Europa?! Bulgarische „Migrantenjäger“ „verhaften“ afghanische Flüchtlinge und fesseln sie! Es sind nationalistisch-islamophobe Bürger. Premierminster lobte sie, kommt nach TV-Bericht aber unter Druck! Bulgarien hat einen so schlechten Ruf, viele Flüchtlinge berichteten über Raub und Misshandlungen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk äußerte wiederholt Bedenken über den Umgang der bulgarischen Grenzpolizei mit Migranten. Als im Oktober 2015 dann ein afghanischer Flüchtling beim Übertritt erschossen wurde, sah sich das UNHCR erneut in seiner Kritik bestätigt. Der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks in Bulgarien und dessen Familie waren nach diesem Vorfall so großen Drohungen ausgesetzt, dass ihn das UNHCR aus dem Land abzog.

https://www.youtube.com/watch?v=nQcPgZrOZ7k&ebc=ANyPxKpxDnDVlyR4tVtk5sJe-F4Yx2sn-fzm6EdI1-Wv0qOEoZiUwksUK2oX5ujbuM7ssV4Ns5JEg2FCHw8QKcSkl6Nls0td1g

https://www.youtube.com/watch?v=TCglBgNXIok

Bulgariens Justiz wird auf „Migrantenjäger“ aufmerksam

MARKUS BERNATH 12. April 2016, Der Premier fand sie großartig. Mit dem Riecher für die Stimmung im Volk hat Boiko Borissow noch vergangenes Wochenende den selbsternannten „Migrantenjägern“ auf die Schultern geklopft. „Ich habe mich mit diesen Burschen in Verbindung gesetzt, wir haben geredet“, brummelte der bulgarische Regierungschef väterlich: „Jede Hilfe für die Polizei, für die Grenzpolizei, für das Land ist willkommen.“ Der Ex-Ringer und Sicherheitsfirmenchef Borissow ist gewissermaßen vom Fach, wenn es um Schutz und Gefahrenabwehr geht. Zu Wochenbeginn sah die Sache dann doch anders aus. Ein Video, das bulgarische Dorfmänner von ihrem jüngsten Einsatz gegen illegale Migranten aufnahmen und im Internet verbreiteten – nicht zum ersten Mal -, veranlassten Innenministerin und Polizeichef zu Mahnungen. Die „Festnahmen“ von drei offenbar afghanischen Flüchtlingen nahe der Grenze seien „illegal“, erklärte Antonio Angelow, der Leiter der Grenzpolizei. Auch er hatte noch eine Woche zuvor „Flüchtlingsjägern“ offiziell zu ihrem Tun gratuliert. „Geh zurück Türkei“ Das am Montag im bulgarischen Fernsehen verbreitete Video zeigt drei junge Männer, die mit dem Gesicht auf der Erde liegen und deren Hände auf dem Rücken mit Plastikbändern gefesselt sind. „Kein Bulgarien, geh zurück Türkei“, ruft einer der „Grenzwächter“ in gebrochenem Englisch. Die Flüchtlinge, die im Strandscha-Gebirge an der türkisch-bulgarischen Grenze den Häschern in die Hände fielen, wurden dann der Polizei übergeben. Begonnen hat Bulgariens „Migrantenjäger“-Kult mit Dinko Walew, einem 29-jährigen Schrotthändler, der unter großem Beifall bulgarischer Medien Flüchtlinge in den Wäldern nahe seiner Heimatstadt Jambol im Süden des Landes aufgriff. Walew, der auf einem Quad durch die Natur rast – einem Motorrad mit vier Rädern – und mittlerweile auch zwei ausrangierte Panzerfahrzeuge in seinem Fuhrpark hat, erhielt rasch Unterstützung durch andere nationalistisch-islamophobe Bürger. Mit Hunden und Allzweckmobilen „jagen“ sie Flüchtlinge. Ermittlungen eingeleitet Erst der Protest und eine Anzeige des Helsinki-Komitees Bulgarien, ein Relikt aus der Zeit des demokratischen Wechsels und der Ost-West-Entspannung in den 1970er-Jahren, haben die Sicht auf die Selbstjustiz der bulgarischen Dorfmänner etwas korrigiert. Das Komitee zeigte Regierungschef Borissow wegen seiner Unterstützung der „Migrantenjäger“ an. Rassistisch und zu Verbrechen aufstachelnd sei die Äußerung Borissows, heißt es. Ein Staatsanwalt in Malko Tarnovo, einer Grenzstadt im Südosten Bulgariens nahe der Türkei, hat am Montag auch Ermittlungen gegen die jüngst gefeierte „Festnahme“ der drei Afghanen eingeleitet. Borissow selbst ruderte behände zurück: Ungesetzliches Verhalten könne nicht hingenommen werden, sagte er nun. Schlechter Ruf Bulgariens Die Selbstjustiz gegen illegale Migranten in Bulgarien wird durch Politik und Medien befeuert. Seit Jahresbeginn wird über Ausweichrouten der Flüchtlinge und Massenwanderungen spekuliert. Ex-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil waren im Vormonat in Bulgarien, um die Festigkeit des Grenzzauns zur Türkei zu prüfen. Doch Bulgarien hat einen so schlechten Ruf, dass 2015 nur 30.000 Flüchtlinge den Übertritt wagten. Viele berichteten über Raub und Misshandlungen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk äußerte wiederholt Bedenken über den Umgang der bulgarischen Grenzpolizei mit Migranten. Als im Oktober 2015 dann ein afghanischer Flüchtling beim Übertritt erschossen wurde, sah sich das UNHCR erneut in seiner Kritik bestätigt. Der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks in Bulgarien und dessen Familie waren nach diesem Vorfall so großen Drohungen ausgesetzt, dass ihn das UNHCR aus dem Land abzog. (Markus Bernath, 12.4.2016) – derstandard.at/2000034713435/Bulgariens-Justiz-wird-auf-Migrantenjaeger-aufmerksamdie Stimmung im Volk hat Boiko Borissow noch vergangenes Wochenende den selbsternannten „Migrantenjägern“ auf die Schultern geklopft. „Ich habe mich mit diesen Burschen in Verbindung gesetzt, wir haben geredet“, brummelte der bulgarische Regierungschef väterlich: „Jede Hilfe für die Polizei, für die Grenzpolizei, für das Land ist willkommen.“ Der Ex-Ringer und Sicherheitsfirmenchef Borissow ist gewissermaßen vom Fach, wenn es um Schutz und Gefahrenabwehr geht. Zu Wochenbeginn sah die Sache dann doch anders aus. Ein Video, das bulgarische Dorfmänner von ihrem jüngsten Einsatz gegen illegale Migranten aufnahmen und im Internet verbreiteten – nicht zum ersten Mal -, veranlassten Innenministerin und Polizeichef zu Mahnungen. Die „Festnahmen“ von drei offenbar afghanischen Flüchtlingen nahe der Grenze seien „illegal“, erklärte Antonio Angelow, der Leiter der Grenzpolizei. Auch er hatte noch eine Woche zuvor „Flüchtlingsjägern“ offiziell zu ihrem Tun gratuliert. „Geh zurück Türkei“ Das am Montag im bulgarischen Fernsehen verbreitete Video zeigt drei junge Männer, die mit dem Gesicht auf der Erde liegen und deren Hände auf dem Rücken mit Plastikbändern gefesselt sind. „Kein Bulgarien, geh zurück Türkei“, ruft einer der „Grenzwächter“ in gebrochenem Englisch. Die Flüchtlinge, die im Strandscha-Gebirge an der türkisch-bulgarischen Grenze den Häschern in die Hände fielen, wurden dann der Polizei übergeben. Begonnen hat Bulgariens „Migrantenjäger“-Kult mit Dinko Walew, einem 29-jährigen Schrotthändler, der unter großem Beifall bulgarischer Medien Flüchtlinge in den Wäldern nahe seiner Heimatstadt Jambol im Süden des Landes aufgriff. Walew, der auf einem Quad durch die Natur rast – einem Motorrad mit vier Rädern – und mittlerweile auch zwei ausrangierte Panzerfahrzeuge in seinem Fuhrpark hat, erhielt rasch Unterstützung durch andere nationalistisch-islamophobe Bürger. Mit Hunden und Allzweckmobilen „jagen“ sie Flüchtlinge. Ermittlungen eingeleitet Erst der Protest und eine Anzeige des Helsinki-Komitees Bulgarien, ein Relikt aus der Zeit des demokratischen Wechsels und der Ost-West-Entspannung in den 1970er-Jahren, haben die Sicht auf die Selbstjustiz der bulgarischen Dorfmänner etwas korrigiert. Das Komitee zeigte Regierungschef Borissow wegen seiner Unterstützung der „Migrantenjäger“ an. Rassistisch und zu Verbrechen aufstachelnd sei die Äußerung Borissows, heißt es. Ein Staatsanwalt in Malko Tarnovo, einer Grenzstadt im Südosten Bulgariens nahe der Türkei, hat am Montag auch Ermittlungen gegen die jüngst gefeierte „Festnahme“ der drei Afghanen eingeleitet. Borissow selbst ruderte behände zurück: Ungesetzliches Verhalten könne nicht hingenommen werden, sagte er nun. Schlechter Ruf Bulgariens Die Selbstjustiz gegen illegale Migranten in Bulgarien wird durch Politik und Medien befeuert. Seit Jahresbeginn wird über Ausweichrouten der Flüchtlinge und Massenwanderungen spekuliert. Ex-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil waren im Vormonat in Bulgarien, um die Festigkeit des Grenzzauns zur Türkei zu prüfen. Doch Bulgarien hat einen so schlechten Ruf, dass 2015 nur 30.000 Flüchtlinge den Übertritt wagten. Viele berichteten über Raub und Misshandlungen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk äußerte wiederholt Bedenken über den Umgang der bulgarischen Grenzpolizei mit Migranten. Als im Oktober 2015 dann ein afghanischer Flüchtling beim Übertritt erschossen wurde, sah sich das UNHCR erneut in seiner Kritik bestätigt. Der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks in Bulgarien und dessen Familie waren nach diesem Vorfall so großen Drohungen ausgesetzt, dass ihn das UNHCR aus dem Land abzog. (Markus Bernath, 12.4.2016) – derstandard.at/2000034713435/Bulgariens-Justiz-wird-auf-Migrantenjaeger-aufmerksam

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Die Zahl der Bootsflüchtlinge, die aus Libyen nach Italien kommen, ist seit Jahresbeginn stark gestiegen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten kann Italien seine Grenze zum Meer hin nicht so einfach schliessen. Es könnte Bootsflüchtlingen höchstens die Hilfe verwehren. Doch dies würde ihren sicheren Tod bedeuten – und abgesehen von einigen Hardlinern sind die meisten Italiener noch immer der Meinung, dass man Menschen in Seenot helfen müsse und dass jeder Flüchtling ein Anrecht auf ein Asylverfahren habe. Weil es sich von den anderen EU-Staaten im Stich gelassen fühlte, hat Italien in der Vergangenheit viele Flüchtlinge untertauchen und Richtung Norden weiterreisen lassen. Doch mittlerweile werden die Ankömmlinge auf Druck von Brüssel hin konsequenter registriert. Die im Gegenzug versprochene Umsiedlung von Asylbewerbern in andere Mitgliedstaaten kommt jedoch nicht vom Fleck. Ministerpräsident Matteo Renzi hat bereits gemahnt, dass die EU Italien bei einer weiteren Zuspitzung nicht wieder im Stich lassen dürfe.

Migration nach Italien

Mit dem Frühling kommen die Bootsflüchtlinge

Die Zahl der Bootsflüchtlinge, die aus Libyen nach Italien kommen, ist seit Jahresbeginn stark gestiegen. Und das Meer lässt sich nicht abriegeln wie der Landweg durch den Balkan.
  • von Andrea Spalinger, Rom
  • 1.4.2016, 18:53 Uhr

 

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sind 18 784 Bootsflüchtlinge in Italien angekommen. Das sind 80 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. (Bild: Francesco Pecoraro)

Auf dem Mittelmeer werden wieder täglich Hunderte von Bootsflüchtlingen gerettet. Am Mittwoch allein haben die italienische Küstenwache und EU-Rettungsschiffe 1361 Personen in Seenot geholfen und diese in italienische Häfen gebracht. Im Innenministerium in Rom läuten die Alarmglocken. Auf den Frühling hin hatte man wegen besserer Wetterverhältnisse zwar mit einer Zunahme des Flüchtlingsstroms gerechnet. Die jüngsten Zahlen übertreffen aber die schlimmsten Erwartungen.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sind 18 784 Bootsflüchtlinge in Italien angekommen. Das sind 80 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Die meisten kommen weiterhin in seeuntüchtigen Schlauchbooten und Fischkuttern aus Libyen, einige auch aus Ägypten. Die «Hochsaison» beginnt im Frühjahr; im nächsten Monat wird sich zeigen, ob der Trend anhält. Im italienischen Innenministerium befürchtet man, dass im laufenden Jahr bis zu 300 000 Migranten Italiens Küste erreichen könnten – doppelt so viele wie im vergangenen.

Zunahme um 80 Prozent

Im letzten Jahr hatte der Zustrom nach Italien wegen der Öffnung der Balkanroute leicht nachgelassen. Waren 2014 noch 170 100 Männer, Frauen und Kinder übers Mittelmeer gekommen und registriert worden, waren es im folgenden Jahr noch 153 842. Seit Anfang 2015 hat über eine Million Menschen Europa auf dem Seeweg erreicht. Die grosse Mehrheit gelangte aus der Türkei über die Ägäis nach Griechenland. Vor allem Syrer benutzten fast nur noch diesen Weg. In Italien kamen entsprechend fast nur noch Migranten aus der Subsahara und vom Horn von Afrika an. Experten befürchten, dass sich mit der Schliessung der Balkanroute der Flüchtlingsstrom aus dem Osten wieder nach Italien verlagert. Seit die EU mit der Türkei ein Rückführungsabkommen geschlossen hat, erreichen nur noch wenig Boote Griechenland.

Die Schlepper suchen derzeit nach alternativen Routen. Und verzweifelte Migranten versuchen über Facebook oder andere soziale Netzwerke zu erfahren, wie sie auf anderen Wegen noch in Richtung Nordeuropa weiterkommen könnten. Doch das ist schwierig geworden. Die Reise von Griechenland aus über das Grenzgebirge nach Albanien ist sehr beschwerlich. In Bulgarien gibt es scharfe Polizeikontrollen. Zudem machen den Flüchtlingen dort kriminelle Banden das Leben schwer. So oder so kommt man derzeit höchstens noch bis Serbien durch, denn alle anderen Staaten auf dem Balkan haben die Grenzen dichtgemacht. Auch über Russland nach Finnland schafft man es kaum mehr, seit die beiden Länder ein Grenzabkommen geschlossen haben.

Bleibt also eigentlich nur noch der Weg über Italien. Seit Monaten erwartet man hier einen neuen Ansturm vom Osten her, das heisst konkret von Albanien nach Apulien. Doch ist es dort bisher ruhig geblieben. Die Schlepper scheinen vielmehr daran zu arbeiten, Flüchtlinge direkt von türkischen Häfen aus in Fischkuttern oder auf Handelsschiffen an die italienische Küste zu bringen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten kann Italien seine Grenze zum Meer hin nicht so einfach schliessen. Es könnte Bootsflüchtlingen höchstens die Hilfe verwehren. Doch dies würde ihren sicheren Tod bedeuten – und abgesehen von einigen Hardlinern sind die meisten Italiener noch immer der Meinung, dass man Menschen in Seenot helfen müsse und dass jeder Flüchtling ein Anrecht auf ein Asylverfahren habe.

Auftrieb für Rechtspopulisten

Weil es sich von den anderen EU-Staaten im Stich gelassen fühlte, hat Italien in der Vergangenheit viele Flüchtlinge untertauchen und Richtung Norden weiterreisen lassen. Doch mittlerweile werden die Ankömmlinge auf Druck von Brüssel hin konsequenter registriert. Die im Gegenzug versprochene Umsiedlung von Asylbewerbern in andere Mitgliedstaaten kommt jedoch nicht vom Fleck. Ministerpräsident Matteo Renzi hat bereits gemahnt, dass die EU Italien bei einer weiteren Zuspitzung nicht wieder im Stich lassen dürfe. Anfang Juni finden Kommunalwahlen statt, und in Regierungskreisen befürchtet man, dass das Thema Migration rechtspopulistischen Parteien Auftrieb verleihen könnte.

Rechtsgutachten übermittelt Österreichs Asyl-Obergrenze ist rechtswidrig Eine absolute Obergrenze für Asylgesuche verstösst gegen Österreichs Verfassung. Vor gut zwei Monaten beschloss die Regierung, im laufenden Jahr maximal 37 500 Asylgesuche anzunehmen – eine massive Senkung angesichts von fast 90 000 Anträgen im vergangenen Jahr . Für Verwunderung sorgte damals, dass offenbar keine Klarheit darüber bestand, ob eine solche Deckelung rechtlich zulässig ist. Die Regierung gab dazu Gutachten bei einem Verfassungs- und einem Europarechtler in Auftrag. Mittlerweile wurden die Expertisen der Regierung übergeben, jedoch nicht publiziert. Gleichwohl ist das Fazit bekannt: Beide Juristen sagten gegenüber den Medien, eine absolute Obergrenze, ab deren Erreichen keine Anträge mehr geprüft würden, verstosse gegen Verfassung, Völker- und Europarecht.

Rechtsgutachten übermittelt
Österreichs Asyl-Obergrenze ist rechtswidrig
Eine absolute Obergrenze für Asylgesuche verstösst gegen Österreichs Verfassung. Die Gutachter sollen nun rechtskonforme Empfehlungen erarbeiten. Täglich werden weiterhin 100 Asylanträge im Land registriert.
  • von Meret Baumann, Wien
  • 29.3.2016, 05:30 Uhr

Österreich: Die Obergrenze löste entlang der Balkanroute einen Dominoeffekt aus, der die unkontrollierte Einreise von Asylsuchenden über die Südgrenze gestoppt hat (Bild: Grenzkontrolle in Kufstein, 12. März). (Bild: Roland Mühlanger / Imago)

Österreich: Die Obergrenze löste entlang der Balkanroute einen Dominoeffekt aus, der die unkontrollierte Einreise von Asylsuchenden über die Südgrenze gestoppt hat (Bild: Grenzkontrolle in Kufstein, 12. März). (Bild: Roland Mühlanger / Imago)

Österreich: Die Obergrenze löste entlang der Balkanroute einen Dominoeffekt aus, der die unkontrollierte Einreise von Asylsuchenden über die Südgrenze gestoppt hat (Bild: Grenzkontrolle in Kufstein, 12. März). (Bild: Roland Mühlanger / Imago)

Mehr noch als der Zaun in Spielfeld an der Grenze zu Slowenien oder die Initiierung der Grenzschliessung in Mazedonien ist die Obergrenze zum Symbol für Österreichs Kehrtwende in der Flüchtlingspolitik geworden. Vor gut zwei Monaten beschloss die Regierung, im laufenden Jahr maximal 37 500 Asylgesuche anzunehmen – eine massive Senkung angesichts von fast 90 000 Anträgen im vergangenen Jahr . Für Verwunderung sorgte damals, dass offenbar keine Klarheit darüber bestand, ob eine solche Deckelung rechtlich zulässig ist. Die Regierung gab dazu Gutachten bei einem Verfassungs- und einem Europarechtler in Auftrag.

Schlappe für die Regierung

Mittlerweile wurden die Expertisen der Regierung übergeben, jedoch nicht publiziert. Gleichwohl ist das Fazit bekannt: Beide Juristen sagten gegenüber den Medien, eine absolute Obergrenze, ab deren Erreichen keine Anträge mehr geprüft würden, verstosse gegen Verfassung, Völker- und Europarecht. So erklärte der Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk der Zeitung «Der Standard» , eine Regelung, dass das 37 501. Asylgesuch nicht mehr entgegengenommen werde, widerspreche dem Anspruch auf Rechtsschutz vor einem unabhängigen Gericht. Zudem seien die Behörden in der Pflicht, die Einhaltung des Non-Refoulement-Gebots für jeden Antragsteller individuell zu prüfen – selbst wenn sich die Regierung auf einen Notstand beruft, was sie bisweilen tat.

Das Ergebnis überrascht nicht, hatten doch prominente Verfassungs- und Völkerrechtler schon im Januar erhebliche Zweifel an der juristischen Zulässigkeit des Regierungsbeschlusses geäussert. Die Tatsache, dass auch die von ihr beauftragten Gutachter zum selben Schluss kommen, ist dennoch eine Schlappe für die Regierung. Die federführende Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hatte stets betont, der Plan einer Obergrenze stehe in Einklang mit geltendem Recht.

Der Zeitung «Kurier» sagte sie nun , es sei nie darum gegangen, gesetzlich eine Zahl zu verankern. Die Gutachten müssten nun zusammengeführt und daraus Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, damit die Obergrenze gar nicht erst erreicht werde. Nötigenfalls würden Gesetze angepasst. Die Ministerin erwog ausserdem, über die Obergrenze hinausgehende Anträge zwar entgegenzunehmen, die entsprechenden Personen aber gleichwohl in die Nachbarländer zurückzuweisen. Dass diese das akzeptieren, ist jedoch unwahrscheinlich. Ihre dezidierte Aussage vom Januar, die Obergrenze sei strikt einzuhalten, wiederholte Mikl-Leitner jedenfalls nicht. Der sozialdemokratische Kanzler Werner Faymann hatte immer von einem «Richtwert» gesprochen, ebenso Bundespräsident Heinz Fischer, der selbst ein Verfassungsrechtler ist. Diese Interpretation entspräche eher einer politischen Absichtserklärung, die rechtlich unproblematisch ist. Allerdings hatte auch Faymann zuletzt klargemacht, Österreich sei nicht bereit, mehr als 37 500 Flüchtlinge aufzunehmen.

Der erwünschte Dominoeffekt

Das vorrangige Ziel wurde mit der Ausrufung einer Obergrenze ohnehin erreicht: Sie löste entlang der Balkanroute einen Dominoeffekt aus, der die unkontrollierte Einreise von Asylsuchenden über die Südgrenze gestoppt hat. Am Grenzübergang Spielfeld, wo noch im Herbst täglich mehrere tausend Migranten nach Österreich eingereist waren, kam am ersten Märzwochenende der letzte durch die slowenischen Behörden organisierte Transport an.

Mitte Februar hat die Innenministerin die jährliche Obergrenze auf Tageskontingente umgerechnet und festgelegt, dass täglich nur noch maximal 80 Gesuche entgegengenommen werden. Allerdings gilt diese Regelung ausschliesslich für die Südgrenze. Flüchtlinge, die sich bereits im Land befinden oder von Schleppern nach Österreich geschleust werden, können nach wie vor unbeschränkt um Asyl ansuchen. Derzeit sind es durchschnittlich gut 100 Anträge pro Tag , was gegenüber Januar und der ersten Februarhälfte einer Halbierung entspricht. Bis Mitte Februar hatte das Innenministerium rund 11 000 Gesuche verzeichnet , zudem rechnete es mit etwa 8000 Anträgen auf Familiennachzug, der laut den Plänen der Regierung ebenfalls unter die Obergrenze fallen soll. Bleibt es bei durchschnittlich 100 Asylgesuchen täglich, wäre diese bereits im Spätsommer erreicht, wie Mikl-Leitner im «Kurier»-Interview erklärte – trotz geschlossener Balkanroute. Die Zahl muss also zwingend weiter sinken, wenn sich die Obergrenze nicht als sehr ungefährer Richtwert erweisen soll. Man darf auf die Empfehlungen der Gutachter gespannt sein.

 

http://www.nzz.ch/international/deutschland-und-oesterreich/oesterreichs-asyl-obergrenze-ist-rechtswidrig-1.18719542

Film „My Escape / Meine Flucht“ – eine Montage aus (Handy-)Videos von Flüchtlingen, die ihre lebensgefährliche Flucht nach Deutschland selbst kommentieren

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My Escape / Meine Flucht | Dokumente der Vertreibung

10.02.2016 | 90:00 Min. | Verfügbar bis 30.12.2099 | Quelle: WDR

Der Dokumentarfilm „My Escape / Meine Flucht“ ist eine Montage aus (Handy-)Videos von Flüchtlingen, die ihre lebensgefährliche Flucht nach Deutschland selbst kommentieren. Der Film lässt die Flüchtlinge selbst sprechen: Sie kommentieren ihr Filmmaterial. So entsteht ein eindrückliches Bild aus nächster Nähe, von Menschen, deren Verzweiflung sie nach Europa treibt – ungeachtet aller Gefahren.

http://www.ardmediathek.de/tv/WDR/My-Escape-Meine-Flucht-Dokumente-der/WDR-Fernsehen/Video?documentId=33282126&bcastId=18198186

340 Kinder (Flüchtlinge) ertrunken! In den vergangenen Monaten im Mittelmeer! UNO: Die Zahl wird weiter steigen! In den ersten sechs Wochen dieses Jahres seien im östlichen Mittelmeer 410 von rund 80.000 Migranten ertrunken, ein Vielfaches im Vergleich zum Vorjahr. Legale Fluchtwege schaffen? Frieden schaffen? Wer soll und kann das tun?

UNO-Erklärung:
Seit September 340 Flüchtlingskinder im Mittelmeer ertrunken

Mehr ArtikelSyrisches Flüchtlingskind auf Lesbos: Dieses Mädchen hat die Flucht über das Mittelmeer überlebtZur Großansicht

REUTERS

Syrisches Flüchtlingskind auf Lesbos: Dieses Mädchen hat die Flucht über das Mittelmeer überlebt

Es ist eine menschliche Tragödie. Nach Angaben der Uno ertranken seit September 340 Kinder im Mittelmeer. Flüchtlingskommissar Grandi forderte Wege zur legalen Einreise.

Wer nicht fliehen kann, dem kann es Kind bald so gehen: Zerschossene Körper, verlorene Gliedmaßen: Eine furchtbare Alternative!

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Auf der Flucht nach Europa sind Uno-Angaben zufolge in den vergangenen sechs Monaten 340 Kinder im Mittelmeer ertrunken. „Diese tragischen Todesfälle sind unerträglich und müssen aufhören“, sagte der Uno-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi in Genf. Es müssten endlich Wege zur legalen Einreise gefunden werden.

In ihrer gemeinsamen Erklärung warnen das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef), die Internationale Organisation für Migration (IOM) und das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), dass die Zahl weiter steigen werde. Der Anteil der Kinder an den Flüchtlingen liege jetzt bei 36 Prozent.In den ersten sechs Wochen dieses Jahres seien im östlichen Mittelmeer 410 von rund 80.000 Migranten ertrunken, ein Vielfaches im Vergleich zum Vorjahr. „Dies ist nicht nur ein Problem des Mittelmeerraumes oder eines von Europa. Es ist eine menschliche Katastrophe, die immer schlimmer wird und die den Einsatz der ganzen Welt erfordert“, sagte IOM-Chef William Lacy Swing.

Der Tod des dreijährigen Alan hatte 2015 für weltweites Entsetzen gesorgt. Der Junge war Anfang September tot an den Strand im Urlaubsort Bodrum gespült worden. Bei dem Bootsunglück waren auch sein Bruder und seine Mutter ums Leben gekommen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/a-1078416.html

An Mazedoniens Grenze: Europas Staaten verhindern immer stärker, dass Menschen einen Antrag auf die Gewährung ihres Menschenrechts auf Asyl stellen können!

José S. Ocón: „Mazedonien schließt die Grenze für Flüchtllinge. Gleichzeitig versuchen viele Mazedonier über den Erwerb der bulgarische Staatsangehörigkeit, als bulgarische Bürger in die EU ganz legal problemlos einzuwandern. Für den Nationalitätswechsel müssen nur einige Formalitäten und Gebühren in Bulgarien bezahlt werden. Das gilt aber nur für Christen. Wohlgemerkt, damit möchte ich nicht Mazedonien und deren Bürger am Pranger stellen. Das Land hat genug eigenen Problemen und muss nun zusätzlich auf den Druck der EU reagieren. Und die Mazedonier selbst werden, da sie als Flüchtlinge nun keine Chance in der EU haben, auf der Suche nach besseren Lebensperspektiven, zum Umweg über der Änderung ihrer Identität gezwungen. Eine irre Welt, die tagtäglich irrer wird!“
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