. Mit ihnen werden schwere Menschenrechtsverletzungen verübt, Millionen von Menschen in die Flucht getrieben oder getötet. Zivilist*innen – insbesondere Frauen und Kinder – sind die Hauptleidtragenden.

Wer Frieden will, braucht keine Waffen!

Unsere Ziele

Wir fordern:

Kriegswaffen und Rüstungsgüter dürfen grundsätzlich nicht exportiert werden!

Wichtige Schritte auf diesem Weg sind:

  • Kein Export von Kriegswaffen und Rüstungsgütern an menschenrechtsverletzende und kriegführende Staaten
  • Exportverbot von Kleinwaffen und Munition
  • Keine staatlichen Hermesbürgschaften zur Absicherung von Rüstungsexporten
  • Keine Lizenzvergaben zum Nachbau deutscher Kriegswaffen

Die Rüstungsindustrie muss auf eine sinnvolle, nachhaltige, zivile Fertigung umgestellt werden (Rüstungskonversion).


Neue Trägerorganisation des „Staffellaufs gegen Rüstungsexporte – Frieden geht!“

Wir freuen uns, dass die „Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschalnd e.V.“ als 18. Trägerorganisation den Staffellauf gegen Rüstungsexporte 2018 unterstützt.
Zwei ihrer Mitgliedsnetzwerke (BER und DEAB) sind bereits Trägerorganisation des Staffellaufs. Als bundesweiter Dachverband schließt die „agl“ sich nun an und setzt ein Zeichen für ganze 16 Landesnetzwerke!
Die Unterstützung durch eine so große Zahl von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit zeigt den bedeutenden Zusammenhang zwischen Rüstungsexporten und einer zukunftsorientierten, globalen Entwicklung mit einem Blick auf globale Gerechtigkeit.
Vielen Dank, dass ihr dabei seid!

T-Shirts nun auch wieder in M und L erhältlich!

Es war uns möglich, kurzfristig Baumwollshirts nachzubestellen, sodass ihr ab jetzt auch wieder die Größen M und L bestellen könnt! Ab Mitte nächster Woche gehen die Shirts dann in Versand. Wer Interesse hat, melde sich gerne unter info@frieden-geht.de – natürlich auch für alle anderen Größen!

https://www.frieden-geht.de/

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Heute wird 70 Jahre Israel gefeiert. An die vertriebenen Araber denkt kaum jemand.

Gelobtes Land, verlorene Heimat
Israel ist ein klassisches Zuwanderungsland, genau wie Amerika. Hunderttausende sind gekommen. Die einen fanden Zuflucht, andere ihren Sehnsuchtsort. Heute wird das gefeiert. An die vertriebenen Araber denkt kaum jemand.

https://www.nzz.ch/international/gelobtes-land-verlorene-heimat-ld.1383447

Für die Diskriminierung und Ermordung von Millionen Juden durch Europäer – und vor allem durch Deutsche – haben nicht die Europäer gebüßt. Sie konnten in der Kolonialzeit durchsetzen, dass Juden auf Kosten von Europäern unterworfener Völker eine Chance auf Sicherheit bekommen. Sollte da nicht neu nachgedacht werden, ob da nicht ein neuer Ausgleich kommen muss, der auch die Interessen der vertriebenen Palästinenser in eine Verhandlungslösung einbezieht.

«Diese Bitterkeit, diese Niedergeschlagenheit»
Nahla Asali war 10, als die Israeli sie 1948 aus ihrem Geburtshaus im Jerusalemer Stadtteil Baka vertrieben. Sie hat es bis heute nicht zurückbekommen.

Donald Trump streicht das Nasa-Programm zur Überwachung von Treibhausgasen: Ursachen für Klimazerstörung schwieriger zu untersuchen und nachzuweisen!

Donald Trump streicht das Nasa-Programm zur Überwachung von Treibhausgasen

Wissenschafter hatten stets vor diesem Schritt gewarnt. Trump schwäche die Klimawissenschaft und verhindere verlässliche Angaben über Veränderungen des Treibhausgasausstosses in der Zukunft über die Vereinigten Staaten hinaus, hiess es. Unter Berufung auf die Klimaforscherin Kelly Sims Gallagher von der Tufts University schrieb das Blatt, damit sei auch die Überwachung der Klimaziele aus dem Pariser Klimaschutzabkommen in Gefahr. «Wenn man Emissions-Reduktionen nicht messen kann, kann man auch nicht sicher sein, dass die Staaten sich an die Vereinbarung halten», sagte Gallagher demnach.

https://www.nzz.ch/international/donald-trump-streicht-das-nasa-programm-zur-ueberwachung-von-treibhausgasen-ld.1385202

Ein Mann half den beschänkten arroganten Horizont der eigebildet den anderen Kulturen überlegenen Europäer zu durchbrechen!

Alexander von Humboldt: Grenzenlose neue Welt

Alexander von Humboldt erkennt um 1800 in Amerika, wie in der Natur alles mit allem zusammenhängt. Und wie beschränkt der Horizont der Europäer ist, die sich von fremden Völkern und Kulturen abgrenzen. Über eine Forschungsreise, die noch nicht zu Ende ist
Alexander von Humboldt etwa im Jahr 1950
Alexander von Humboldt etwa im Jahr 1950 © Hulton Archive/Getty Images

Als Alexander von Humboldt am 14. September 1769 das Licht der Welt erblickt, erreicht die große Berliner Debatte um die Neue Welt gerade ihren ersten Höhepunkt. Ihr Wortführer Cornelis de Pauw, der ein Jahr zuvor den ersten Band seines Werkes Recherches philosophiques sur les Américains in der preußischen Hauptstadt veröffentlicht hat, setzt sich mit der These durch, dass Europa dem amerikanischen Kontinent in jeder Hinsicht überlegen sei. Zumindest in der Alten Welt feiert man ihn. Sogar Hegel bezieht sich auf den in Amsterdam geborenen Aufklärer, der zeitweise am Hofe Friedrichs II. weilt, für die Encyclopédie schreibt und die Berliner Akademie ziert. Für de Pauw repräsentiert die Neue Welt das Andere schlechthin: Die Ureinwohner und ihre als solche nicht anerkannten Kulturen seien der europäischen Zivilisation weit unterlegen und hätten gefälligst aus der Geschichte, der von Europa aus entworfenen Weltgeschichte, zu verschwinden.

Um diese These zu entfalten, hat der hochrenommierte Philosoph sich nicht auf Reisen begeben müssen. Wie den meisten Gelehrten Europas wäre ihm nie der Gedanke gekommen, Amerika zu besuchen, um über Amerika zu schreiben. Wozu auch? Er griff auf vorhandene Reiseberichte zurück. Längst hatten die Europäer die Welt erkundet, und schon Herder hatte bemerkt: „Alles läuft, was in Europa nichts zu tun hat, mit einer Art philosophischer Wut über die Erde!“

Es überrascht kaum, dass die transatlantischen Stimmen in der Berliner Debatte kaum Gehör finden. Europa herrscht nicht allein über die Meere, sondern auch über die Diskurse. Es genügt, europäische Reiseberichte zu lesen, um sich ein Bild von der Welt und vom Anderen zu machen. Wozu da noch den Anderen hören, gar auf ihn hören?

Alexander von Humboldt liest die Reiseberichte von Europäern nicht weniger fleißig, gibt sich aber wie sein Lehrmeister Georg Forster, der James Cook auf dessen zweiter Weltumsegelung begleitet hat, nicht damit zufrieden. Er will raus aus der Berliner Enge, aus dieser „Sandwüste“. Auf seiner Reise mit Forster an den Niederrhein, in die Niederlande, nach England und ins revolutionäre Paris sehnt Humboldt sich danach, endlich auch Europa zu verlassen. Als er nach dem Tod seiner Mutter über das notwendige Geld verfügt, quittiert er den preußischen Dienst und versucht zunächst, sich in Paris der geplanten Weltumsegelung Kapitän Baudins anzuschließen. Als diese nicht zustande kommt, nimmt er sein Schicksal in die eigenen Hände. Mit dem jungen französischen Arzt und Botaniker Aimé Bonpland bildet er ein ambitioniertes Forschungsteam. Abreise aus Paris ins Ungewisse: „Ich sah mir Bonpland an, mit dem ich eine so weite Reise unternehmen sollte. Welche Verheiratung!“ Das Reisen ist für den jüngeren der beiden Humboldt-Brüder längst zu einer Lebensform geworden.

Ende Oktober 1798 bricht das deutsch-französische Forscherteam nach Marseille auf. Schon in der Kutsche beginnt Humboldt, die Mitreisenden zu porträtieren: Begegnungen mit einem berechnenden Branntweinhändler, einem geschwätzigen vorgeblichen Wissenschaftler oder „einer Dame, deren Eroberung der Klumpfuß machte. Sie war in allen Départements umhergereist, kannte alle Armeen und war erst 19–20 Jahr alt.“ Ein Buch der Begegnungen entsteht.

ZEIT GESCHICHTE Panorama
Dieser Text stammt aus dem Sonderheft ZEIT Geschichte Panorama.

Humboldts Ziel zu Beginn der Reise ist die andere Seite des Mittelmeeres. Aber alle Pläne, Ägypten zu erreichen oder Tunis oder den Hohen Atlas, um von dort zu den heiligen Stätten des Islams vorzudringen, scheitern an den Kriegswirren der napoleonischen Zeit. Das Pech wird sich jedoch als Glück erweisen: Die beiden brechen nun über Spanien zur anderen Seite des Atlantiks auf und werden fünf Jahre lang durch die heutigen Länder Venezuela, Kuba, Kolumbien, Ecuador, Peru, Mexiko und die USA reisen. Es wird die Expedition ihres Lebens – die Tropen werden ihr wissenschaftliches Dorado.

Im Juli 1799 gehen Humboldt und Bonpland in Venezuela an Land. Sie erkunden die Küste, durchstreifen Urwälder, befahren den Orinoco, sammeln exotische Pflanzen und zeichnen Tiere, die in Europa noch niemand zu Gesicht bekommen hat. Im Juni 1802 besteigen sie den Chimborazo, einen 6.310 Meter hohen erloschenen Andenvulkan im heutigen Ecuador, der damals als höchster Berg der Erde gilt. Sie erreichen nicht den Gipfel, stoßen aber in Höhen vor, in die sich noch kein Wissenschaftler gewagt hat.

Der Reise folgt nicht weniger als eine Revolution. Humboldt selbst hat sie in allen Details festgehalten. Denn seine Amerikanischen Reisetagebücher, die sich seit November 2013 in der Berliner Staatsbibliothek befinden, bezeugen buchstäblich Schritt für Schritt, wie sich unter dem Eindruck empirischer Erfahrung und unmittelbaren Erlebens sein Blick auf die Neue Welt verändert. Auf den 4.500 Manuskriptseiten mit ihren nicht weniger als 450 Skizzen und Zeichnungen schält sich eine „Wissenschaft aus der Bewegung“ heraus, die Humboldtsche Wissenschaft.

Er begreift: „Alles ist Wechselwirkung“

Nicht allein die Forscher auf ihrer Reise, nein, alles gerät in Bewegung: die Kontinente, die Tiere, die Pflanzen, die Menschen, ja der gesamte Kosmos. Humboldt beschreibt die Gegenstände mehrdimensional, lässt sie gleichsam kubistisch erscheinen in seinem Buch, in dem er Wissenschaft und Kunst zusammendenkt. Gestochen scharfe Kurzporträts von Vizekönigen und Gouverneuren, Großgrundbesitzerinnen und Händlerinnen, indianischen Führern und schwarzen Sklaven stehen neben Messungen von Sonnenhöhen und Schneegrenzen oder Überlegungen zu Kanalbauten und lebenspraktischen Erörterungen. Landschaften und Städte, die Vulkane im andinen Hochland oder die Missionen am Orinoco: Alles wird nicht nur sorgfältig beschrieben, sondern im Verhältnis zueinander erfasst. Humboldt begreift: „Alles ist Wechselwirkung.“ Nichts steht für sich, nichts ist statisch. Die Bewegung wird zum Schlüssel seines Weltverstehens.

Die Humboldtsche Wissenschaft, die hier entsteht, ist Teil jener „glücklichen Revolution“, die der Forschungsreisende und Schriftsteller an der Wende zum 19. Jahrhundert heraufziehen sieht. Amerika, seine Bewohner und Kulturen sind nicht das Andere, nicht das Fremde, sondern auf vielfältige Weise mit der Welt verbunden. Die Amerikanischen Reisetagebücher zeigen, wie Humboldt sich Stück für Stück – und nicht ohne Widersprüche – seiner europäischen Vorurteile zu entledigen sucht: unter dem Druck des Empirischen und vielleicht mehr noch durch das ständig neu reflektierte Erleben, das auch die eigenen Anschauungen als „Mühlraddenken der Europäer“ entlarvt.

Humboldt schreibt auf Französisch und Deutsch, auf Latein und Spanisch und greift auf diverse Idiome zurück – in dem Bewusstsein, dass wir die Welt nicht mit einer einzigen Sprache begreifen können. In seinen Ansichten der Natur und in seinem dreißigbändigen Reisewerk, ja selbst noch in seinem Kosmos greift Humboldt auf das Spezialwissen unterschiedlicher Disziplinen zurück, das den Dingen, die ihn umgeben, Tiefenschärfe und Mobilität verleiht. Sein Denken ist stets auf dem Sprung.

Zugleich entfalten sich in seinen Amerikanischen Reisetagebüchern auch die neuen Formen Humboldtschen Schreibens: Sie entziehen sich jedweder durchgängigen Logik, folgen keiner chronologischen oder thematischen, keiner sprachlichen oder argumentativen Anordnung. Humboldt schreibt in kleinen Textinseln, die über Hunderte, ja Tausende von Seiten hinweg miteinander in Verbindung stehen. Seine Wissenschaftskonzeption, in der alles mit allem zusammenhängt, benötigt Ausdrucksformen, die an die Stelle des Kontinuierlich-Monologischen treten. Natur und Kultur sind nicht zu trennen: Sie sind wie beim menschlichen Körper – so zeigt es Humboldt in seinen Selbstversuchen immer wieder – unauflöslich miteinander verknüpft.

Mehr als 200 Jahre sind seit der Rückkehr Humboldts und Bonplands von ihrer großen Reise durch die amerikanischen Tropen vergangen. Unsere Zeit heute ist eine andere. Gelehrte wie Humboldt, die ein vollständiges Bild der Welt zeichnen wollen, kennt die moderne, ausdifferenzierte Wissenschaft nicht mehr. Viele seiner Forschungsergebnisse sind überholt, auch wenn sie im Bereich der Klimafolgenforschung, der Vulkanologie, der Altamerikanistik oder der Globalisierungstheorie noch immer wichtige Anstöße liefern. Die Humboldtsche Wissenschaft mit ihrem Entwurf einer anders, weiter gedachten Moderne hat sich über weite Strecken des 19. und 20. Jahrhunderts nicht gegenüber Kolonialismus und Rassismus, gegenüber ausgrenzendem und monologischem Denken durchsetzen können.

Und doch: Die Humboldtsche Forschungsreise hat ein Wissen und ein Weltbewusstsein erzeugt, das als verschüttete Tradition abrufbar blieb, um eine andere Zukunft zu entwerfen. Das Zusammendenken von Natur und Kultur im Horizont einer Ökologie, die sich mit Gesellschaft und Wirtschaft vernetzt; der Entwurf einer Kosmopolitik, die nicht auf Unterdrückung und Abhängigkeit zielt, sondern die Zirkulation von Wissen zur Grundlage sich demokratisierender Gesellschaften macht; ein Weltbild, das ethisch verantwortlich auf die Vielfalt der Kulturen setzt: Dies alles sind Kreuzungspunkte von Humboldts Denken.

Dagegen erscheint ein simpler Dialog der Kulturen auf der Grundlage eines „Wir und die Anderen“ oder gar eines „The West and the rest“ im Lichte von Humboldts Weltbewusstsein als gänzlich unzureichend und unangemessen. Der Forschungsreisende hatte längst seine Konsequenzen aus der Berliner Debatte um die Neue Welt gezogen. In seinen Werken finden die außereuropäischen Stimmen Gehör und werden auf Augenhöhe zitiert. Haben wir diesen Stand je wieder erreicht?

Alexander von Humboldts Forschungsreise ist ein Gründungsmoment moderner Wissenschaft – und sie ist noch weit mehr. Sie liefert uns Impulse und Grundlagen für ein 21. Jahrhundert, das im Zeichen des Zusammendenkens und Zusammenlebens stehen muss. So gesehen ist seine Forschungsreise noch lange nicht zu Ende.

Weiterlesen:
Alexander von Humboldt: „Das Buch der Begegnungen“

https://www.zeit.de/zeit-geschichte/2018/02/alexander-von-humboldt-suedamerika-forschung-natur-tiere/komplettansicht

Alexander von Humboldt: Der bewegte Forscher

Wandernde Völker, verschwisterte Sprachen: Alexander von Humboldt als Vordenker der Globalisierung

Er liebte Karten, Karten von fernen Ländern, die kräuseligen Linien der Ufer und Flussläufe, den kühnen Schwung der Längen- und Breitengrade. Seine erste Karte zeichnete er mit 14, da war er noch „eingezwängt in dürftiger Sandnatur“, bei Berlin nämlich, wo er zusammen mit seinem Bruder Wilhelm im Schloss Tegel aufwuchs.

Alexander von Humboldt hatte ein beinahe erotisches Verhältnis zu Karten, sagt der Humboldt-Forscher Ottmar Ette: Erst fuhr er sie nur mit den Fingern nach – und dann, später im Leben, mit dem ganzen Körper, mit den wachen Ohren und Augen eines leidenschaftlichen Beobachters und dem hungrigen Geist eines Wissenschaftlers.

Amerika hat er bereist, Russland, große Teile von Europa, hat in Paris, dann wieder in Berlin gelebt, mit zahlreichen Briefpartnern in Übersee korrespondiert: ein Weltbürger, der sich souverän zwischen den Sprachen, den Kulturen, den einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen bewegte. Mehr noch: Alexander von Humboldt war ein Vordenker der Globalisierung, sagte Ottmar Ette, Romanist an der Universität Potsdam, in einem Vortrag in den Museen in Berlin-Dahlem.

Humboldts Lebenszeit (1769 bis 1859) fiel in eine Phase „beschleunigter Globalisierung“, und sein Hauptinteresse galt den wissenschaftlichen Fortschritten, die durch die Entdeckung Amerikas möglich geworden waren.

In seinem Spätwerk Die Entdeckung der Neuen Welt, das er von 1834 bis 1838 auf Französisch schrieb, befasst er sich eingehend mit dem 15. und 16. Jahrhundert, einer Zeit, in der er eine besondere „Lebendigkeit der geistigen Bewegung“, einen „Höhepunkt in der Skala des Zeitenfortschrittes der menschlichen Vernunft“ erkennt: Niemals zuvor, schreibt Alexander von Humboldt in seiner Vorrede, „war der Ideenkreis in Bezug auf die Außenwelt auf eine so wunderbare Weise erweitert worden; nie hatte der Mensch das Bedürfnis lebendiger gefühlt, die Natur zu beobachten und die Mittel zu vervielfältigen, durch welche sie mit Erfolg zu befragen ist“.

Damals endlich sei „der Schleier gehoben worden, hinter welchem Jahrtausende hindurch die andere Hälfte der Erdkugel verborgen geblieben war“.

Und das Lüften des Schleiers führte zu neuen Erkenntnissen in fast jeder Disziplin, angefangen mit der Astronomie und Kartografie über die Pflanzen- und Tierkunde bis hin zur Philosophie: „Beim Anblick eines neuen Festlandes bot sich der tätigen Neugierde der größte Teil jener wichtigen Fragen dar, welche uns noch heutigen Tages beschäftigen: über die Einheit des Menschengeschlechts und dessen Abweichungen von einer gemeinsamen Urgestaltung; über die Wanderungen der Völker, die Verschwisterung der Sprachen, über die Wanderungen der Pflanzen- und Tierarten; über die Ursache der Passatwinde und Meeresströmungen; über die gegenseitige Einwirkung der Vulkane aufeinander und den Einfluss, welchen sie auf die Erdbeben ausüben.“

Schon die Wortwahl – Wanderungen, gegenseitige Einwirkung, Verschwisterung – zeigt, wie sehr Bewegung und Leben im Mittelpunkt seines Denkens standen.

Ottmar Ette hat soeben ein Buch mit dem Titel Alexander von Humboldt und die Globalisierung – Das Mobile des Wissens veröffentlicht, in dem er die grundlegende Verbindung von Reisen und Wissen, von Mobilität und Wissenschaft beleuchtet.

Festgefügte philosophische Systeme mit scheinbar ewig gültigen Antworten habe Humboldt gehasst, erklärt Ottmar Ette. Für ihn gab es auch nicht ein geografisches oder geistiges Zentrum des Wissens, sondern Wissen war für ihn multipolar, weltumspannend, es sollte zirkulieren.

Dazu trug er selbst bei, indem er insgesamt 30.000 Briefe schrieb, viele davon an Partner in Übersee. Die Beschäftigung mit der Historie, mit dem Zeitalter des Christopher Kolumbus, war für Alexander von Humboldt auch immer ein Weg, die eigene Zeit besser zu verstehen: „Genauso können wir unsere heutige Zeit nur verstehen, wenn wir uns mit den früheren Phasen beschleunigter Globalisierung beschäftigen“, betont Ottmar Ette.

Die zentrale Frage damals wie heute: Wie können wir in einer Welt unterschiedlichster Kulturen zusammenleben? Zur globalen Verteilung des Wohlstands hatte Alexander von Humboldt jedenfalls eine klare Meinung: Es sei ein „gotteslästerliches Vorurteil zu glauben, dass der Wohlstand außerhalb von Europa ein Nachteil für Europa wäre“.

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„Die Entdeckung der Neuen Welt“ gilt – neben dem „Kosmos – Entwurf einer physischen Weltbeschreibung“ – als Hauptwerk Alexander von Humboldts, es war jedoch seit seiner Erstveröffentlichung vor 170 Jahren nicht mehr auf Deutsch herausgegeben worden.

Ottmar Ette hat ebendies gerade geleistet. Im Insel-Verlag ist die „Entdeckung der Neuen Welt“, von ihm ediert und mit einem Nachwort versehen, gerade in zwei großen Bänden erschienen: der eine Band gefüllt mit Humboldts Text, der andere mit über 100 Farbreproduktionen von Landkarten, die Humboldt selbst gezeichnet hat oder die er kannte und auf die er sich im Text bezieht.

Ettes Vortrag zum selben Thema fand im Rahmen der Reihe „Auf dem Weg zum Humboldt-Forum“ statt, die der Verein der Freunde des Ethnologischen Museums veranstaltet. Aus immer neuen Perspektiven fragt die Reihe danach, wie das geistige Erbe der Brüder Humboldt für das künftige Stadtschloss genutzt werden kann, in dem ja vor allem die Sammlungen des – bisher in Dahlem ansässigen – Ethnologischen Museums präsentiert werden sollen.

Ottmar Ettes Wunsch an das Humboldt-Forum ergab sich logisch aus seiner Interpretation des Humboldt’schen Werks: Es möge ein Ort ohne feste Strukturen und territoriale Grenzziehungen werden, ein Ort der Bewegung, der Lebendigkeit, der die „Mobilität des Denkens“ in Ausstellungsform übersetzt und mit der gegenüberliegenden Museumsinsel in Dialog tritt. Ein Lob des Werdenden, des Aufbruchs, der Unabgeschlossenheit: Schließlich hat auch Alexander von Humboldt seine Werke nie vollendet – „weil es an uns ist, sein Werk weiterzuführen“.

Ottmar Ette Geschichte Sachbuch Insel Frankfurt am Main 2009 476 24,80 Ottmar Ette (Hrsg.) Zwei Bände Geschichte Sachbuch Frankfurt am Main 2009 781 98,00

https://www.zeit.de/online/2009/15/von-humboldt-globalisierung/komplettansicht

Fluchtursachen, nicht Geflüchtete bekämpfen! Aufruf zur Vernetzung in den Wahlkreisen und auf dieser Basis zu einem bundesweiten Komitee der Zivilgesellschaft zur kritischen Begleitung von den Regierungsparteien geplanten Kommission zu den Fluchtursachen! Wir brauchen jetzt einen Aufbruch! Für viele Menschen geht es bei der Frage um Leben und Tod!

Aufruf zum Ausdrucken, zur Diskussion und Unterstützung (Unterzeichnung)  und zum Verteilen: Aufruf Fluchtursachen bekämpfen

Nach der Intervention von über 100 Trägern des Bundesverdienstkreuzes: Die Regierungsparteien haben die Einrichtung einer staatlichen Kommission zu Fluchtursachen beschlossen.  Wir sollten auch als Bürgerinnen und Bürger aktiv werden: Zum Thema in der Gesellschaft informieren und zur kritischen Begleitung auch eine Kommission der Zivilgesellschaft bilden! ERSTES TREFFEN am 16.6.!

Fluchtursachen –
nicht Geflüchtete bekämpfen!

Die Initiative Black&White und das AfrikaForum schlagen  der deutschen Zivilgesellschaft die Bildung eines Bürgernetzwerkes in den Wahlkreisen vor und die Bildung einer eigenen zivilgesellschaftlichen Kommission „Fluchtursachen, nicht Flüchtlinge bekämpfen“. Sie sollte die von den Regierungsparteien vereinbarte staatliche Kommission kritisch begleiten! Die Aufforderung  von über 100 Trägern des Bundesverdienstkreuzes, nicht Flüchtlinge, sondern Fluchtursachen zu bekämpfen,  hat dazu geführt, dass die Regierungsparteien im Koalitionsvertag vereinbart haben, eine Kommission zu errichten zum Thema Fluchtursachen. Ein zentrales Thema in  einer Zeit, in der über 60 Millionen Menschen auf der Flucht sind und alle vier Sekunden ein weiterer Mensch flieht, täglich weitere  20.000 Menschen.

Aufgefordert dazu haben die Parteien u.a. Klaus Töpfer, Erhard Eppler, Wolfgang Huber, Margot Käßmann, Gabriele Krone-Schmalz, Hans Joachim Schellnhuber, Gesine Schwan, Klaus Staeck, Wolfgang Thierse, Jakob von Uexküll, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Hubert Weinzierl (alle Unterzeichner: https://fluchtursachen-enquete.com/unterzeichner/).

Wir denken, dass die Gesellschaft sich insgesamt für dieses Ziel engagieren  sollte. Denn dabei geht es für Menschen in vielen Ländern um  Leben und Tod.   Die deutsche Zivilgesellschaft sollte selbst dazu eine eigene Kommission bilden, denn die Fluchtursachen werden nur durch eine Anstrengung der ganzen Gesellschaft beseitigt werden können. Wir schlagen den Bürgerinnen und Bürgern, die für das Ziel „Fluchtursachen, nicht Flüchtlinge bekämpfen“ eintreten, vor, sich in den Wahlkreisen zu Bürgerinnen und Bürgernetzwerken zusammenzuschließen. Mit diesen Netzwerken sollten wir das Thema zu einem Thema in der ganzen Gesellschaft machen. Die Netzwerke in den Wahlkreisen sollten die Basis sein für eine Kommission der Zivilgesellschaft, die auch die Kommission der Parteien kritisch begleiten sollte und die Gesellschaft an der Diskussion beteiligt.

Wir sollten ab jetzt die Netzwerke in den Wahlkreisen aufbauen und die Kommission am 10. Dezember, dem Welt-Menschenrechttag, offiziell bilden. Am 10. Dezember vor 70 Jahren einigten sich die Mitglieder der UNO auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Sie sprachen damit weltweit jedem Menschen – nur weil er Mensch ist – das Recht auf Leben, Menschenwürde, soziale Sicherheit, Arbeit, Frieden, volle demokratische Teilhaben und das Recht auf die freie und volle Entwicklung der eigenen Persönlichkeit zu. Und sie versprachen, die dafür nötigen Maßnahmen in jedem Staat und durch internationale Zusammenarbeit zu ergreifen. Das dt. Grundgesetz hat das aufgegriffen. In Artikel 1 verpflichten wir uns, uns für Menschenwürde, Frieden und Gerechtigkeit weltweit einzusetzen.

Dass immer mehr Menschen fliehen müssen, zeigt das bisherige Versagen der Staaten, denn wenn alle diese ihnen zustehenden Rechte etwa auf Frieden und soziale Sicherheit und auf globale soziale Gerechtigkeit hätten, würde niemand fliehen müssen.

Es gibt Fluchtgründe, die für viele Länder gelten, wie Krieg und Gewalt, Auswirkungen des Klimawandels, Armut und soziale Unsicherheit und Nord-Süd-Ungerechtigkeit. Es gibt aber auch Fluchtgründe in einzelnen Ländern, die landesspezifische Antworten erfordern. Wir schlagen deshalb vor, allgemeine und länderspezifische Arbeitskreise im Rahmen der Netzwerke und der Kommission  zu bilden. Sie sollten in der deutschen Gesellschaft die Fluchtursachen bekanntmachen und vor allem auch, für welche Fluchtursachen wir mitverantwortlich sind. Nötig ist ein breites Bündnis vom Friedengruppen und Umweltinitiativen, Frauengruppen und Gewerkschaften, Menschen-rechtsgruppen und Fair-Handels-Initiativen, Anti-Rassistischen Gruppen und Flüchtlingsgruppen, Migranten-organisationen und internationale Partnerschaftsvereine, Kirchen, Moscheen und Synagogen und auch örtlichen Parteigliederungen. Bundesweit mit einer Stimme in einem zivilgesellschaftlichen Komitees und in den Wahlkreisen.

Wir sollten die Migranten und vor allen die Geflüchteten bei unserer Suche nach Wegen zur Beseitigung der Fluchtursachen stark beteiligen. Und wir sollten auch über sie Verbindungen in die Herkunftsstaaten von Flüchtlingen aufbauen, um die Vorschläge aus den Ländern dazu zu berücksichtigen, was passieren muss, damit die Menschen eine sichere Zukunft in ihren Ländern haben können.

Wer mit uns diese Netzwerke in den Wahlkreisen als Fundament für eine Kommission der Zivilgesellschaft mit aufbauen will, kann sich bei uns melden, damit wir gemeinsam die Sache in Angriff nehmen können.  Ringen um die Öffentliche Meinung in den Wahlkreisen. In Organisationen und Parteien als Basis für ein Umsteuern der Politik hin zur Beseitigung von Fluchtursachen, denn dazu sind neue Weichenstellungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auch bei uns nötig. Wer diesen Aufruf als Person oder Organisation mittragen möchte? Bitte melden!

Wir unterstützen diesen Aufruf und suchen weitere Unterstützerinnen und Unterstützer, um für seine Umsetzung dann gemeinsam aktiv zu werden:
Initiative Black&White, AfrikaForum,
Dr. Sahle Tesfai (Internationales  Zentrum Nord-Süd- Dialog), Prof. Dr. Werner Ruf

Start mit dem Aufbau des Netzwerkes am Samstag, 16.6.2018 um  10 Uhr in der Zukunftsfabrik WANnFRIEDen: Fluchtursachen nicht Geflüchtete bekämpfen! Wir suchen engagierte Menschen mit Herz, die in ihren Wahlkreisen Netzwerke für dieses Ziel aufbauen. Damit wollen wir die Basis schaffen für eine von den Bürgerinnen und Bürgern getragene zivilgesellschaftliche Kommission für die Beseitigung der Fluchtursachen. Sie soll die von den Regierungsparteien geplante staatliche Kommission kritisch begleiten und das Anliegen zu einem Anliegen der ganzen Gesellschaft machen! Über 100 Träger des Bundesverdienstkreuzes hatten dazu aufgerufen: Fluchtursachen, nicht Flüchtlinge bekämpfen.

Am Samstag, 16. Juni, treffen wir uns zu einem ersten Treffen für den Aufbau des Netzwerkes und der Kampagne. Das Treffen findet ab 10 Uhr in der Zukunftsfabrik WANnFRIEDen  statt, vorherige Anreise und Übernachtung sind möglich.

Information und Anmeldung: Email: afrikaforum@gmx.de, Tel.: 05655-924981 Initiative Black&White und AfrikaForum in der Zukunftsfabrik WANnFRIEDen , 37281 Wanfried, Bahnhofstr. 15  v.i.S.d.P. Wolfgang LieberknechtEr

Ergänzung:

Mit diesem Aufruf wollen wir die Vernetzung zu gemeinsamen Aktivitäten in Gang bringen. Wir wollen dazu Menschen zusammenbringen, die sich für Frieden einsetzen, für den Schutz der Umwelt und gegen den Klimawandel, für das Menschenrecht auf Arbeit und faire Einkommen, für faire internationale Beziehungen, für Afrika oder den Nahen Osten (Westasien), für Frauenrechte, Menschenrechte und Demokratie, gegen Rassismus und Fundamentalismus, gegen Waffenhandel, für Abrüstung, für gerechte Nord-Süd-Beziehungen und, und und….. In all diesen Themen brauchen wir neue Weichenstellungen, wenn Fluchtursachen beseitigt oder auch nur verringern werden sollen. Und diese neuen Weichenstellungen können nur neue Kräfte bewirken. Fluchtursachen bekämpfen ist eine große und sehr komplexe Aufgabe. Wenn wir aber das Leid der Menschen durch Fluchtgründe nachfühlen, sollten wir nicht davor zurückschrecken, sie anzupacken. Wir rechnen auf Euch.
Wir bitten Euch, den Aufruf intensiv zu lesen und mit anderen zu diskutieren, in euren Bekanntenkreisen, am Arbeitsplatz, in den Organisationen, in denen ihr tätig seid. Zum einen geht es darum, zu sehen, ob man mit den Zielen übereinstimmt und das vielleicht auch durch Beschluss und Unterschrift bekunden will zur Ermutigung Anderer. Zum anderen geht es aber auch darum, dabei zu diskutieren, wie jede und jeder beitragen kann, das im Aufruf angeregte Netzwerk zu schaffen. Wie bringen wir Menschen und Initiativen in eigenen Wahlkreis zusammen? Welche gemeinsamen Aktivitäten ergreifen wir im Wahlkreis? Welche Struktur bauen wir zur Koordinierung auf? Wie gebe ich die Idee an Bekannte in anderen Wahlkreisen weiter, um sie auch zu ermutigen? Welches überregionale Netzwerk zu den Fluchtursachen in einem besonderen Land will ich mit aufbauen oder darin mitarbeiten? Welches überregionale Netzwerk zu den allgemeinen Fluchtursachen wie Globale Ungerechtigkeit und faire, solidarische Nord-Süd-Beziehungen, Krieg und Frieden, Umweltzerstörung und Nachhaltigkeit, soziale Menschenrechte, politische Menschenrechte und Demokratisierung in einem besonderen Land will ich mit aufbauen oder darin mitarbeiten? Wie kann ich helfen eine überregionale Struktur für die Kampagne mitaufzubauen. Wie kann ich helfen, eine finanzielle Basis für die Kampagne und das Netzwerk zu schaffen? Das sind einige der Fragen, die sich uns stellen, wenn wir den Aufruf ernst nehmen.
Mit dem Aufruf haben wir von der Initiative Black&White und vom AfrikaForum einen Stein ins Wasser geworfen, in der Hoffnung, große Wellen hervorzurufen. Es könnte aber auch ohne Wellen einfach auf den Grund sinken. Jede und jeder bestimmt mit, welches Ereignis eintritt. Wir hoffen auf Euch. Wir werden uns in dem Sinne so oder so engagieren, aber hoffen doch darauf, wirklich etwas die Welt Veränderndes voranbringen zu können.
Wolfgang Lieberknecht

Schulen können einen wichtigen Beitrag leisten!
Fluchtursachen bekämpfen, nicht Geflüchtete!
Wir regen die Bildung eines Schulnetzwerkes an mit Schulen aus Herkunftsländern von Flüchtlingen!

65 Millionen Menschen sind derzeit auf der Flucht! Und es ist keine Entspannung in Sicht:  Krieg, Gewalt, Diktaturen, Folter, Unterdrückung, extreme Armut, Umweltzerstörung, Perspektivlosigkeit und die globale Ungerechtigkeit treiben Tag für Tag weitere 20.000 Menschen zur Flucht! Die politischen Kräfte der Welt reichen heute nicht, den Trend zu stoppen oder gar zu drehen, das wird jeden Tag klarer.Wir sehen im Handlungsziel: „Fluchtursachen bekämpfen, nicht Geflüchtete!“ ein Gebot der Mitmenschlichkeit, des Grundgesetzes und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Sorgen wir mit dafür, dass weltweit alle menschenwürdig leben, in Frieden und mit globaler Gerechtigkeit und nicht mehr fliehen müssen, weil es nur in einem Teil der Welt möglich ist, in persönlicher Sicherheit zu leben. Allein ein Teil der Gelder, die die Staaten heute weltweit in die Rüstung stecken, würde reichen, die Armut weltweit zu beenden und Perspektiven für die Menschen zu schaffen. Was tun? Über 100 Träger des Bundesverdienstkreuzes haben die Initiative ergriffen: Sie rufen dazu auf, sich überparteilich mit dem Ziel zusammenzuschließen: Bekämpfen wir nicht die Flüchtlinge, engagieren wir uns dafür, Gründe zu verringern, die Menschen zur Flucht treiben! Von der Initiative Black&White und von AfrikaForum unterstützen wir diese Idee und schlagen den Schulen, den Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern vor: – Thematisieren wir im Unterricht die Fluchtursachen, damit die Schüler verstehen, warum Menschen fliehen – Thematisieren wir im Unterricht die Vorschläge, die es gibt, um Fluchtursachen zu beseitigen – Diskutieren wir v.a. auch, ob Entscheidungen in Deutschland zu Fluchtursachen beitragen und ob wir das ändern können -vermitteln wir die Grundwerte des Grundgesetzes und der Menschenrechtserklärung: Einsatz für Menschenwürde und Frieden in Deutschland und weltweit (Art. 1, Absatz 1+2) – Entwickeln wir Kontakte zu Schulen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge und loten wir Möglichkeiten der Zusammenarbeit zur Beseitigung von Fluchtursachen aus – Laden mit dem Thema Fluchtursachen befasste Politiker in die Schule ein (die Regierungsparteien haben versprochen, das Thema anzugehen!). Tragen wir das Thema in Lehrerverbände, Landesschülervertetungen , Netzwerke gegen Rassismus, in die Partnerschaften der Schulen und die Elternschaft. Wir wollen als erstes dazu Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen in Kontakt bringen, um sich zu vernetzen und gegenseitig zu stärken.  Von der Gruppe Black&White bieten wir einen Schulprojekttag an mit Afrikanerinnen und Afrikanern. Thema: Trommeln, tanzen singen, informieren und diskutieren – bis niemand mehr fliehen muss! Damit kann man gut das Thema in der Schule einführen und Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer dafür begeistern! Alle, die unser Anliegen teilen, können in unserem Verein aktiv werden; etwa in der Black&White-Schüler-Netzwerk oder dem Black&White-LehrerInnen-Netzwerk. Als gemeinnütziger Verein sind wir auch dankbar für Unterstützung mit Spenden. Kontakt: Initiative Black&White e.V. Bahnhofstr. 15, 37281 Wanfried 05655-924981 email: blackandwhite1@gmx.net v.i.S.d.P: Eunice und Wolfgang Lieberknecht (Koordinatoren der Initiative Black&White e.V.)

Democracy-App: Mehr demokratische Beteiligung durch Volksabstimmungen per Handy? Sämtliche Gesetzesentwürfe des Parlaments werden VOR deren offizieller Abstimmung allen Nutzern der Democracy-App vorgelegt – die wiederum stimmen mit einem Wisch nach links oder rechts über das Ja oder Nein ab. Der Clou: Das Abstimmergebnis der Nutzer wird allen Abgeordneten vorgelegt, bevor sie im Bundestag abstimmen.

Volksabstimmung per Handy – Marius Krüger im NuoViso.TV

Er sieht jung und unerfahren aus, doch IT-Unternehmer Marius Krüger könnte schon in naher Zukunft die Abgeordneten im Deutschen Bundestag gehörig zittern lassen: Mit der von ihm entwickelten Smartphone-App (für #Apple & #Android) realisiert er schon jetzt nichts Geringeres als DEN Meilenstein hin zur echten #Volksabstimmung. Und das geht so: Sämtliche Gesetzesentwürfe des Parlaments werden VOR deren offizieller Abstimmung allen Nutzern der #Democracy-App vorgelegt – die wiederum stimmen mit einem Wisch nach links oder rechts über das Ja oder Nein ab. Der Clou: Das Abstimmergebnis der Nutzer wird allen Abgeordneten vorgelegt, bevor sie im #Bundestag abstimmen. So weiß jeder Parlamentarier, was seine Wähler von ihm halten würden, wenn er sich deren Willen nicht beugt. #Abgeordnete aus so gut wie allen Parteien, außer der Partei von #AngelaMerkel natürlich, sind bereits ziemlich begeistert von der App: Denn bei namentlichen Abstimmungen registriert diese auch, wie die einzelnen #Abgeordneten gestimmt haben – das Echo der Wählerbasis dürfte ihnen damit sicher sein.

Im Studio Talk mit Norbert Fleischer lüftet Marius Krüger gleich mehrere Geheimnisse zu dem Projekt, das diesen Herbst offiziell an den Start geht. Vor allem erläutert er aber, weshalb die Daten seiner Nutzer absolut sicher bleiben. Unser Fazit: LÄUFT! https://youtu.be/1Et7S8pi8zY

Mehr Infos und Anmeldung für die Beta-Version unter:

http://www.democracy-deutschland.de

Wir laden dich, Bürgerin und Bürger ein: Fluchtursachen bekämpfen, nicht Geflüchtete! Ein BürgerInnen-Netzwerk dafür bilden! In den Wahlkreisen und bundesweit! Erstes Treffen am 24. Mai in Eschwege im und für den Wahlkreis 169

Wir laden dich, Bürgerin und Bürger im Wahlkreis 169 ein:
Fluchtursachen bekämpfen, nicht Geflüchtete!
Ein BürgerInnen-Netzwerk dafür bilden!
Erstes Treffen am 24. Mai in Eschwege

65 Millionen Menschen sind derzeit auf der Flucht! Und es ist keine Entspannung in Sicht:  Krieg, Gewalt, Diktaturen, Folter, Unterdrückung, extreme Armut, Umweltzerstörung, Perspektivlosigkeit und die globale Ungerechtigkeit treiben Tag für Tag weitere 20.000 Menschen zur Flucht! Die politischen Kräfte der Welt reichen heuet nicht, den Trend zu stoppen oder gar zu drehen.

Was tun? Über 100 Träger des Bundesverdienstkreuzes habe die Initiative ergriffen: Sie rufen dazu auf, sich überparteilich mit dem Ziel zusammenzuschließen: Bekämpfen wir nicht die Flüchtlinge, engagieren wir uns dafür, die Gründe zu verringern, die Menschen zur Flucht treiben! (https://fluchtursachen-enquete.com/) Das Problem sind nicht die Flüchtlinge, das Problem sind die Lebensbedrohungen für viele Menschen! Verringern wir vor allem  sofort auch die Fluchtgründe, die wir in Deutschland mit zu verantworten haben.

Von der Initiative Black&White und von AfrikaForum unterstützen wir diese Idee und schlagen den Bürgerinnen und Bürgern  im Wahlkreis 169 vor: Tragen wir dazu bei,  politische Kraft zu schaffen, um die Fluchtursachen zu beseitigen.  Wir wollen uns mit allen anderen im Wahlkreis, die für diese Idee eintreten, mit den Fluchtursachen beschäftigen und mit den Vorschlägen, wie sie beseitigt werden können. Wir wollen so die Vertreter der Wählerinnen und Wählerunseres Wahlkreis in den Parlamenten  auffordern, sich für die Beseitigung der Fluchtursachen zu engagieren.

Wir sehen darin ein Gebot der Mitmenschlichkeit, des Grundgesetzes und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Sorgen wir mit dafür, dass weltweit alle menschenwürdig leben, in Frieden und mit globaler Gerechtigkeit und nicht mehr fliehen müssen, um persönliche Sicherheit erlangen zu können. Bildung eines Netzwerkes im Wahlkreis 169:

Begegnungsstätte Diversity/Vielfalt Eschwege, Hospitalplatz 1-3 Donnerstag, 24.5.2018, 19 Uhr

Flugblatt zum Ausdrucken und Verteilen im Wahlkreis 169:

flyer für Wahlkreis 169

Flugblatt zum Ausdrucken und Verteilen für alle Wahlkreise:
flyer für alle

Blog zur Aktion der Bundesverdienstkreuzträger:

https://fluchtursachen-enquete.com/

 

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Bildergebnis für wahlkreise bundestagswahl 2017 169Wahlkreis 169: Werra-Meißner, Hersfeld-Rotenburg, in der Mitte der Bundesrepublik

Hier ist die Liste der Wahlkreise:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Bundestagswahlkreise_2017

 

Eine bundesweite Kampagne basisdemokratisch aufbauen!

Wir regen alle, die unsere Idee „Fluchtursachen, nicht Geflüchtete bekämpfen“ wichtig finden und für ihre Umsetzung demokratische Kraft aufbauen wollen, in ihren Wahlkreisen Netzwerke dafür zusammenzubringen und Teams aufzubauen, die die Fluchtursachen bekanntmachen und die Diskussion voranbringen, was sich ändern muss, damit die Menschen in ihren Ländern eine Zukunft haben können. 

Wir werden hier von der Demokratischen Werkstatt WANnFRIEDen und der Initiative Black&White e.V. eine Kampagne auf den Weg bringen und suchen Partnerinnen und Partner  für einen breiten zivilgesellschaftlichen Zusammenschluss. Um Fluchtursachen zu beseitigen braucht es Friedensorganisationen und Friedensaktive, Aktive für soziale Rechte und für Menschenrechte und für soziale Gerechtigkeit, entwicklungspolitisch Aktive, Gruppen für fairen Handel, nachhaltige Umweltnutzung, den Stopp des Klimawandels und fairen Handel, Freundschaftsinitiativen zu anderen Ländern, Migrantenorganisationen und auch etwa den interkulturellen und interreligiösen Dialog. Sie brauchen eine gemeinsame Stimme für die Gestaltung der Einen Welt und die Förderung der Umsetzung der sozialen und politischen Menschenrechte aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in jedem Land. Wir sind bereits dabei Kontakte zu Migranten aus den Fluchtländern aufzubauen und mit ihnen Verbindungen zu Organisationen in Herkunftsländern von  Flüchtlingen.

Auch gegen Rechts ist so ein Netzwerk wichtig. Die Rechte puscht die Bedrohung durch Flüchtlinge hoch und verschweigt, die Gründe, die Menschen in die Flucht treiben und vielfach von den westlichen Industrieländern mit zu verantworten sind und nur geändert werden können, wenn sich auch die Politik in unseren Ländern ändert. Das gilt es für uns in die öffentliche Debatte einzubringen, auch um den Aufstieg der Rechten und die Zerstörung der erreichten demokratischen Kultur zu verhindern, die nur den Freiraum bietet, die nötigen Lösungen zu erarbeiten.

Wir hoffen auf Menschen, die die Dinge wie wir sehen und mit uns zusammenarbeiten wollen.

Kontakt: Wolfgang Lieberknecht, Bahnhofstr. 15, 37281 Wanfried, 05655-924981. blackandwhite1@gmx.net. 

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Während im Werra-Meißner-Kreis die Menschen besonders mit Überalterung und Wegzug der Jungen zu kämpfen haben, sorgen sich in Hersfeld-Rotenburg viele um die Jobs beim Konzern K+S. Auch Windräder sind ein Thema.

Die größten Herausforderungen

Der Werra-Meißner-Kreis hat mit dem demographischen Wandel zu kämpfen. Viele junge Menschen ziehen weg, um woanders zu arbeiten und die Bevölkerung überaltert. Damit verstärken sich auch die strukturellen Probleme auf den Dörfern. Die Menschen machen sich Sorgen um die ärztliche Versorgung, ihre Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die Nahversorgung. Viele Häuser stehen leer und lassen sich nur schwer verkaufen.

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Überblick: Bundestagswahl 2017 | Wahlkreischecks

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Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sorgen sich die Menschen um tausende Arbeitsplätze beim Konzern K+S und die Umweltbelastung durch den Kali-Bergbau. Viele lehnen Windkraftanlagen in der Nähe von Siedlungen ab. Wie an anderen Orten macht sich der demografische Wandel bemerkbar – vor allem durch den überdurchschnittlichen Rückgang der Bevölkerungszahlen.

Die Ausgangslage

Im Wahlkreis 169 sind rund 180.000 Menschen wahlberechtigt. Der Wahlkreis gilt als „rote Ecke Hessens“. Traditionell wird hier SPD gewählt. In der Vergangenheit entschieden sich aber auch viele Wähler bei den Direktkandidaten für die CDU.

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Der Wahlkreis im Kurzporträt

Der Wahlkreis besteht aus zwei Landkreisen: Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg. Der Werra-Meißner-Kreis ist ländlich geprägt, man setzt auf Tourismus: Die Urlauber machen Ferien auf dem Bauernhof, besuchen Tier- und Naturparks, wandern, fahren Rad durch Felder und Wiesen und Kanu auf der Werra. Oder sie bummeln durch romantische Fachwerkstädte wie Bad Sooden-Allendorf. Der Kreis Hersfeld-Rotenburg hat sich dagegen in den vergangenen Jahren zu einer Logistikhochburg entwickelt. Die Autobahnen A7, A5 und A4 und der Eisenbahn-Verkehrsknotenpunkt Bebra spielen dabei eine große Rolle. So haben sich im Kreisgebiet zahlreiche Firmen angesiedelt, die Waren nach ganz Europa verteilen. Amazon hat hier zum Beispiel das größte Logistikzentrum des Internetkaufhauses in Deutschland gebaut. Wichtig für den Kreis ist außerdem der Kali-Bergbau an der Werra durch die Firma K+S. Aber Natur und Landschaft bringen auch viele Touristen hierher. Und allein die traditionsreichen Bad Hersfelder Festspiele locken jedes Jahr rund 100.000 Besucher an.

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Wer sind die Direktkandidaten?

Sieben Kandidaten gibt es im Wahlkreis. Roth (SPD) stellt sich in diesem Jahr zum sechsten Mal zur Wahl. Die Christdemokraten setzen 2017 auf einen neuen Kandidaten. Timo Lübeck wirbt um die Wähler und will per Direktmandat in den Bundestag. Für Die Linke kandidiert Sabine Leidig. Sie sitzt seit 2009 in Berlin und ist Spitzenkandidatin ihrer Partei in Hessen. Manfred Lister von der FDP stellt sich zum zweiten Mal zur Wahl. Zum ersten Mal kandidieren Martina Selzer von Bündnis 90/Die Grünen, Emmanuel Anyangwe Ngassa (FWG) und Stefan Wild von der AfD.

Die Topthemen vor der Wahl

Gerade weil im Wahlkreis der Tourismus eine wichtige Rolle spielt, reagieren die Bewohner sensibel auf Umweltveränderungen. Besonders die Pläne zum Ausbau der Windkraft und die Werraversalzung durch den Kasseler Konzern Kali und Salz (K+S) sehen viele kritisch. So haben sich Bürgerinitiativen gegründet, um Windkraftanlagen in der Region zu verhindern. Die Bürger befürchten, dass das schöne nordhessische Landschaftsbild durch die Windräder zerstört wird und somit Touristen ausbleiben könnten.

Das sind die wichtigsten „Köpfe“

Michael Roth vertritt den Wahlkreis seit knapp 20 Jahren (1998) im Bundestag und ist ein politisches Schwergewicht in der hessischen SPD. Von 2009 bis 2014 war er Generalsekretär des Landesverbandes, legte dieses Amt aber nieder, da er seit Ende 2013 als Staatsminister für Europa Mitglied in der Bundesregierug ist. Die Linken-Kandidatin Sabine Leidig ist im Bundesvorstand ihrer Partei und hessische Spitzenkandidatin der Linken.

So gehen die Parteien in den Wahlkampf

Roth (SPD) betont das Thema Arbeit und will sich besonders für die Belegschaft von K+S in der Diskussion um den Umweltschutz im Kalirevier einsetzen. Weitere Themen im Wahlkreis sind Bildung, eine flächendeckende medizinische Versorgung und ein ordentliches Straßen- und Schienennetz. Lübeck (CDU) will mit dem Thema Sicherheit und Kampf gegen den Terror punkten. Außerdem legen die Christdemokraten den Schwerpunkt auf das Thema Finanzen mit ausgeglichenen Haushalten und einer Reduzierung der Schuldenlast. Leidig (Die Linke) will sich neben den Themen Frieden, soziale Gerechtigkeit und Solidarität für zukunftsweisende und umweltschonende Verkehrskonzepte werben. Außerdem sei es ihr wichtig, gegen Niedriglöhne und miese Arbeitsbedingungen vorzugehen.

https://www.hessenschau.de/politik/wahlen/bundestagswahl-2017/wahlkreischecks/wahlkreis-169-werra-meissner—hersfeld-rotenburg-im-check-tourismus–und-logistikhochburg-im-norden,btw17-wahlkreischeck-169-werra-meissner-100.html

Die Orte im Wahlkreis:

 

Die Medien verschweigen der Masse der Bürger die Wahrheit, die sie kennen! Zerstört man so nicht die Grundlage der Demokratie? Der Herrschaft des Volkes durch das Volk für das Volk. Allerdings gibt es bessere Beispiele, als die gebrachten: Warum fliehen Menschen aus Ländern, die Natostaaten völkerrechtswidrig angreifen, um angeblich den Menschen die Menschenrechte zu bringen. Zehn Strategien, mit denen wir von der Elite der Entscheidungsträger manipuliert werden, enthüllt uns Noam Chomsky. Jede/r sollte sie kennen und sich gegenwärtig halten.

 

10 Strategien die Gesellschaft zu manipulieren

1 – Kehre die Aufmerksamkeit um

Das Schlüsselelement zur Kontrolle der Gesellschaft ist es die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Ereignisse umzulenken, damit man von wichtigen Informationen über tatsächliche Änderungen durch die politischen und wirtschaftlichen Führungsorgane auf unwesentliche Nachrichten ablenkt, der Technik des stetigen Präsent-Sein. Jene Strategie ist der Grundstein, der das Basisinteresse aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Psychologie, Neurobiologie und Cybernetik verhindert. Somit kehrt die öffentliche Meinung den wirklichen gesellschaftlichen Problemen den Rücken zu, berieselt und abgelenkt durch unwichtige Angelegenheiten. Schaffe es, dass die Gesellschaft beschäftigt ist, beschäftige sie, beschäftige sie so, damit sie keine Zeit hat über etwas nachzudenken, entsprechend auf dem Level eines Tieres.

2 – Erzeuge Probleme und liefere die Lösung

Diese Methode wird die „Problem-Reaktion-Lösung“ genannt. Es wird ein Problem bzw. eine Situation geschaffen, um eine Reaktion bei den Empfängern auszulösen, die danach eine präventive Vorgehensweise erwarten. Verbreite Gewalt oder zettle blutige Angriffe an, damit die Gesellschaft eine Verschärfung der Rechtsnormen und Gesetze auf Kosten der eigenen Freiheit akzeptiert. Oder kreiere eine Wirtschaftskrise um eine radikale Beschneidung der Grundrechte und die Demontierung der Sozialdienstleistungen rechtzufertigen.

3 – Stufe Änderungen ab

Verschiebe die Grenzen von Änderungen stufenweise, Schritt für Schritt, Jahr für Jahr. Auf diese Weise setzte man in den Jahren 1980 und 1990 die neuen radikalen sozio-ökonomischen Vorraussetzungen durch (Neoliberalismus): Minimum an Zeugnissen, Privatisierung, Unsicherheit, was der Morgen bringt, Elastizität, Massenarbeitslosigkeit, Höhe der Einkünfte, das Fehlen der Garantie auf gerechte Lohnänderungen.

4 – Aufschub von Änderungen

Die folgende Möglichkeit auf Akzeptanz einer von der Gesellschaft ungewollten Änderung ist es, sie als „schmerzhaftes Muss“ vorzustellen, damit die Gesellschaft es erlaubt, sie in Zukunft einzuführen. Es ist einfacher zukünftige Opfer zu akzeptieren, als sich ihnen sofort auszusetzen. Zudem hat die Gesellschaft, die naive Tendenz negative Veränderungen mit einem „alles wird gut“ zu umschreiben. Diese Strategie erlaubt es den Bürgern mehr Zeit sich der Änderung bewusst zu werden und die Akzeptanz in eine Art der Resignation umzuwandeln.

5 – Sprich zur Masse, wie zu kleinen Kindern

Die Mehrheit der Inhalte gerichtet an die öffentliche Meinung missbraucht die Art der Verkündung, durch Argumente oder sogar durch einen gönnerhaften Ton, den man normalerweise in einer Unterhaltung mit Kindern oder geistig behinderten Menschen verwendet. Je mehr man seinem Gesprächspartner das Bild vor Augen vernebeln will, umso lieber greift man auf diese Technik zurück. Warum? Wenn du zu einer Person sprichst, als ob sie 12 Jahre alt wäre, dann, aus dem Grund der Suggestion, wird mit höchster Wahrscheinlichkeit jene Person kritiklos reagieren oder antworten, als ob sie tatsächlich 12 Jahre alt wäre.

6 – Konzentriere dich auf Emotionen und nicht auf Reflexion

Der Missbrauch des emotionalen Aspektes ist die klassische Technik, das Ziel habend, eine rationale Analyse und den gesunden Menschenverstand eines Individuums zu umgehen. Darüber hinaus öffnet eine emotionale Rede Tür und Tor, Ideolgie, Bedürfnisse, Ängste und Unruhen, Impulse und bestimmte Verhaltensweisen im Unterbewusstsein zu initiieren.

7 – Versuche die Ignoranz der Gesellschaft aufrechtzuerhalten

Die Masse soll nicht fähig sein die Methoden und Kontrolltechniken zu erkennen. Bildung, die der gesellschaftlichen Unterschicht angeboten wird, soll so einfach wie möglich sein, damit das akademische Wissen für diese nicht begreifbar ist.

8 – Entfache in der Bevölkerung den Gedanken, dass sie durchschnittlich sei

Schaff es, dass die Bürger zu glauben beginnen, dass es cool und norml sei dumm, vulgär und ungebildet zu sein.

9 – Wandle Widerstand in das Gefühl schlechten Gewissens um

Erlaube es, dass die Gesellschaft denkt, dass sie aufgrund zu wenig Intelligenz, Kompetenz oder Bemühungen die einzig Schuldigen ihres Nicht-Erfolges sind. Das „System“ wirkt also einer Rebellion der Bevölkerung entgegen indem dem Bürger suggeriert wird, dass er an allem Übel schuld sei und herabwürdigt damit dessen Selbstwertgefühl. Dies führt zur Depression und Blockade weiteren Handelns. Ohne Handeln gibt es nämlich keine Revolution!

10 – Lerne Menschen besser kennen, als sie sich selbst es tun

In den letzten 50 Jahren entstand durch den wissenschaftlichen Fortschritt eine Schlucht zwischen dem Wissen, welches der breiten Masse zur Verfügung steht und jenem, das für die schmale Elite reserviert ist. Dank der Biologie, Neurobiologie und der angewandten Psychologie erreichte das „System“ das Wissen zur Existenz des Menschen im physischen als auch psychischen Bereich. Gegenwärtig kennt das „System“ den Menschen, den einzelnen Bürger besser, besser als dieser selbst und verfügt somit über eine größere Kontrolle des einzelnen.

 

 

Ein neuer Amnesty-Bericht dokumentiert deutliche Anzeichen dafür, dass die Bundesregierung wissentlich Völkerrechtsverstöße der US-Regierung unterstützt. Deutsche Geheimdienstinformationen tragen möglicherweise zu Drohnenangriffen bei. Amnesty International kritisiert in dem neuen Bericht „Deadly Assistance: The role of European states in US Drone Strikes“ die Unterstützung, die Deutschland, England, die Niederlande und Italien den USA bei umstrittenen Drohneneinsätzen leisten. Diese Unterstützung gewinnt vor dem Hintergrund von US-Präsident Trumps Ankündigung, das Drohnen-Programm weiter auszubauen, zunehmend an Brisanz.

Aktuell Vereinigte Staaten von Amerika 19. April 2018
Völkerrechtswidrige US-Drohnenangriffe von deutschem Boden aus
Bundesregierung muss Handlungsspielraum ausschöpfen

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Ein neuer Amnesty-Bericht dokumentiert deutliche Anzeichen dafür, dass die Bundesregierung wissentlich Völkerrechtsverstöße der US-Regierung unterstützt. Deutsche Geheimdienstinformationen tragen möglicherweise zu Drohnenangriffen bei.
Amnesty International kritisiert in dem neuen Bericht „Deadly Assistance: The role of European states in US Drone Strikes“ die Unterstützung, die Deutschland, England, die Niederlande und Italien den USA bei umstrittenen Drohneneinsätzen leisten. Diese Unterstützung gewinnt vor dem Hintergrund von US-Präsident Trumps Ankündigung, das Drohnen-Programm weiter auszubauen, zunehmend an Brisanz.
Amnesty hat Medienberichte und öffentlich zugängliche Stellungnahmen der Bundesregierung ausgewertet. Deren Analyse legt nahe, dass die Bundesregierung seit Jahren zu wenig unternimmt, um sicherzustellen, dass sie keine völkerrechtswidrige Beihilfe leistet zu US-Drohnenangriffen, die das humanitäre Völkerrecht verletzen. „Aus Sicht von Amnesty International schöpft die Bundesregierung ihren Handlungsspielraum gegen völkerrechtswidrige Drohnenangriffe der USA nicht aus: Sie muss dringend Safeguards entwickeln, mit denen sichergestellt wird, dass die Bundesregierung keine wissentliche Beihilfe zu Völkerrechtsbrüchen leistet“, sagt Maria Scharlau, Völkerrechtsexpertin bei Amnesty International in Deutschland.
Die Bundesregierung duldet, dass das US-Militär den Stützpunkt Ramstein auf deutschem Boden nutzt, um mithilfe des Kommunikationssystems GILGAMESH die Signale der Drohnenpiloten in die Einsatzstaaten weiterzuleiten. Eine direkte Steuerung der Drohneneinsätze in Pakistan, Afghanistan und Jemen von US-Boden aus wäre aufgrund der Distanz und der Erdkrümmung nicht möglich. Die USA sind für die Durchführung also angewiesen auf die Nutzung von Ramstein – was die Bundesregierung auch weiß.
„Jahrelang hat die Bundesregierung sich darauf berufen, nicht genau zu wissen, welche Rolle Ramstein in der Ausführung der Drohnenangriffe spielt, und damit eine eigene Mitverantwortung abgelehnt.
Spätestens im August 2016 informierte die US-Botschaft das Auswärtige Amt aber über die entscheidende Rolle von Ramstein. Mit diesem Wissen muss die Bundesregierung endlich dafür sorgen, dass keine völkerrechtswidrigen US-Drohnenangriffe von deutschem Boden aus unterstützt werden“, sagt Scharlau.
Darüber hinaus geben deutsche Behörden geheimdienstliche Informationen wie zum Beispiel Handynummern und E-Mail-Adressen an die USA weiter, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie die Lokalisierung von Personen und damit gezielte tödliche Drohnenangriffe erst ermöglichen.
Vertreter der Bundesregierung betonen, dass ein reger Austausch mit den jeweiligen Gesprächspartnern der US-Regierung über die Drohnenangriffe und die Einhaltung des Völkerrechts stattfinde. Die aktuelle US-Regierung hat aber die wenigen Restriktionen und Richtlinien zurückgenommen, die unter Präsident Obama auf öffentlichen Druck hin geschaffen worden waren.
„Die Bundesregierung macht es sich zu leicht“, so Scharlau. „Seit Jahren dokumentieren Amnesty International, Human Rights Watch, das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und UN-Sonderberichterstatter, dass die USA durch ihre Drohnenangriffe regelmäßig gegen Völkerrecht verstoßen.“ Die amerikanische Regierung setzt Drohnen zum Beispiel außerhalb von bewaffneten Konflikten ein, nimmt die Tötung auch von einer großen Zahl von Zivilisten in Kauf und leistet keine Aufklärung oder Entschädigung nach derartigen Angriffen. „Das Drohnenprogramm ist massiv ausgebaut worden, wir gehen daher von einer deutlichen Zunahme der Völkerrechtsverstöße aus. Sich trotzdem auf die Zusage der USA zu verlassen, sie hielten das Völkerrecht ein, ist realitätsfremd“, so Scharlau.

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Amnesty International fordert die Bundesregierung dazu auf, offenzulegen, welche Maßnahmen sie ergreift, um der Gefahr einer völkerrechtswidrigen Beihilfe zu begegnen. Der politische Protest gegen völkerrechtswidrige Drohneneinsätze der USA muss auch öffentlich stattfinden, um die Entstehung gefährlichen Völkergewohnheitsrechts zu verhindern.

 

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Downloads
Amnesty-Bericht „USA: Deadly Assistance: The role of European states in US Drone Strikes“
(pdf, 3.26 MB)

https://www.amnesty.de/sites/default/files/2018-04/Amnesty-Bericht-USA-Deadly-Assistance-Bericht-April2018.pdf

https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/vereinigte-staaten-von-amerika-voelkerrechtswidrige-us-drohnenangriffe-von