Lieber Bernie: Lass uns eine Bewegung werden! Offener Brief linker Intellektueller an den Sozialisten Sanders (Auszüge): Bernie Sanders, deine Kampagne, die Leben und Hoffnung – und einen kleinen Vogel – in die leb- und hoffnungslose amerikanische politische Landschaft gebracht hat. Dies ist ein glücklicher Moment unserer Beziehung zu Dir. Nach und nach kommen wir entgegen der liberalen Maschinerie dem politischen Gezeitenwechsel in den Vorwahlen näher, getragen von einer Welle an popularer Unterstützung. Die Dinge stehen gut im Moment, aber wir möchten über die Zukunft sprechen. Wir möchten etwas Langfristiges, wir möchten gemeinsam etwas schaffen, was bleibt. Wir wollen darüber reden, wie wir diesen Moment zu einer Bewegung entfachen können. Für viele von uns ist das eine sehr belastete Thematik. Wir wurden schon einmal verletzt und betrogen. Die meisten von uns haben daher ein tiefes und gesundes Misstrauen zur »großen« Politik der Präsidentschaftswahlen entwickelt und uns eher auf Organisierung am Arbeitsplatz oder in der Community konzentriert. Auf einer tieferen Ebene spüren wir, dass die von uns erstrebten Veränderungen nicht einfach an der Urne gewählt werden können – wir wollen echte, partizipative Demokratie in allen Gesellschaftsbereichen ermöglichen. Allerdings empfinden viele von uns Partizipation in der Politikform der Wahlen als ein Verhältnis von Missbrauch und Ausnutzen. Wir wollen, dass es diesmal anders wird. Lass uns zusammen etwas Echtes kreieren. Lass uns nicht nur eine politische Revolution, sondern auch eine soziale und ökonomische Revolution aufbauen, indem wir nicht nur eine Kampagne für die US-Präsidentschaft, sondern eine bleibende Bewegung erzeugen. Wir haben uns vier Schritte überlegt, über die wir unsere Beziehung zueinander auf die nächste Stufe hieven könnten: 1. Eigene Listen aufbauen. 2. Mitglieder und Organizer werden. Wir brauchen eine soziale Bewegung. Soziale Bewegungen hingegen entstehen nicht durch einen Politiker, der auf einer Bühne gegen das Establishment wettert – sondern durch Millionen Einzelpersonen, die sich erheben und gemeinsam kämpfen. Erschaffe eine Möglichkeit der Mitgliedschaft in deine Kampagne, was mehr Verantwortung und nachhaltigeres Engagement fördern würde. Wenn Deine fünf Millionen Spenderinnen und Spender Mitglieder würden, wären wir größer als jede Gewerkschaft in den USA. 3. Demokratie praktizieren. Lass uns dieses Versprechen schon innerhalb der Kampagne umsetzen. Gestatte uns, nicht nur Spenderinnen und Spender, Wählerinnen und Wähler oder Konsumentinnen und Konsumenten von Bernie zu werden, sondern Produzentinnen und Produzenten dieser politischen Revolution. Formalisiere einen demokratischen Prozess für Mitglieder um über Kampagnenversprechen zu entscheiden und um Aktionen zu planen. 4. Den Kampf lokal verankern. Lass uns vereinbaren, zusammen den Kampf anzutreten, indem wir globale Veränderungen durch lokale Organisierung ermöglichen.

Lieber Bernie: Lass uns eine Bewegung werden!

Offener Brief linker Intellektueller an den Sozialisten Sanders

Der New-Yorker Lehrer, Erik Forman, hat in diesem Offenen Brief Bernie Sanders vorgeschlagen, seine Kampagne für ein soziales und demokratisches Amerika nachhaltig zu machen durch den Aufbau einer organisierten basisdemokratischen Bewegung. Ihr könnt hier die Aufforderung mit unterschreiben. Eine deutsche Übersetzung findet ihr auch auf der Seite.
https://democraticworkshopwanfried.wordpress.com/2016/04/13/bernie-lets-create-a-movement-you-can-sign-the-letter-here/

Aktivisten, Gewerkschafter und Intellektuelle – darunter Noam Chomsky – verfassen eine kritische Liebeserklärung an den demokratischen US-Kandidaten Bernie Sanders. Vier Vorschläge für eine tiefere Beziehung.

66180860.jpg

Bernie Sanders hat Spaß bei Diskussionen in der Chicago State University in Chicago, Illinois, USA.

Lieber Bernie*,

wir gehören zu den Millionen von Spenderinnen und Spendern und Hunderttausenden von Aktivistinnen und Aktivisten, die Deine Kampagne entgegen aller prognostizierten »Unmöglichkeit auf Erfolg« vorangetrieben haben. Was bleibt uns zu sagen? Wir lieben Dich. Einigen von uns ergeht es schon jahrelang so, seitdem wir Deinen langen Weg als Außenseiter-Bürgermeister von Burlington (Vermont) bis hin zum einzigen Sozialisten im US-Senat beobachten. Andere wiederum sind erst seit Kurzem von Dir und Deiner Präsidentschaftskampagne aus heiligem Himmel beeindruckt; eine Kampagne, die Leben und Hoffnung – und einen kleinen Vogel – in die leb- und hoffnungslose amerikanische politische Landschaft gebracht hat. Dies ist ein glücklicher Moment unserer Beziehung zu Dir. Nach und nach kommen wir entgegen der liberalen Maschinerie dem politischen Gezeitenwechsel in den Vorwahlen näher, getragen von einer Welle an popularer Unterstützung.

Die Dinge stehen gut im Moment, aber wir möchten über die Zukunft sprechen. Wir möchten etwas Langfristiges, wir möchten gemeinsam etwas schaffen, was bleibt. Wir wollen darüber reden, wie wir diesen Moment zu einer Bewegung entfachen können.

Für viele von uns ist das eine sehr belastete Thematik. Wir wurden schon einmal verletzt und betrogen. Die meisten von uns haben daher ein tiefes und gesundes Misstrauen zur »großen« Politik der Präsidentschaftswahlen entwickelt und uns eher auf Organisierung am Arbeitsplatz oder in der Community konzentriert. Dafür gibt es einen Grund: Einige von uns legten all ihre Leidenschaft in die Kampagnen der »Regenbogen-Koalition« (ein Anfang der Nuller Jahre zuerst in Massachusetts gegründetes, dann bundesweit agierendes, pluralistisches Bündnis mit Schwerpunkt auf Sozial- und Umweltpolitik und dem Ziel, die faktische Zwei-Parteien-Herrschaft in den USA herauszufordern, Anm. d. Ü.) oder von Ralph Nader (fünfmaliger Präsidentschaftskandidat mit Schwerpunkt Verbraucher- und Umweltschutz, zuerst für die Amerikanischen Grünen, dann als Einzelperson, Anm. d. Ü.) und anderen Politikerinnen und Politiker der amerikanischen Grünen. Viele von uns taten alles daran, um Obama mittels der bis dahin größten basisdemokratischen Bewegung in der Geschichte der US-Präsidentschaftswahlen ins Weiße Haus zu wählen. Egal, ob die jeweiligen Kandidaten gewonnen oder verloren haben – all diese Kampagnen hinterließen letztendlich nicht mehr als gebrochene Herzen und, im letzten und bemerkenswertesten Fall, gebrochene Versprechen. Auf einer tieferen Ebene spüren wir, dass die von uns erstrebten Veränderungen nicht einfach an der Urne gewählt werden können – wir wollen echte, partizipative Demokratie in allen Gesellschaftsbereichen ermöglichen. Allerdings empfinden viele von uns Partizipation in der Politikform der Wahlen als ein Verhältnis von Missbrauch und Ausnutzen.

Wir wollen, dass es diesmal anders wird. Lass uns zusammen etwas Echtes kreieren. Lass uns nicht nur eine politische Revolution, sondern auch eine soziale und ökonomische Revolution aufbauen, indem wir nicht nur eine Kampagne für die US-Präsidentschaft, sondern eine bleibende Bewegung erzeugen.

Wir haben uns vier Schritte überlegt, über die wir unsere Beziehung zueinander auf die nächste Stufe hieven könnten:

1. Eigene Listen aufbauen. Der Ärger mit dem Democratic National Committee und NGP-VAN (privates amerikanisches Unternehmen mit Spezialisierung auf Technologie für progressive Kampagnen und Organisationen, Anm. d. Ü.) hat gezeigt, dass wir der Maschinerie der Demokratischen Partei unsere Infrastruktur der Organisierung nicht anvertrauen können. Wir brauchen eigene Mitgliederlisten, die sie nicht kontrollieren können.

2. Mitglieder und Organizer werden. Veränderung gibt es nicht durch eine Wahl einer Politikerin bzw. eines Politikers. Wir brauchen eine soziale Bewegung. Soziale Bewegungen hingegen entstehen nicht durch einen Politiker, der auf einer Bühne gegen das Establishment wettert – sondern durch Millionen Einzelpersonen, die sich erheben und gemeinsam kämpfen. Erschaffe eine Möglichkeit der Mitgliedschaft in deine Kampagne, was mehr Verantwortung und nachhaltigeres Engagement fördern würde. Wenn Deine fünf Millionen Spenderinnen und Spender Mitglieder würden, wären wir größer als jede Gewerkschaft in den USA und auf einer Stufe mit der »National Rifle Association« (NRA), die wesentlich effektiver die Pistole an die Brust aller US-Regierung setzt als jegliche politische Organisation in der Geschichte des Landes. Wenn wir zudem dafür sorgen könnten, dass Mitglieder zu Organizern ausgebildet werden, spricht nichts dagegen, die Größe Deiner Basis zu verdoppeln oder zu verdreifachen – groß genug also, um die politische Revolution dauerhaft und allgegenwärtig zu machen und darüber hinaus als ökonomische und soziale Revolution an den Arbeitsplatz und in die Communities zu tragen.

3. Demokratie praktizieren. Was Deine Kampagne auszeichnet, ist das Versprechen von Demokratie. Lass uns dieses Versprechen schon innerhalb der Kampagne umsetzen. Gestatte uns, nicht nur Spenderinnen und Spender, Wählerinnen und Wähler oder Konsumentinnen und Konsumenten von Bernie zu werden, sondern Produzentinnen und Produzenten dieser politischen Revolution. Formalisiere einen demokratischen Prozess für Mitglieder um über Kampagnenversprechen zu entscheiden und um Aktionen zu planen. So kannst Du Hillary und ihre neuesten Versuche, sich als »intersektionale« Kandidatin zu inszenieren, überholen: Indem Du offene Einladungen an Initiativen aus Arbeitskampf, Antirassismus, Umwelt und Klima, LGBTQ und Friedensbewegung rausschickst und sie zu vollwertigen Bündnispartnern deiner Kampagne machst, und nicht nur über sie oder in ihrem Namen sprichst. So versicherst Du uns, die schon in der Vergangenheit von Politikerinnen und Politikern betrogen wurden, dass dies eine Beziehung auf Augenhöhe ist und Du uns nicht vergisst, wenn Du ins Amt gewählt worden bist. Außerdem wird es Dir dabei helfen, die politische Revolution zu einer Revolution des Alltags zumachen – also zu etwas, wo Demokratie zu etwas wird, was wir jeden Tag in unserer Nachbarschaft, unserem Arbeitsplatz und unserer Community praktizierten, und nicht bloß alle paar Jahre an der Wahlurne.

4. Den Kampf lokal verankern. Du bist ein Kämpfer. Das ist es, was wir an Dir lieben. Lass uns vereinbaren, zusammen den Kampf anzutreten, indem wir globale Veränderungen durch lokale Organisierung ermöglichen. Egal, ob wir es schaffen, Dich zum Präsidenten zu wählen oder nicht, der Kampf hat erst angefangen. Wenn Du im Amt bist, brauchst Du einen massenhaften basisdemokratischen Apparat, um die Republikanerinnen und Republikaner und »moderate« Vertreterinnen und Vertreter der Demokraten in Bezug auf die politische Revolution unter Druck zu setzen und sie zu einer ökonomischen und sozialen Revolution zu transformieren. Wenn die politische Maschinerie des Establishments die Wahl abgreift, setzen wir uns zusammen und konfrontieren die Regierung direkt mit unseren Forderungen oder wählen dafür andere sozialistische Repräsentanten in den erweiterten Kreis der Regierung. Nochmals: Egal, wer bei den Wahlen gewinnt, für echte Veränderung müssen wir uns am Arbeitsplatz und in den Communities organisieren – für eine ökonomische, soziale und politische Revolution, angestoßen durch lokales Engagement. Lass uns also die Kampagnenbüros (zumindest so viele wie möglich) auch nach der Wahl geöffnet halten und sie zum Drehkreuz für Organisierung machen. Wenn wir in der Lage sind, eine Organisierung aufzubauen, die über den Wahlzyklus hinaus sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Community und in der politischen Sphäre aktiv bleiben kann, können wir nicht verlieren.

Was sagst Du, Bernie? Können wir das schaffen? Das letzte Jahr war magisch. Lass uns die Magie am Leben halten, lass uns unserer Kampagne eine Zukunft geben, an die wir glauben können.

In Liebe,
Deine Unterstützerinnen und Unterstützer

*Aus dem Englischen übersetzt von Hamid Mohseni und John Malamatinas.

Anmerkung der Übersetzer:
Der Autor des Briefs, Erik Forman, ist Lehrer und lebt in New York. Er ist aktiver Gewerkschafter, u.a. bei der Lehrergewerkschaft »United Federation of Teachers« und vor kurzem der Demokratischen Partei beigetreten, um Bernie Sanders zu unterstützen. Zu den Erstunterzeichnerinnen gehören neben dem bekannten US-Intellektuellen Noam Chomsky zahlreiche Akademikerinnen, Basisaktivistinnen und Gewerkschaftinnen. Manche von ihnen waren aktiv in der Occupy Bewegung, andere unterstützen seit Jahren Kämpfe in Communities und am Arbeitsplatz. Nicht alle sind ofizielle Bernie-Fans (was auch gut so ist), einzelne sind aber in der »The People for Bernie Sanders«-Kampagne aktiv. Im Brief wird das aus Sicht der Übersetzer berechtigtes Misstrauen zwischen sozialen Bewegungen und Parteien/Wahlsystem angesprochen.

Im Brief wird das aus Sicht der Übersetzer berechtigtes Misstrauen zwischen sozialen Bewegungen und Parteien/Wahlsystem angesprochen. Die Übersetzer (traditionell kritisch zu parteinaher Politik) sind der Meinung, dass der Brief interessante Fragen aufwirft. Vor allem für die Leserinnen in Europa und in Deutschland. Das Verhältnis zur parlamentarischen Politik ist seit dem Scheitern Syrizas in den Verhandlungen mit der EU mehr als beschädigt. Die meisten wussten es schon immer, aber viele mussten erst diese Erfahrung machen. Ähnliches bahnt sich in Spanien an, wo Podemos sich vor einem Kompromiss mit den Sozialdemokraten steht um eine Regierung zu ermöglichen (welche Form sie auch immer am Ende annehmen wird). Eine kritische Auseinandersetzung aber bleibt aus: Die romantischen Ausgeschiedenen (linker Flügel einer beliebigen erfolgreichen Linkspartei) warten auf die nächste Chance wieder von vorne anzufangen, und die, die es schon immer besser wussten, haben schon längst jegliche realistische Alternative den Rücken gekehrt.Der linke politische Diskurs im anglo-amerikanischen Raum ist dahingehend schon allein aus der Hinsicht bemerkenswert und relevant für eine europäische Linke, weil mit Sanders in den USA und Corbyn in Großbritannien augenscheinlich nur dort in der westlichen Welt eine linke Alternative aus der Politik überhaupt realistisch scheint und (noch?) nicht gescheitert ist wie etwa in Südeuropa. Speziell der Brief der US-amerikanischen AktivistInnen ist interessant, weil die Selbsorganisierung als das Modell propagiert wird, was (gescheiterte) parlamentarische Politik überdauern kann. Wird sich Bernie darauf einlassen? Die Übersetzer sind gespannt.

USA wird zur neuen globalen Steueroase, nachdem sie jahrelang andere Länder angeklagt haben, reichen US-Bürgern zu helfen, ihr Geld zu verstecken. Liebe Reiche, wenn ihr Steuern vermeiden und Geldwäsche betreiben wollt, kommt zu uns in die USA, in den bisherigen Steueroasen fliegt es jetzt auf! USA -vor allem getrieben von der Republikaner-Mehrheit im Kongress und der Banken-Industrie – verweigern die Unterschrift unter härtere OECD-Offenlegungs-Vorschriften

Was die Thematik „US, die globale Top-Steueroase“ anbelangt, ist eine Reportage von Jesse DRUCKER vom 27.01.2016 auf Bloomberg zentral: The World’s Favorite New Tax Haven Is the United States —  Moving money out of the usual offshore secrecy havens and into the U.S. is a brisk new business;
— der Originaltext ist im Anhang dokumentiert, die anschaulichen Animationen, Illustrationen und ein Video „Why the Wealthy Are Moving Their Money Into the U.S.“ sind über den o.a. Link erreichbar —
Textauszüge – eig. Übersetzung ins Deutsche
„Nachdem die USA jahrelang andere Länder angeklagt haben, reichen US-Bürgern zu helfen, ihr Geld „offshore“ zu verstecken, sind die USA dabei, sich zur führenden Steuer-/Geheimhaltungs-Oase für reiche Ausländer zu entwickeln. Während die US sich gegen die international vereinbarten Standards zur Offenlegung (von Vermögen/Transaktionen) wehren, schaffen sie einen neuen heißen Markt, der als „go-to-place“ fürs Verstecken ausländischer Vermögen gilt. Jeder – vom Londoner Rechtsberater bis zu Schweizer Treuhandgesellschaften – ist beflissen, die Konten der Reichen der Welt von Plätzen wie den Bahamas oder den britischen Virgin Islands nach Nevada, Wyoming oder South Dakota zu verschieben.“
„Peter A. Cotorceanu, Anwalt der Kanzlei Anaford in Zürich, schrieb kürzlich in einer Zeitschrift für Recht: „Es ist eine Ironie – nein, es ist pervers – dass die USA, welche in so scheinheiliger Weise die Schweizer Banken an den Pranger stellten, zu dem Bankenzentrum der „Verschwiegenheit“ schlechthin mutierten. …  Hören Sie das ungeheuer laute Ansaug-Geräusch? Es ist der „sound of money“, das hastig in die USA eilt.“
Scott Cripps, der Geschäftsführer der in Reno (Nevada) seit 2013 ansässigen Treuhandgesellschaft Rothschild Trust North America LLC, „erläuterte, dass das Verschieben der Gelder aus den traditionellen Steueroasen / Ländern mit absolutem Bankgeheimnis nach Nevada ein neues, sprudelndes Geschäftsfeld geworden ist. … Für vermögende Kunden in Übersee ist die Geheimhaltung (privacy) von großer Bedeutung, besonders in Ländern, in denen Korruption verbreitet ist.“ und weiter: „Eine hochvermögende Familie aus der Türkei bedient sich des Rothschild-Trusts, um ihre Anlagen (assets) in die USA zu verlagern. Eine Familie aus Asien, ein anderer Rothschild-Kunde, verschiebt ihre Anlagen von der Bermudas nach Nevada. Er teilte weiter mit, die Kundschaft stamme oftmals aus internationalen Familien, deren Nachkommen in den USA lebten.“
„Die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) arbeitete noch härtere Offenlegungs-Standards wie Facta* aus, um anderen Ländern dabei zu helfen, ihre Steuerbetrüger aufzuspüren. … Von den Ländern, welche die OECD aufforderte zu unterzeichnen, lehnten nur eine Handvoll ab: Bahrein, Nauru, Vanuatu – and the United States.“
•   Facta – Foreign Account Tax Compliance Act; US Gesetz, das Finanzunternehmen global verpflichtet, ausländische Konten von US-Bürgern offenzulegen und diese dem Internal Revenue Service (der Bundessteuerbehörde) zu melden.
„Der Vorstandsvorsitzende von Bolton, Ray Grenier, schrieb, die Weigerung der USA, die OECD-Standards über den Finanz-Informationsaustausch (in dem Falle von Ausländern, die in den USA ihr Vermögen/ihre Gelder deponieren) zu unterschreiben, treibt unser Geschäft mächtig an. … In seiner Firma erreicht die Zahl der von europäischen Banken – vor allem aus der Schweiz – in die USA verlagerten Konten Spitzenwerte. Der OECD-Standard setzte diesen Exodus in Gang. Das US-Schatzamt schlägt zwar für von Ausländern in den USA gehaltene Konten OECD-gleiche Standards vor, aber ähnliche Vorstöße wurden in der Vergangenheit von der Republikaner-Mehrheit im Kongress und von der Banken-Industrie blockiert.“
Penney, Geschäftsführer der Londoner Rothschild Wealth Management & Trust, die 23 Milliarden USD für 7000 Kunden verwaltet, „zeigte im September in seinem „San Francisco Talk“ legale Wege auf, sowohl US-Steuern wie auch die Offenlegung von Kundengeldern/Vermögenswerten gegenüber ihren Heimatländern zu vermeiden – und zwar in einem Teil, der originell betitelt war: „U.S.-Treuhänder, die Ihr Bankgeheimnis  sichern.“

The World’s Favorite New Tax Haven Is the United States
Moving money out of the usual offshore secrecy havens and into the U.S. is a brisk new business.

Jesse Drucker

Bloomberg Businessweek Reprints
January 27, 2016 —
Shifting money from offshore secrecy havens to the U.S. has become a brisk business for Rothschild & Co. One Turkish client is moving assets from the Bahamas to Nevada.
Shifting money from offshore secrecy havens to the U.S. has become a brisk business for Rothschild & Co. One Turkish client is moving assets from the Bahamas to Nevada. Illustration: Steph Davidson

Don’t Miss Out — Follow Bloomberg On
Facebook Twitter Instagram YouTube

Recommended
Reynold Wijaya, left, and Kelvin Teo, founders of Funding Societies, a peer-to-peer online lending shop in Singapore this is garnering support from local banks and venture capitalists at Harvard Business School in Boston, Massachusetts on Thursday, March 24, 2016. (Scott Eisen/Bloomberg News)

Last September, at a law firm overlooking San Francisco Bay, Andrew Penney, a managing director at Rothschild & Co., gave a talk on how the world’s wealthy elite can avoid paying taxes.
His message was clear: You can help your clients move their fortunes to the United States, free of taxes and hidden from their governments.
Some are calling it the new Switzerland.

After years of lambasting other countries for helping rich Americans hide their money offshore, the U.S. is emerging as a leading tax and secrecy haven for rich foreigners. By resisting new global disclosure standards, the U.S. is creating a hot new market, becoming the go-to place to stash foreign wealth. Everyone from London lawyers to Swiss trust companies is getting in on the act, helping the world’s rich move accounts from places like the Bahamas and the British Virgin Islands to Nevada, Wyoming, and South Dakota.
“How ironic—no, how perverse—that the USA, which has been so sanctimonious in its condemnation of Swiss banks, has become the banking secrecy jurisdiction du jour,” wrote Peter A. Cotorceanu, a lawyer at Anaford AG, a Zurich law firm, in a recent legal journal. “That ‘giant sucking sound’ you hear? It is the sound of money rushing to the USA.”
Rothschild, the centuries-old European financial institution, has opened a trust company in Reno, Nev., a few blocks from the Harrah’s and Eldorado casinos. It is now moving the fortunes of wealthy foreign clients out of offshore havens such as Bermuda, subject to the new international disclosure requirements, and into Rothschild-run trusts in Nevada, which are exempt.
The U.S. “is effectively the biggest tax haven in the world” —Andrew Penney, Rothschild & Co.
The firm says its Reno operation caters to international families attracted to the stability of the U.S. and that customers must prove they comply with their home countries’ tax laws. Its trusts, moreover, have “not been set up with a view to exploiting that the U.S. has not signed up” for international reporting standards, said Rothschild spokeswoman Emma Rees.
Others are also jumping in: Geneva-based Cisa Trust Co. SA, which advises wealthy Latin Americans, is applying to open in Pierre, S.D., to “serve the needs of our foreign clients,” said John J. Ryan Jr., Cisa’s president.
Trident Trust Co., one of the world’s biggest providers of offshore trusts, moved dozens of accounts out of Switzerland, Grand Cayman, and other locales and into Sioux Falls, S.D., in December, ahead of a Jan. 1 disclosure deadline.
“Cayman was slammed in December, closing things that people were withdrawing,” said Alice Rokahr, the president of Trident in South Dakota, one of several states promoting low taxes and confidentiality in their trust laws. “I was surprised at how many were coming across that were formerly Swiss bank accounts, but they want out of Switzerland.”
Why the Wealthy Are Moving Their Money Into the U.S.
Rokahr and other advisers said there is a legitimate need for secrecy. Confidential accounts that hide wealth, whether in the U.S., Switzerland, or elsewhere, protect against kidnappings or extortion in their owners’ home countries. The rich also often feel safer parking their money in the U.S. rather than some other location perceived as less-sure.
“I do not hear anybody saying, ‘I want to avoid taxes,’ ” Rokahr said. “These are people who are legitimately concerned with their own health and welfare.”
No one expects offshore havens to disappear anytime soon. Swiss banks still hold about $1.9 trillion in assets not reported by account holders in their home countries, according to Gabriel Zucman, an economics professor at the University of California at Berkeley. Nor is it clear how many of the almost 100 countries and other jurisdictions that have signed on will actually enforce the new disclosure standards, issued by the Organisation for Economic Co-operation and Development, a government-funded international policy group.
There’s nothing illegal about banks luring foreigners to put money in the U.S. with promises of confidentiality as long as they are not intentionally helping to evade taxes abroad. Still, the U.S. is one of the few places left where advisers are actively promoting accounts that will remain secret from overseas authorities.

Illustration: Steph Davidson
Rothschild’s Reno office is at the forefront of that effort. “The Biggest Little City in the World” is not an obvious choice for a global center of capital flight. If you were going to shoot a film set in Las Vegas circa 1971, you would film it in Reno. Its casino hotels tower above the bail bondsmen across the street, available 24/7, as well as pawnshops stocked with an array of firearms. The pink neon lights at casinos like Harrah’s and the Eldorado still burn bright. But these days, their floors are often empty, with travelers preferring to gamble in Las Vegas, an hour’s flight away.
The offices of Rothschild Trust North America LLC aren’t easy to find. They’re on the 12th floor of Porsche’s former North American headquarters building, a few blocks from the casinos. (The U.S. attorney’s office is on the sixth floor.) Yet the lobby directory does not list Rothschild. Instead, visitors must go to the 10th floor, the offices of McDonald Carano Wilson LLP, a politically connected law firm. Several former high-ranking Nevada state officials work there, as well as the owner of some of Reno’s biggest casinos and numerous registered lobbyists. One of the firm’s tax lobbyists is Robert Armstrong, viewed as the state’s top trusts and estates attorney, and a manager of Rothschild Trust North America.
The trust company was set up in 2013 to cater to international families, particularly those with a mix of assets and relatives in the U.S. and abroad, according to Rothschild. It caters to customers attracted to the “stable, regulated environment” of the U.S., said Rees, the Rothschild spokeswoman.
“We do not offer legal structures to clients unless we are absolutely certain that their tax affairs are in order; both clients themselves and independent tax lawyers must actively confirm to us that this is the case,” Rees said.
The managing director of the Nevada trust company is Scott Cripps, an amiable California tax attorney who used to run the trust services for Bank of the West, now part of French financial-services giant BNP Paribas SA. Cripps explained that moving money out of traditional offshore secrecy jurisdictions and into Nevada is a brisk new line of business for Rothschild.
“There’s a lot of people that are going to do it,” said Cripps. “This added layer of privacy is kicking them over the hurdle” to move their assets into the U.S. For wealthy overseas clients, “privacy is huge, especially in countries where there is corruption.”
One wealthy Turkish family is using Rothschild’s trust company to move assets from the Bahamas into the U.S., he said. Another Rothschild client, a family from Asia, is moving assets from Bermuda into Nevada. He said customers are often international families with offspring in the U.S.
For decades, Switzerland has been the global capital of secret bank accounts. That may be changing. In 2007, UBS Group AG banker Bradley Birkenfeld blew the whistle on his firm helping U.S. clients evade taxes with undeclared accounts offshore. Swiss banks eventually paid a price. More than 80 Swiss banks, including UBS and Credit Suisse Group AG, have agreed to pay about $5 billion to the U.S. in penalties and fines.
“I was surprised at how many were coming across that were formerly Swiss bank accounts, but they want out of Switzerland”
Those firms also include Rothschild Bank AG, which last June entered into a nonprosecution agreement with the U.S. Department of Justice. The bank admitted helping U.S. clients hide income offshore from the Internal Revenue Service and agreed to pay an $11.5 million penalty and shut down nearly 300 accounts belonging to U.S. taxpayers, totaling $794 million in assets.
The U.S. was determined to put an end to such practices. That led to a 2010 law, the Foreign Account Tax Compliance Act, or Fatca, that requires financial firms to disclose foreign accounts held by U.S. citizens and report them to the IRS or face steep penalties.
Inspired by Fatca, the OECD drew up even stiffer standards to help other countries ferret out tax dodgers. Since 2014, 97 jurisdictions have agreed to impose new disclosure requirements for bank accounts, trusts, and some other investments held by international customers. Of the nations the OECD asked to sign on, only a handful have declined: Bahrain, Nauru, Vanuatu—and the United States.
“I have a lot of respect for the Obama administration because without their first moves we would not have gotten these reporting standards,” said Sven Giegold, a member of the European Parliament from Germany’s Green Party. “On the other hand, now it’s time for the U.S. to deliver what Europeans are willing to deliver to the U.S.”
The Treasury Department makes no apologies for not agreeing to the OECD standards.
“The U.S. has led the charge in combating international tax evasion using offshore financial accounts,” said Treasury spokesman Ryan Daniels. He said the OECD initiative “builds directly” on the Fatca law.
For financial advisers, the current state of play is simply a good business opportunity. In a draft of his San Francisco presentation, Rothschild’s Penney wrote that the U.S. “is effectively the biggest tax haven in the world.” The U.S., he added in language later excised from his prepared remarks, lacks “the resources to enforce foreign tax laws and has little appetite to do so.”
Firms aren’t wasting time to make the most of the current environment. Bolton Global Capital, a Boston-area financial advisory firm, recently circulated this hypothetical example in an e-mail: A wealthy Mexican opens a U.S. bank account using a company in the British Virgin Islands. As a result, only the company’s name would be sent to the BVI government, while the identity of the person owning the account would not be shared with Mexican authorities.
The U.S. failure to sign onto the OECD information-sharing standard is “proving to be a strong driver of growth for our business,” wrote Bolton’s chief executive officer, Ray Grenier, in a marketing e-mail to bankers. His firm is seeing a spike in accounts moved out of European banks—“Switzerland in particular”—and into the U.S. The new OECD standard “was the beginning of the exodus,” he said in an interview.
The U.S. Treasury is proposing standards similar to the OECD’s for foreign-held accounts in the U.S. But similar proposals in the past have stalled in the face of opposition from the Republican-controlled Congress and the banking industry.
At issue is not just non-U.S. citizens skirting their home countries’ taxes. Treasury also is concerned that massive inflows of capital into secret accounts could become a new channel for criminal money laundering. At least $1.6 trillion in illicit funds are laundered through the global financial system each year, according to a United Nations estimate.
Offering secrecy to clients is not against the law, but U.S. firms are not permitted to knowingly help overseas customers evade foreign taxes, said Scott Michel, a criminal tax defense attorney at Washington, D.C.-based Caplin & Drysdale who has represented Swiss banks and foreign account holders.
“To the extent non-U.S. persons are encouraged to come to the U.S. for what may be our own ‘tax haven’ characteristics, the U.S. government would likely take a dim view of any marketing suggesting that evading home country tax is a legal objective,” he said.
Rothschild says it takes “significant care” to ensure account holders’ assets are fully declared. The bank “adheres to the legal, regulatory, and tax rules wherever we operate,” said Rees, the Rothschild spokeswoman.
Penney, who oversees the Reno business, is a longtime Rothschild lawyer who worked his way up from the firm’s trust operations in the tiny British isle of Guernsey. Penney, 56, is now a managing director based in London for Rothschild Wealth Management & Trust, which handles about $23 billion for 7,000 clients from offices including Milan, Zurich, and Hong Kong. A few years ago he was voted “Trustee of the Year” by an elite group of U.K. wealth advisers.
In his September San Francisco talk, called “Using U.S. Trusts in International Planning: 10 Amazing Feats to Impress Clients and Colleagues,” Penney laid out legal ways to avoid both U.S. taxes and disclosures to clients’ home countries.
In a section originally titled “U.S. Trusts to Preserve Privacy,” he included the hypothetical example of an Internet investor named “Wang, a Hong Kong resident,” originally from the People’s Republic of China, concerned that information about his wealth could be shared with Chinese authorities.
Putting his assets into a Nevada LLC, in turn owned by a Nevada trust, would generate no U.S. tax returns, Penney wrote. Any forms the IRS would receive would result in “no meaningful information to exchange under” agreements between Hong Kong and the U.S., according to Penney’s PowerPoint presentation reviewed by Bloomberg.
Penney offered a disclaimer: At least one government, the U.K., intends to make it a criminal offense for any U.K. firm to facilitate tax evasion.
Rothschild said the PowerPoint was subsequently revised before Penney delivered his presentation. The firm provided what it said was the final version of the talk, which this time excluded several potentially controversial passages. Among them: the U.S. being the “biggest tax haven in the world,” the U.S.’s low appetite for enforcing other countries’ tax laws, and two references to “privacy” offered by the U.S.
“The presentation was drafted in response to a request by the organizers to be controversial and create a lively debate among the experienced, professional audience,” Rees said. “On reviewing the initial draft, these lines were not deemed to represent either Rothschild’s or Mr. Penney’s view. They were therefore removed.”
—With assistance from David Voreacos and Patrick

http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-01-27/the-world-s-favorite-new-tax-haven-is-the-united-states

Vermögensverteilung in den USA: Die Ungleichheit ist noch viel größer, als fast allen glauben!

 

 

Exploding wealth inequality in the United States

Millionen Amerikaner hören täglich wütende Radiomoderatoren, die gegen alles Nichtkonservative wettern. Ihr Motto „wir gegen die anderen“ ist in der US-Politik längst angekommen: Was folgt, ist typisch für die meisten Talk-Radio-Shows in den USA: Tirade auf Tirade gegen zu viele Einwanderer, den Staat, die Liberalen, die allgemeine Krankenversicherung, Ehe für Homosexuelle, die linken Medien und die korrupten Politiker in Washington. Die Moderatoren versuchen emotionale Reaktionen ihrer Hörer zu provozieren – ob das Hass, Angst oder Wut ist, spiele dabei gar keine Rolle. Um das zu erreichen, wird die Sprache in eine Waffe verwandelt: Politische Gegner werden als Faschisten und Sozialisten, als naiv oder radikal diffamiert. Rund 1.500 solcher Sender existieren heute. Donald Trump nutzt die Methoden eines Talk-Radio-Moderators, um im US-Wahlkampf erfolgreich zu sein. Die erfolgreichsten Talk-Radio-Moderatoren sind talentierte, unterhaltsame Entertainer. “Solche Moderatoren haben eine persönliche Beziehung zu ihren Hörern aufgebaut, obwohl es ein Massenmedium ist”

Talk-Radio: Zu Besuch bei Amerikas Empörungsindustrie

STEFAN BINDER AUS PORTLAND (OREGON) 28. Februar 2016,

Millionen Amerikaner hören täglich wütende Radiomoderatoren, die gegen alles Nichtkonservative wettern. Ihr Motto „wir gegen die anderen“ ist in der US-Politik längst angekommen

Acht Patronen in der Kimber Ultra Carry II, einer kleinen Pistole, warten nur darauf, abgeschossen zu werden. Die Waffe gilt als eine der besten amerikanischen Kleinwaffen: Swat-Teams der US-Polizei haben die Pistole ebenso in ihrem Arsenal wie Spezialkommandos des Militärs. Aber diese eine Waffe wird weder von einem Polizeibeamten im Dienst noch von einem Soldaten getragen. Sie sitzt im Halfter am rechten Oberschenkel von Lars Larson, während er seine Radioshow in der Stadt Portland im Bundesstaat Oregon moderiert. Bevorzugte Waffe: Kimber Ultra Carry II. Es ist nur eine von zwei gefährlichen Waffen, die Larson bereit ist einzusetzen. Die zweite ist sein Mundwerk.

In seinen beiden täglichen stundenlangen Radiosendungen fordert der Moderator in einem nicht endenwollenden Redeschwall, Hillary Clinton in einen Gefängnisoverall zu stecken, um sie wegzusperren, vergleicht er Bürgerrechtsaktivisten mit dem Ku-Klux-Klan, macht sich über Kämpfer gegen die Erderwärmung lustig, beschimpft US-Präsident Barack Obama als unehrenhaften Lügner, vergleicht ihn mit dem Teufel und nennt ihn abfällig einen Marxisten, warnt eindringlich vor Todeskommissionen durch die neu eingeführte Krankenversicherung der Regierung und behauptet selbstverständlich, dass das Einzige, was einen „bösen Mann mit einer Waffe“ aufhalten kann, ein „guter Mann mit einer Waffe“ ist.

Die Welt Larsons, eines bekennenden Mitglieds der Republikanischen Partei und der Waffenlobby NRA, basiert auf dem Grundsatz „Wir gegen die anderen“. Und der Radiomoderator ist umgeben von „den anderen“: Zwei Drittel aller Einwohner Portlands bezeichnen sich als liberal, der Staat Oregon hat erst kürzlich den Konsum von Marihuana legalisiert, die Delegation der Stadt im Landesparlament besteht ausschließlich aus Demokraten. Trotzdem ist Larson mit seiner Radiosendung ausgesprochen erfolgreich: 150.000 Hörer schalten laut seinem Radiosender KXL jeden Tag ein. Zigarre in der Hand, Waffe im Halfter: US-Talk-Radio-Moderator Lars Larson Lars Larson – das ist übrigens sein echter Name – ist keine Anomalie im amerikanischen Radiomarkt, er ist die Regel. Er gehört zu einer wortgewaltigen Armee von rechten Talk-Show-Moderatoren in den USA. Bekannt sind hierzulande nur die Stars der Branche wie Rush Limbaugh und der Fox-News-Moderator Sean Hannity. Doch im Land der vermeintlich unbegrenzten Möglichkeiten gibt es auch beinahe unbegrenzt viele Talk-Radio-Stationen, die Männer (und auch einige, wenige Frauen) wie Larson als Moderatoren beschäftigen. Rund 1.500 solcher Sender existieren heute. Fairness-Doktrin Das war nicht immer so. „Noch in den 1980er-Jahren gab es nur eine Handvoll Radiostationen, die durchgehend politisches Talk-Radio sendeten“, sagt Michael Harrison, Gründer und Herausgeber der Branchenzeitschrift „Talkers Magazine“ im STANDARD-Interview.

Zigarre in der Hand, Waffe im Halfter: US-Talk-Radio-Moderator Lars Larson –

Der Grund lag nicht im mangelnden Interesse der Hörer, sondern beim Gesetzgeber. „Die sogenannte Fairnessdoktrin sah vor, dass eine Radiostation bei politischen Themen dafür sorgen musste, dass auch der anderen Perspektive gleich viel Zeit eingeräumt wird.“ Auf die Gefahr, deftige Strafen zu zahlen oder gar die Sendelizenz zu verlieren, weil man nicht allen Meinungen genügend Sendezeit einräumte, wollten sich viele nicht einlassen. Ein Biedermeier im Äther war die Folge: Man sprach über Rezepte, Stars und Klatsch, Sport oder Sex. Politik blieb meistens draußen. So lange, bis Mitte der 80er-Jahre das US-Verfassungsgericht die Fairnessdoktrin aufhob, weil sie dem Recht auf Rede- und Meinungsfreiheit widersprach. Der Richterspruch hatte eine regelrechte Explosion an politischen Talk-Radio-Sendungen zur Folge. Waren die rechten Rabauken, die in stundenlangen Tiraden über die politische Linke Amerikas herfallen, zunächst noch kleine Fische im Radiogeschäft, wurden sie innerhalb weniger Jahre zu den einflussreichen Stars der Branche. One-Man-Show So auch Lars Larson, dessen Show von einem kleinen Raum im sechsten Stockwerk eines modernen Hochhauses im Stadtzentrum von Portland aus ins ganze Land gesendet wird. Vor ihm ein schwarzes Mikrofon, hinter ihm zwei rund zwei Meter große Plakate von sich selbst. Der Radiomoderator genießt gerade die wenigen Minuten Ruhe, die ihm in der Werbepause gegönnt sind. Drei Stunden Radiosendung hat er soeben hinter sich, drei weitere Stunden liegen noch vor ihm. Drei Stunden kontinuierliches Sprechen, Diskutieren und Schimpfen – ohne Musik und mit nur wenigen Werbeunterbrechungen. Seine einzigen beiden Mitarbeiter sitzen hinter einer schalldichten Glasscheibe, schreiben Blogeinträge, betreuen die Facebook-Seite, bereiten den nächsten Einstieg vor und nehmen Anrufe entgegen.

 

Larson hingegen steht allein in der Stille. Ausruhen tut er sich jedoch selbst in der Pause nicht: Auf drei Computerbildschirmen liest er wütende Hörer-E-Mails, bereitet Beiträge vor und tippt auf seinem wild blinkenden Mischpult hin und her. Daneben liegt ein schwarzes Smartphone, das immer wieder wegen Alarmmeldungen oder SMS von Freunden und Bekannten vibriert. Obwohl der 56-Jährige politische Ansichten vertritt, die zuletzt vor 200 Jahren modern waren, bedient er sich moderner Technologie wie ein Teenager. „Das sind für mich nur Arbeitsgeräte“, betont er im Gespräch mit dem STANDARD – fast so, als ob er nicht zu modern wirken wollte. Tirade nach Tirade „Laaaaaaaaars! … Das ist die Lars Larson Show. Wir senden im ganzen Land – von der Westküste Amerikas: ehrlicher, provokanter Talk.“ Die Werbeunterbrechung ist vorbei, die Stille durch die laute Ansage im Radio jäh unterbrochen. Was folgt, ist typisch für die meisten Talk-Radio-Shows in den USA: Tirade auf Tirade gegen zu viele Einwanderer, den Staat, die Liberalen, die allgemeine Krankenversicherung, Ehe für Homosexuelle, die linken Medien und die korrupten Politiker in Washington. Das sind die großen Themen, aber oft redet sich der Moderator auch stundenlang über unbedeutende Kleinigkeiten in Rage. Eine Demonstration, die die Straße blockiert, oder ein Verkehrsprojekt der Stadt – nach drei Stunden weiß man oft gar nicht mehr, um was oder gegen wen es geht. Nicht die Themen, der Furor selbst ist der Treibstoff, der die Sendung am Laufen hält. Sarah Sobieraj, eine Soziologin an der Tufts Universität in Massachusetts, die das Phänomen wissenschaftlich untersucht hat, nennt amerikanisches Talk-Radio nicht umsonst die Empörungsindustrie. „In der heutigen amerikanischen Medienlandschaft gibt es schier endlose Möglichkeiten für Hörer, Seher und Leser. Um die Aufmerksamkeit des Publikums zu bekommen, benutzt man im Fernsehen allzu oft Sex oder Gewalt. In der politischen Berichterstattung aber erlangt man durch Empörung Aufmerksamkeit.“ Die Moderatoren versuchen emotionale Reaktionen ihrer Hörer zu provozieren – ob das Hass, Angst oder Wut ist, spiele dabei gar keine Rolle. Um das zu erreichen, wird die Sprache in eine Waffe verwandelt: Politische Gegner werden als Faschisten und Sozialisten, als naiv oder radikal diffamiert. Übertreibungen sind die Pauseneinlagen der Entrüstungsdramaturgie: Da wird die Einführung einer staatlichen Regulierung schnell zum Ende des Kapitalismus erklärt. „Wenn Menschen so etwas hören, bleiben sie stehen und hören zu. Und es ist so effektiv, dass die Menschen am nächsten Tag wieder einschalten.“ Charmeur Wer aber einen alten, grantelnden Bösewicht hinter dem Mikrofon erwartet, wird enttäuscht: Larson, der solch dumpfe Parolen täglich ins Mikro schmettert, hat ein gewinnendes Wesen. Der gebürtige Oregoner mit burschikosem Gesicht ist geradezu ein Charmeur: freundlich, gewieft, immer einen Scherz auf der Lippe. Seine Fans hören nicht jemanden, der im Radio herumgrölt – Larson ist Geschichtenerzähler, Kommentator und Gesprächspartner.

Donald Trump nutzt die Methoden eines Talk-Radio-Moderators, um im US-Wahlkampf erfolgreich zu sein.

Die erfolgreichsten Talk-Radio-Moderatoren sind talentierte, unterhaltsame Entertainer. „Solche Moderatoren haben eine persönliche Beziehung zu ihren Hörern aufgebaut, obwohl es ein Massenmedium ist“, erklärt Sarah Sobieraj. Larson verwendet in seiner Sendung gerne Wörter wie „wir“ und „unsere“, seine Hörer sind eine Art Gemeinschaft, die sich auch digital in Facebook-Gruppen trifft. Real gibt es auch persönliche Fantreffen. „Deswegen sind diese Shows und ihre Moderatoren wichtig für ihre Hörer. Einige Fans von Radiosendungen sprachen in unseren Untersuchen davon, dass sie die Beziehung zu ihrem Moderator wirklich schätzen, sie fühlen sich als Teil einer Gemeinschaft und vertrauen dem Moderator mehr, weil sie ihn täglich hören“, sagt Sobieraj. Zusammenarbeit stigmatisiert Das sei gerade für Konservative wichtig, weil sie befürchten würden, ob ihrer politischen Ansichten in der amerikanischen Gesellschaft negativ betrachtet zu werden. Die Radiosendungen seien ein sicherer Hafen, ein Rückzugsort für viele Konservative, die dort politische Zustimmung erfahren. In der Welt der Politik hat Talk-Radio, dessen Methoden sich mithilfe von Fox News im Fernsehen und in zahlreichen konservativen Blogs im Internet weiterverbreiteten, hingegen das genaue Gegenteil erreicht: Kein Politiker ist mehr sicher vor dem Zorn der rechten Zuchtmeister. Kompromiss und Zusammenarbeit in Washington wurden stigmatisiert. Jede Abstimmung wird als Test der ideologischen Reinheit gesehen. „Die Abgeordneten sind sich sehr bewusst, dass sie ständig von den Talk-Radio-Shows beobachtet werden, und wissen, dass, wenn sie mit Demokraten zusammenarbeiten, es gegen sie verwendet werden wird.“ Radiomoderatoren haben für kompromissbereite Republikaner auch einen eigenen Begriff geprägt: Rinos – Republicans in name only. „Obwohl sie nicht die Mehrheit der Wähler stellen, sind die Hörer dieser Sendungen politisch engagierter und in den parteiinternen Vorwahlen aktiver als Nichthörer“, sagt Sobieraj. Das Resultat ist, dass Politiker zu immer extremeren Positionen gedrängt werden. foto: apa/afp/getty images/ethan mille fotograf: ethan miller Donald Trump nutzt die Methoden eines Talk-Radio-Moderators, um im US-Wahlkampf erfolgreich zu sein. Die Konsequenz daraus scheint aber selbst Talk-Radio-Moderatoren wie Lars Larson nicht zu behagen. Vom STANDARD angesprochen auf den derzeit führenden republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump rümpft er zunächst die Nase. Ein New Yorker, der früher liberale Positionen vertreten hat und mit Hillary Clinton befreundet war – so jemand soll für die Republikanische Partei ins Rennen gehen? Die Ironie dabei sei, meint Sobieraj, dass Trump und Talk-Radio-Moderatoren erstaunlich ähnlich klingen. Ihr Stil und ihre Charakterisierung der amerikanischen Politik ähneln einander: „Sie verwenden denselben Zugang: Empörung und Übertreibung. Und die auf Empörung beruhenden Medien haben den Boden für jemanden wie Trump aufbereitet und ihn aufgewertet. Seine Popularität drückt aus, dass die Wählerschaft wütend und enttäuscht ist. Die Angst und die moralische Entrüstung, die Talk-Radio gezüchtet hat, wird von Trump gestillt.“ (Stefan Binder, 28.2.2016) Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Reise nach Portland erfolgte teilweise auf Einladung der US-Botschaft und des Presseklubs Concordia. Der Text entstand im Rahmen der Summer School zu Narrative Storytelling des „fjum“ (Forum Journalismus und Medien Wien). Interview mit Michael Harrison: „Es herrscht eine unglaublich Ignoranz und Heuchelei vor“ – derstandard.at/2000028025949/Talk-Radio-Zu-Besuch-bei-Amerikas-Empoerungsindustrie

http://derstandard.at/2000028025949/Talk-Radio-Zu-Besuch-bei-Amerikas-Empoerungsindustrie?ref=rec

Talk-Radio-Experte Harrison:

Es herrscht eine unglaubliche Ignoranz und Heuchelei

INTERVIEW 28. Februar 2016, 07:25 15 POSTINGS Michael Harrison, Herausgeber des Branchenmagazins „Talkers“, über den Ursprung des Erfolgs von Talk-Radio in den USA

STANDARD: Talk-Radio ist ein Phänomen, das im deutschsprachigen Raum fast gänzlich unbekannt ist. Warum ist es gerade in den USA so erfolgreich und populär? Harrison: Talk-Radio ist in den USA ein Produkt, das durch den ersten Verfassungszusatz möglich gemacht wurde. Redefreiheit ist das Fundament, auf dem amerikanisches Talk-Radio aufgebaut ist. Wenn wir über Talk-Radio sprechen, denken viele ausschließlich an politisches Talk-Radio, aber das Spektrum ist viel größer und geht weit darüber hinaus: Beziehungstalk, Lifestyle, Promi-Klatsch und natürlich Sport-Talk-Radio, das eine der größten Arenen im Radio ist. Wenn wir also über Talk-Radio sprechen, sprechen wir über viel mehr als über Lars Larson, Rush Limbaugh oder Sean Hannity (alle drei konservative Talk-Radio-Moderatoren, Anm.). Dennoch war politisches Talk-Radio in den vergangenen drei Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talk-Radio-Sparten. Es geht zurück auf die Rede- und Meinungsfreiheit: die Tatsache, dass Menschen on air ihren Standpunkt über Politik ausdrücken, den Präsidenten und Politiker auf lokaler Ebene kritisieren können, und all das auf rund 1.500 Talk-Radio-Stationen in ganz Amerika.

STANDARD: Wie genau kam es zu dieser regelrechten Explosion von Talk-Radio-Stationen? Harrison: Das Feld wurde in den 80er-Jahren extrem populär, als die Fairnessdoktrin aufgehoben wurde. Die sah vor, dass eine Radiostation bei politischen Themen dafür sorgen musste, dass der anderen Perspektive gleich viel Zeit eingeräumt wird. Das wurde zum Problem, weil es viele Sichtweisen auf ein und dasselbe Problem gibt, und bevor Bürokraten oder Regierungsbeamte regulieren und Strafen vergeben oder Radiostationen ihre Lizenz verlieren, haben sich viele Radiostationen dazu entschlossen, lieber nicht über Politik zu sprechen. Stattdessen sprach man über Rezepte, Sex, Tratsch oder Sport. Als die Fairnessdoktrin allerdings als nicht verfassungskonform aufgehoben wurde, öffnete das die Tür für Menschen wie Rush Limbaugh, die über eine bestimmte politische Meinung reden und reden und reden und ein Publikum unterhalten können. Vor dem Fall der Fairnessdoktrin gab es nur eine Handvoll Stationen, die durchgehend politisches Talk-Radio sendeten, und Talk-Radio-Moderatoren wurden als ein Kuriosum gesehen. Heute sind sie die größten Stars im Radio, und Talk-Radio gilt als Retter des Mittelwellenradios. Ohne Talk-Radio gäbe es in den USA vermutlich kein Mittelwellenradio mehr.

STANDARD: Welche Rolle spielen die großen Highways in den USA für die Radiomärkte und den Erfolg einzelner Moderatoren? Harrison: Weil die USA eine so mobile Gesellschaft sind und die Menschen viel mit dem Auto fahren und man dabei nicht fernsehen kann, hat das Auto einen enormen Einfluss auf Talk-Radio. Wenn die Menschen am meisten fahren, haben die Radiostationen die meisten Zuhörer. Man nennt das auch den „AM“ und „PM drive“. Am Abend fällt der Radiokonsum dann stark ab.

STANDARD: Vor einigen Jahren startete mit dem Kabelkanal Fox News ein Sender, der im Fernsehen das produziert, was Talk-Radio im Äther macht. Eine Gefahr oder eine Chance? Harrison: Beides. Es gibt auch Menschen, die beides machen – Fox News und Talk-Radio. In den frühen 90er-Jahren hatte Talk-Radio ein Monopol auf diese Art von Show. Aber seither entstanden Fox News, MSNBC, das eine liberale Haltung einnimmt, und auch CNN versucht immer öfter politische Talk-Shows im Fernsehen zu produzieren – nicht zu vergessen eine Vielzahl von Websites. Diese TV-Sender haben Talk-Radio die Exklusivität genommen. Gleichzeitig begannen sich dadurch Menschen für Talk-Radio zu interessieren, die sich vor dem Aufkommen von Fox News nicht dafür interessiert haben. Die beiden Medien spielen miteinander, sind aber gleichzeitig auch Konkurrenten.

STANDARD: Das Internet hat die US-Zeitungsindustrie enorm unter Druck gebracht, neue Player wie Netflix bringen nun auch Fernsehstationen in Bedrängnis. Ist auch das Internet ein „Disruptor“ für Talk-Radio? Harrison: Ja, das Internet ist ein „Disruptor“ für alle Medien. Das Internet ist viel größer als jedes einzelnes Medium oder Genre für sich genommen. In allen Medien des 20. Jahrhunderts erzeugt das digitale Zeitalter letztlich eine Krisensituation. Das Geschäftsmodell von Radio basiert auf Radiostationen. TV basierte auf TV-Sendern. So werden diese Unternehmen auch geführt, und so werden sie auch gestört.

STANDARD: Oregon und insbesondere Portland haben den Ruf, äußerst liberal zu sein, trotzdem ist der rechte Radiomoderator Lars Larson dort sehr erfolgreich. Wie passt das zusammen? Harrison: Weil der US-Radiomarkt stark zersplittert ist. Gerade in liberalen Gegenden sind konservative Talk-Radio-Moderatoren sehr erfolgreich, weil alle Konservativen, die in der Region wohnen, sie unterstützen, und das führt zu einer kritischen Masse, um erfolgreich zu sein. Man braucht nicht die Mehrheit der Bevölkerung einer Region, um im Radio erfolgreich zu sein. Michael Savage, ein konservative Radiomoderator, war Nummer eins in San Francisco – der liberalsten Stadt Amerikas! Warum? Die Antwort ist, weil er nicht für das Amt des Bürgermeisters kandidiert. Er würde in San Francisco nicht einmal zum Hundefänger gewählt werden, aber das hat ihn nicht daran gehindert, Nummer eins im Talk-Radio zu werden. Wäre Larson oder Savage liberal, müsste er mit allen anderen Medien in Portland konkurrieren, aber als Konservativer sticht er heraus.

STANDARD: Aber es fällt doch auf, dass konservative Talk-Radio-Moderatoren besonders gern in besonders liberalen Metropolen wie New York und San Francisco leben. Harrison: Ja, es herrscht eine unglaublich Ignoranz und Heuchelei in der Frage, was ich predige und wie ich wirklich lebe. Das sollte man nicht zu ernst nehmen. (Stefan Binder, 28.1.2016) – derstandard.at/2000031710978/Talk-Radio-Experte-Harrison-errscht-eine-unglaublich-Ignoranz-und-Heuchelei

Kein Präsident allein kann die Interessen der Arbeitenden durchsetzen gegen die Finanzindustrie! Das kann nur eine Bürgerbewegung erreichen! Das ist in Deutschland und Europa und weltweit nicht anders! Es kommt auch auf jede und jeden von uns selbst an!

Bringt Bernie Sanders die mit Reagan begonnene 40 Jahre lange Area in den USA zu einem Ende? Obamas Politik für die „Afro-Amerikaner“ blieb symbolisch! Der Unterschied des Lebensstandards zwischen der dunkel- und hellhäutigen Bevölkerung ist in seiner Regierungszeit ebenso gewachsen wie die Armut der Afro-Amerikaner.

Start Making Sense: Bernie Is Bringing the Reagan Era to an End

Gary Younge on Obama’s legacy, plus Richard Parker on long-term political change, and Rebecca Solnit on hope.

 https://soundcloud.com/thenationmagazine

Bernie Sanders is the leading edge of the historical forces bringing the 40-year Reagan era to an end, says Richard Parker of Harvard’s Kennedy School.

Plus: Obama’s legacy for black America is mostly symbolic, Gary Younge argues—the wealth gap between black and white Americans has grown over the last eight years, along with black poverty. Gary writes for The Guardian and The Nation.

Also: the real politics of hope—Rebecca Solnit talks about untold histories and wild possibilities—her new book is Hope in the Dark.

http://www.thenation.com/article/start-making-sense-bernie-is-bringing-the-reagan-era-to-an-end/